Grundsanierung eines 220 Jahre alten Fachwerkhauses

14.02.2016 Jo



Liebe Fachwerk-Fachleute,
wie beginnen derzeit mit der Sanierung unseres alten denkmalgeschützen Fachwerkhauses, einem 220 Jahre altem Wohnstallgebäude in der Sächsischen Schweiz. Besonders treibt uns derzeit die Frage nach der Abdichtung der Stallseite um. Das Gebäude ist nicht unterkellert, das Wandfundamente des alten Bauernhaus sind aus Bruchstein (auch Sansteinblöcken) und nur ca. 50 cm. Das Gelände steht an der Ostseite teilweise 20-30 cm über dem Fussbodenniveau. Die Innenwände sind nicht sehr feucht, aber die zwei Sandsteinsäulen, die das ehemalige Gewölbe tragen zeigen immer wieder Ausblühungen. Ist eine Horizontalsperrung sinnvoll und überhaupt möglich (Durchsägen scheint bei den ca. 70 cm dicken Wänden. Die Vertikalspeerung außen mit Dermoton und Drainage?
Bin für Tipps vom Profi mit Erfahrung in diesem Bereich sehr dankbar.
Jo



Gewölbesäulen



wenn ich Wohnstall lese denke ich sofort an Tierhaltung und in diesem Zusammenhang an Nitratsalzbelastung an den Säulen.Bin zwar kein Profi, bin aber auch salzgeplagt und habe viel Geld in eine Horizontalsperre ohne viel Erfolg gesteckt. Bei mir hats nicht viel geholfen, weil es sich eher um hygroskopische als um aufsteigende Feuchte handeln wird- dies läßt sich aber nur vor Ort durch eine Analyse feststellen. Eine Drainage ist nur nützlich, wenn es drückendes Wasser gibt, bei unsachgemäßem Einbau kann sie auch das Fundament erst unter Wasser setzen.



Fundament trockenlegen



Danke für die Antwort. Ja, es handelt sich durch die Nutzung dieses Gebäudes für die Tierhaltung um Nitratsalzbehandlung. Da wir aber diesen Gebäudeteil zukünftig als Küche nutzen wollen, muss er trocken sein. Drückendes Wasser haben wir nicht. Wir werden nun zur Sicherheit doch wohl die Außenwand mit Diamantseilsägeverfahren aufsägen (einschließlich Sandsteinpfeilerfuss) und mit Polysesterfolien horizontalsperren. Ansonsten den alten Fussboden aufnehmen, normale Fussbodensperrung und -dämmung und mit der Horizontalsperrung verbinden. Das wird wohl teuer, sollte aber funktionieren.Was ist bei der geplanten Vertikalsperrung außen mit Dichtschlämme, Bitumendickschicht, Perimterdämmung, Noppenfolie zu beachten?
Jo



Feuchtigkeit in der Wand



Einige Bilder von innen und außen würden die Situation etwas deutlicher machen.
Derart teure Verfahren, die zudem keine Salzbelastung reduzieren und die Statik beeinflussen würde ich nur als allerletzten Ausweg wählen, und auch nur wenn der Erfolg garantiert werden würde.
Bei Mauersäge- und anderen Verfahren bleiben ja die Salze in der Mauer-
hygroskopische Feuchte ändert sich dadurch nicht.
Evt überlegen, ob dampfdichte Glasschaumplatten als Innendämmung möglich sind-die Innenwandflächen sind dabei auf jeden Fall trocken.

Andreas Teich



Ich empfehle



die Inaugenscheinnahme durch einen Fachmann. Eine Horizontalsperre sollte ( vor allem bei den zu erwartenden Kosten) nur durchgeführt werden, wenn es sich um aufsteigende Feuchte handelt. Oberflächenwasser sollte zuerst vom Gebäude weggeleitet werden, evtl. Geländeabtrag und Tonabdichtung. Interessant in diesem Zusammenhang sind, wenn auch umstritten, die Ausführungen von Konrad Fischer.