Grundsätzliches zum Ausmauern eines Gefaches für ein dekoratives Fachwerk im Innenbereich.

08.09.2020 berb93


Hallo Leute,

Ich besitze ein etwa 40 Quadratmeter großes Holzhaus, welches ich aktuell restauriere.
Es handelt sich dabei um ein 20 Quadratmeter großes Haus mit Satteldach, sowie ein seitlich angebautes Pultdach, welches ebenfalls nochmal ca. 20 Quadratmeter umbaut und sich über die gesamte Länge des Haupthauses erstreckt.

Ich möchte nun meinen Ofen im Haus sinnvoll neu platzieren und hatte gedacht, dass die ursprünglich rein hölzerne Wand (Ständerbauweise mit Profilholz verkleidet), welche sich mittig zwischen Haupthaus und Anbau über ca. 7 Meter erstreckt, teilweise durch eine Fachwerkwand ersetzt wird. Hierzu sei gesagt, dass ggf. nur 2-3 Meter ersetzt werden sollen. Das stellt sich noch heraus.

Dazu läge folgendes an: Bauen einer Fachwerkstruktur + ausmauern der selbigen. Ich bin günstig an Vollziegel geraten, welche offensichtlich jedoch hartgebrannt sind. Die Wand würde ja im Innenraum liegen und keinen Kontakt zum Boden haben, weshalb ich behauptet hätte, dass diese nicht so sehr mit Feuchtigkeit zu kämpfen hätten wie außenliegende Wände.

Nun stellt sich mir die Frage, ob das dann mit den hartgebrannten Klinkern für den Innenraum dennoch ok wäre? Ich weiß ja mittlerweile, dass eigentlich weichgebrannte Klinker die richtige Wahl wären. Auch was die Flexibilität angeht bin ich mir nicht sicher.

Die Wand soll übrigens einerseits als neues Projekt aus Lust und Laune, zu dekorativen Zwecken, als auch als Wärmeübermittler zwischen Haupt- und Nebenhaus dienen.
Wird dies überhaupt sinnvoll funktionieren?
Einerseits soll aus den Vollziegeln auf dem Estrich ein Sockel, sowie eine hierauf gemauerte L-förmige Wärmeschutzeinfassung in der Ecke des Raumes gebaut werden, welche die umliegenden Holzwände vor der Hitze schützt. Gleichzeitig soll das gemauerte Konstrukt Wärme aufnehmen, speichern und dann verzögert über einen längeren Zeitraum abgeben. Der Ofen selbst ist aber für sich alleine stehend und wird nur auf diesem Sockel platziert.

Die ausgemauerten Gefache sollten nach Möglichkeit die Wärme aus dem Haupthaus an den Nebenraum über die Ziegel weitergeben. Dabei geht es nur darum, dass im Winter statt 0 Grad vielleicht bereits 5-10 Grad im Nebenraum (Vorraum, Abstellraum, teilweise Werkstatt) herrschen. Ist sowas realistisch?

LG



Deko-Fachwerk



Die Fachwerkkonstruktion kann natürlich mit Klinkern ausgemauert werden.Die ist in einigen Gegenden oft der Fall. Dein Raumkonzept mit dem Ofen habe ich noch nicht verstanden, vermute aber, dass die Idee mit der wärmespeichernden Weiterleitung nicht funktioniert. Öfen ( um was für einen handelt es sich bei Dir ?) geben einen hohen Anteil an Strahlungswärme ab, der besser direkt in den Anbau geleitet werden kann. Laß doch die Ausfachung einfach weg und bau nur das Balkenwerk.



Ofen + Deko-Fachwerk


Ofen + Deko-Fachwerk

Danke für deine Antwort.
Ich hatte mir schon gedacht, dass meine Frage etwas zu durcheinander wirken könnte.
Im Anhang befindet sich ein Bild. Dies war mal für eine andere Thematik der ungefähre Grundriss des Hauses.
Dort habe ich nun mal die wichtigsten Objekte eingezeichnet, damit man ca. sieht was ich überhaupt machen möchte. In Textform ist das natürlich immer sehr schwierig rüber zu bringen.

All das, was rot eingezeichnet ist, ist ungefähr der Teil, welchen ich durch Ziegel ersetzen würde. Ob mit Fachwerk oder einfach hochgemauert ist nun erstmal nicht so wichtig. Der flächige rote Bereich soll der Sockel sein, welcher aus 1-2 Lagen Ziegeln auf dem Estrich errichtet werden soll. Darauf steht dann der Ofen.
Das gesamte Konstrukt sollte errichtet werden, damit die Wärme vom Vorabend noch ein wenig länger abstrahlt bzw. der Raum halt letztlich nicht ganz so schnell auskühlt. Habe hierzu bereits einige positive Berichte in anderen Foren gelesen. So machen werde ich es sowieso müssen, da der Sockel für mich unerlässlich ist, um angrenzenden Bodenbelag (evtl. Holz) + die Wandverkleidung zu schützen. Die Wärmespeicherfunktion wäre dann noch ein kleiner Bonus oben drauf.

Die Sache mit der Wärmeleitung stelle ich mir so vor, dass der L-förmige rote Bereich, sprich die Wände zum Vorraum, zur Werkstatt und zum Bad nur ein wenig der Wärmeenergie aus dem Haupthaus in diese Räume übertragen. Um wie bereits erwähnt zumindest im Winter bei 0 Grad Außentemperatur in diesen sonst ungeheizten oder nur bei Bedarf geheizten (Petroleumofen oder ähnliches) Räumen noch etwas die Temperatur zu steigern. 5-10 statt 0 Grad würden mir wie bereits erwähnt schon ausreichen.

Wenn es letztlich nur 3 Grad sind, soll dies auch ok sein. Aktuell fehlen diese Wände noch teilweise. Offen lassen würde ich es nur ungern, da im Vorraum und in der Werkstatt gelegentlich gearbeitet wird (schweißen, flexen, schleifen, Motorrad, ...), sollten der Wohnbereich vom Rest abgeschirmt sein.
Da aktuell nur der eine Ofen vorhanden ist, müsste ich mit diesem nun mal zentral die anderen Räume mitheizen. Solls darin dann richtig warm sein, kommt nochmal ein Hilfsmittel wie ein Zibro-Ofen oder etwas mit Gas Betriebenes.

Aus meiner fehlenden Erfahrung heraus, weiß ich nun natürlich nicht, inwieweit das überhaupt Sinn macht.
Optisch macht es für mich durchaus Sinn, Hitzeschutz ist ebenfalls gegeben, die Wärmeleitung bleibt jedoch noch offen.
Der Ofen ist ein älterer Haas & Sohn Dauerbrandofen mit 4 oder 6 kW. Das weiß ich aber nicht genau. Müsste den Ofen mal etwas genauer inspizieren. Dieser wird eventuell ersetzt, aber erstmal soll er bleiben.
Ein Holzherd anstelle des Ofens wäre auch interessant, bin da also flexibel.

Dann noch kurz zu den Steinen: Also würden hartgebrannte Klinker mit flexiblem Mörtel für den Innenbereich taugen um ein Fachwerk auszumauern? Ich frage ja, weil ich so oft gelesen habe, es sollen unbedingt weichgebrannte Klinker sein, die entsprechend viel Wasser aufnehmen können und flexibler sind.

Soweit erstmal und liebe Grüße.



Verstanden



jetzt habe ich eine Vorstellung. Also der massiv gemauerte Bereich direkt um den Ofen herum ( Klinker gehen ) wird als Wärmespeicher wohl auch in die hintere Werkstatt abstrahlen, aber nur, wenn Du durchgehend heizt. Ansonsten dauert es zu lange, bevor die Klinker nach einer Heizpause wieder erwärmt sind. Der vordere Teil, hinter dem Sofa, kann zwar als Raumteiler funktionieren, als Wärmespeicher und Strahlfläche, welche den Abstellraum erwärmt, wird sie nicht dienen. Vielleicht wird sie sich etwas erwärmen, da könnte der Schornstein schon mehr bringen, kommt drauf an, in welcher Höhe Dein Rauchrohr in die Esse geht, so dass Du einen warmen Rücken kriegst, wenn Du Dich dort anlehnst, aber als Raumtemperierung - da habe ich meine Zweifel.
Bezüglich des Ofens: Vergiß nicht den Schornsteinfeger einzubeziehen, die haben in der Regel was gegen Fachwerk unmittelbar am Schornstein.



Danke für deine Antwort.



Das mit dem dauerhaft heizen habe ich mir auch schon gedacht, allerdings ist es aktuell so, dass ich ansonsten gar keine Heizmöglichkeit für die weiteren Räume habe und mir somit erhoffe, dass es wenigstens ein kleines spürbares Mehr an Wärme bringt. Die Hoffnung stirbt nun mal zuletzt. :)

Durch Türen, die man ab und zu aufmacht, wird ja höchstwahrscheinlich ebenfalls Wärme rüber ziehen. Ansonsten könnte ich im oberen Bereich der Trennwand einen Lüftungsschacht oder Ähnliches anbringen um die Wärme rüber zu bekommen. Wenn der Ofen ordentlich anheizt, war es teilweise sehr warm in dem Hauptraum. Da war dieser aber noch etwas kleiner, da er weiter in Richtung Mitte unterteilt war. Wenn man davon nun ein wenig Wärme in die beiden anderen Räume schaffen könnte, wäre das eine sinnvolle Sache denke ich.
Das Haus befindet sich noch im Rohbau, es ist also noch alles flexibel.
Es ist durchaus geplant noch nachträglich bei Zeiten eine Gastherme zu installieren. Aber alles mit der Zeit und mit dem Geld. :)




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