Tiefengrund auf Lehmputz?

03.08.2011



Um Lehmputz gegen sanden zu festigen und für den Farbanstrich vorzubereiten gibt es ja die tollsten Mittel.

Kann ich meinen Lehmputz auch mit klassischem Tiefengrund behandeln, um die gewünschten Effekte erzielen? Hat jemand Ahnung oder Erfahrung? Was spräche gegen Tiefengrund?

Den Tiefengrund hätte ich da. Andere Mittelchen müsste ich mir erst besorgen.





Hallo,

grunsätzlich emfinde ich es als ein Verbrechen, einen schönen neuen naturreinen Lehmputz mit einer kunstharzhaltigen Grundierung zu festigen.

Noch grundsätzlicher ist es aber, zuerst das gewünschte Anstrichmittel auszuwählen. Und dann sollte tunlichst eine dafür geeignete Grundierung benutzt werden, bzw. eine vom Hersteller empfohlene Grundierung.

Alles andere ist riskant und kann später in Anstrichschäden (z.B. Abplatzungen) enden.

Gruß
M. Meißner





Danke für die Antwort.

Zu Ihrem zweiten Punkt würde ich sagen, dass jeder Lehmfarbenhersteller/-lieferant natürlich seine eigene Grundierung empfiehlt. Von daher erhoffe ich mir an dieser Stelle keine abweichenden Erkenntnisse.

Mit Ihrem ersten Punkt haben sie mich aber überzeugt. Da der bisherige Aufbau aus Hanf-Stampf-Lehm und Lehmputz komplett natürlich ist, wäre es nicht konsequent nun mit Kunstprodukten weiterzumachen.

Ich werde demnach, wie von Ihnen empfohlen, die Grundierung des Lehmfarbenherstellers verwenden.

Danke.





Was ich eigentlich damit sagen wollte:

... ein (Acryl-)tiefgrund trägt nachher sehr gut dazu passende Dispersionsfarben. Sicherlich muss man dann nicht den vom Hersteller A empfohlenen Grund benutzen, sondern kann auch einen baugleichen von Hersteller B verwenden und es wird funktionieren. Mal davon ab, dass dann die Gewährleistung futsch ist.

Trägt man aber auf die Acrylgrundierung z.B. eine Kaseinfarbe auf, dann kann diese später u. U. abplatzen. Bei Kalkfarben kann es zu erhöhter Glanzbildung kommen.

Bei Lehmfarben zumindest den Produkten, die ich kenne sollte eine Acrylgrundierung kein so großes Problem sein, abgesehen von dem Stilbruch.
Manche Hersteller binden mit Essigsäureester (= Polivinylacetat / Kunstharzdispersion), das passt sowieso, da ja die Lehmfarbe damit bereits eine Dispersionsfarbe ist.
Andere Hersteller nehmen u.a. Pflanzenstärke oder Methylcellulose, beides dann letztlich Leimfarben, und die halten sowieso auf fast allem.
Wir binden mit Pflanzeneiweiß. Verträgt sich mit Acryl (sofern nicht übertrieben aufgetragen) auch ganz gut.

Gruß
M. Meißner



@Meißner



Als Naturfarbenhersteller müsstet ihr doch wissen, dass man auf Lehm keine Versiegelung, in welcher Form auch immer, aufbringen sollte. Der Lehm braucht die Atmungsfähigkeit um nicht auszutrocknen! Also: auf Lehm Lehmfarben, Kaseinfarben oder Kalkanstrich!Eine Grundierung kann man mit diesen drei Varianten in verdünnt in Weiss auftragen!Die nachfolgenden farbigen oder auch weissen Anstriche kommen dann super zur Geltung!
Gruß aus Dortmund
Harald Vidrik





@Herrn Vidrik:
Bitte nicht falsch verstehen, ich habe nicht empfohlen eine Acrylgrundierung zu benutzen, sondern ich wies auf grundsätzliche Kompatibilitäten(Grundierung <> Farbe)und auch das Thema Gewährleistung hin.

Ansonsten sind wir einer Meinung:
"Also: auf Lehm Lehmfarben, Kaseinfarben oder Kalkanstrich!"

... und ich erhöhe um: die guten alten Leimfarben !