Offene Giebelwand zur Scheune dämmen

11.01.2013



Hallo allerseits,

ich habe eine Lehmstampfhaus (BJ um 1900) mit konventionellen Anbau (Zeigelstein und Hohlblock, BJ unbekannt, vermutlich 50er Jahre). Das DG soll später evtl. zu Wohnzwecken ausgebaut werden.
Die Giebelwand zur Scheune (ungedämmt, durchlüftet) ist offen (keine Beregung möglich). Diese will ich verschliessen. Das Dach ist mit Steinwolle (140 mm) gedämmt und wird noch mit einer Dampfbremse versehen.
Die offene Giebelwand wollte ich auch mit DWD-Platten verschliessen. Die Gefache ebenfalls mit 140er Steinwolle dämmen und die Dampfbremse anschliessen. Ist dieses Vorgehen ok bzw. was wäre stattdessen sinnvoll?
Vielen Dank im voraus.
Matthias



Wenn



Du mit Gefache die Fachwerkkonstruktion meinst, würde ich empfhelen diese mit Leichtlehmsteinen zuzumauern und ggf. noch eine Aussendämmung z.B. aus Weichholzfaserplatten aufbringen.

Grüße aus Koblenz Gerd



Sorry ... war zu unpräzise



Die Giebelwand ist über dem konventionellen Anbau. Es gibt noch keine Gefache. Die Giebelwand besteht lediglich aus einer "Ständerkonstruktion" aus Weichholz auf der der Firstbalken und die Mittelfetten ruhen. Die "Gefache" wollte ich mit gleich starken Balken (ca. 145 mm) und einfachen Winkelverbinder herstellen. Die "Gefache" sind dann ehr Zwischenräume wie bei Dachsparren.
Gruss



Und wie soll die



Nutzung für neuen Raum sein?



Kleines



Wohnzimmer, nicht dauerhaft genutz, prakitisch als Reserve. Die Innenwände mit Gipskarton verkleidet. Als Heizung wird ein kleiner Kaminofen dienen.



Moin Mathias,



ich kanns mir zwar anhand deiner Beschreibung nicht wirklich vorstellen, aber grundsätzlich solltest du rundherum gleichmässig dämmen, um eine übermässige Kondensbelastung einzelner Bauteile zu vermeiden.
Solange alles noch offen und belüftet ist macht das nix, wenn eingepackt aber schon.

Wichtig sind die diversen Anschlüsse, sonst hast du "Pullover mit Löchern drin."

Als Planungsgrundlage dient dann der endgültige Zustand (auch wenn euer Ausbau erst in 10 Jahren stattfindet).

Ich habe unsere Scheunenwand mit Korklehmsteinen ausgefacht und aussen 10cm Weichfaserplatte davorgeschraubt. Wenn ich mal ausbaue kann ich die wegschrauben und woanders wiederverwenden.

Wenn du die Gefache mit Steinwolle ausfüllst, fehlt es dir an Speichermasse und du hast im Sommer ne Sauna da oben.

Gruss, Boris



Speichermasse?



Hi Boris,

was ist mit Speichermasse gemeint? Wenn Korklehmsteine, dann keine Dampfbremse? Im Übrigen wird noch ein Dachfenster 114x118 eingebaut. Dürfte zur Belüftung bzw. als Hitzeausgang genügen, oder?

Gruß Matthias



Moin Mathias,



geh' mal im Sommer mit einem Zelt campen...und dann in ein massives Steinhaus....dann weisst du was fehlende Speichermasse bedeutet.

Speichermasse sorgt für die gewünschte Phasenverschiebung: Die Kühle der Nacht bleibt bis zum Mittag erhalten, die Wärme des Tages bis in den späten Abend.

Wenn sie fehlt hast du "Barackenklima": Kaum Phasenverschiebung zur Aussentemperatur.

Belüftung nützt dir in dem Fall nicht wirklich, wenn du im Hochsommer aussen 40°C und innen 30°C hast....bis Sonnenuntergang macht es einfach keinen Spass sich dort oben aufzuhalten.

Gruss, Boris



Danke



Habe gestern auch noch viel interessantes bzgl. Speichermasse gelesen. Allerdings auch widersrpüchliches. Aber die Situation auf meinem Dachboden dürfte recht eindeutig sein. Nämlich genau das, was Boris schreibt.

@Boris: Wenn ich mich für Lehmsteine entscheide, muss ich dann die Dampfbremse weglassen?

Ich muss den Raum auch noch nach der anderen Seite hin abtrennen. Also quasi im Innenbereich. Dort kann ich dann normale Steine benutzen (Lehm wäre vermutlich besser).

Danke und Gruß



Hmmmm,



ich komme mir gerade vor wie ein Modeberater, der gefragt wird: "Und was ziehe ich dann an den linken Fuss"?

Haus und Scheune sollten insgesamt aufeinander abgestimmt sein, da nützt es wenig, wenn du die einzelnen Segmente nacheinander abfragst - ich hab' es nicht vor Augen!

Der andere Teil von unserm Dachboden ist jedenfalls erst angenehm im Sommer, seit wir da 1,5t Lehmputz an den Wänden haben. Dachraum ist eben zunächst mal kein Wohnraum und brauch' entsprechend mehr Aufwand.

Deine Frage bezüglich der Dampfbremse sagt mir, dass du das Prinzip noch nicht verstanden hast. Also bitte erstmal noch ein wenig in die Materie einlesen, sonst sind Bauschäden quasi vorprogrammiert.

Neben unserem Forum, findest du auch hier eine Menge Infos: www.u-wert.net

Aber Vorsicht: Der Rechner liefert nur statische Werte, die dir lediglich eine Orientierung über sinnvolle und weniger sinnvolle Aufbauten geben.

Viel Erfolg, Boris



Schade



... aber ich kann es verstehen. Wenn man mir ne Frage auf einem Gebiet stellt, wo ich mich sehr gut auskenne und ich nicht alle Fakten kenne, tue ich mich auch schwer.

Materie einlesen ist leicht gesagt. Man wird leider erschlagen von Infos. Folgende Seite fand ich gut: http://www.heiz-tipp.de/ratgeber-879-dampfsperre.html. Beantwortet letztlich auch nicht abschliessend meine Frage(n) (zumindest erkenne ich keine Antwort).

Danke für Lesen und für die Antworten