Grundmauer gibt nach

19.06.2007 Dietmar



Hallo Community,

wir haben zum 1.04.07 ein altes Bauernhaus gekauft in dem schon sehr viel umgebaut und renoviert wurde. Nachdem wir jetzt einen Teil der Bepflanzung entfernt haben, haben wir festgestellt, dass an einer Stelle die Grundmauer nach unten und nach innen abgesackt ist (ca. 3-4 cm).

Als Ursache wurde jetzt von einem Gutachter ermittelt, dass zum einen vom Vorbesitzer in dem entsprechenden Keller auf ca. der Hälfte der Grundfläche die Bodenplatte entfernt und der Boden um ca. 20 cm abgetragen wurde - vermutlich um mehr Raumhöhe zu gewinnen. Andererseits war ein Abwasserrohr das durch diesen Keller fließt nicht richtig angeschlossen. Dadurch ist ein Teil unseres Küchabwassers in dem aufgegrabenen Bereich versickert und hat den Boden unter der Grundmauer durchweicht.

Die Grundmauer ist auf eine Länge von ca. 4 m im unteren Berich etwas nach innen gedrückt und oben nach außen. Die Fugen waren früher schon mal mit Mörtel zugeputzt, sind jedoch jetzt wieder aufgebrochen. Zum Teil kann man durch die Fugen die Sonne sehen.

Der Gutachter empfiehlt uns jetzt nach Behebung des Wasserschadens und Austrocknung des Raumes die Grundmauer von einer Spezialfirma mit einem Kunststoffschaum wieder anheben und stabilieren zu lassen.

Was ist von einem solchen Vorgehen zu halten und hat schon mal jemand Erfahrung damit gesammelt? Uns geht es in erster Linie um die Standfestigkeit. Einzelne schiefe Steine können wir ertragen.

Vielen Dank für die Antworten.

Dietmar



Aus der Ferne ist das



natürlich nur schwer zu beurteilen, aber ich frage mich ob man mit entsprechenden Abstützungen und Sicherungsmassnahmen die Situation nicht handwerklich wieder in den Griff bekommen kann. Ich würde mir einen altbauerfahrenen Statiker zur Baustelle holen um noch eine andere Meinung zu hören und im Anschluss entsprechende Preise anzufragen.
Ich weiß, dass es die beschriebenen Verfahren gibt und die Werbung dafür flattert mir immer wieder auf den Tisch. Ich würde mich aber erst auf so etwas einlassen, wenn es wirklich keine andere sinnvolle Lösung gibt um noch zu retten was zu retten ist.



Moin,



Fred hat völlig Recht, ein abschnittsweises Abfangen und Restaurieren sollte erst überprüft werden.
Ich muss gestehen, dass mir das von Ihnen genannte Verfahren nicht viel sagt, allerdings sollte man vorher klären ob ein verhältnismässig schnelles Anheben nicht zu Folgeschäden anderer Art führt. Alternativ gibt es ja auch noch die "herkömmlichen" Methoden mittels Suspensionen die den ISt-Zustand sichern. Aber erst mal prüfen ob es nicht wirklich anders geht....



Unterfangung



Guten Tag, ich denke auch man sollte schauen was handwerklich geht. Wie Fred Heim schon sagt ist dafür eine Planung durch den Tragwerksplaner erforderlich. Der muss auch Arbeitstakte, die Größe von Unterfangungsabschnitten usw. vorgeben. Sonst ist der bisherige Grundbruch ein Kindergeburtstag gegenüber dem was bei nicht sachkundiger Arbeit passieren kann. Dazu gibt es sogar eine zehnseitige Norm (DIN 4123), die vorgibt, dass solche "Kleinigkeiten" wie die "Eigenschaften des Baugrunds", tägliche Dokumentation, versteifen von Außenwänden (z. B. Fensteröffnungen provisorisch ausmauern) usw. bedacht werden.
Also: Handwerklich ja, aber vom Profi berechnet und betreut sowie vom Profi ausgeführt.
Mit freundlichen Grüßen Ulrich Arnold



Veilen Dank



für die Antworten. Wir haben bereits einen zweiten Gutachter beauftragt und werden uns mal auf die Suche nach erfahrenen Handwerkern machen.