Tiefengrund

22.05.2017 Wasti



Hallo, meine mit Kalkzementputz ausgeglichenen und anschließend mit Kalkzementspachtel und Kalkzementglätte verspachtelten Decken und Wände saugten einen an einer Decke angebrachten Anstrich mit Dispersionssilikatfarbe so stark ein, dass noch während des Rollens die Farbe hart wurde und Hügel bildete bzw. Löcher hinterließ.

Deshalb möchte ich alle Flächen vorher Grundieren und habe dazu Silikatgrundierung angeschafft.
https://www.hornbach.at/data/shop/D04/001/780/496/725/12/5815349_Doc_01_DE_20150718023337.pdf

Jetzt habe ich nach dem einmaligen unverdünnten Grundieren einer unbehandelten, jedoch geschliffenen Stelle ein stark unterschiedliche Helligkeitsverteilung der nassen Oberfläche. Dies zeigt wohl an, dass der Anstrich mit Dispersionsfarbe ohne vorherige Grundierung nicht streifenfrei gelingen konnte.

Meine Fragen:
Soll ich solange grundieren, bis unmittelbar nach dem Grundieren alles gleichmäßig feucht aussieht? Wenn es sein muss, also auch dreimal?
Bei stark saugenden Untergründen wird lt. Datenblatt empfohlen, zwei Mal nass-in-nass zu arbeiten.
Funktioniert das so, dass ich am Ende von einem gedachten Quadrat von etwa 1m² erneut die Grundierung an der Stelle auftrage, an der ich das Quadrat begonnen habe oder heißt es einfach, dass ich zwei Mal über jede Stelle mit sattem Quast fahre?
Oder heißt es gar, dass die Trockenzeit dazwischen länger liegen sollte und ich daher erst alle "Quadrate" einmal gestrichen habe sollte, was bei einer Fläche von zb. 15m² etwa 20 Minuten dauert.





So sieht unmittelbar nach dem zweiten Mal Grundieren aus mit etwa 12 Stunden Trockzungszeit zwischem dem Grundieren.
Mir fällt auf, dass beim zweiten Mal die Grundierung langsamer einzieht.
Dennoch ist die Helligkeitsverteilung auffällig. Ist diese Decke schon bereit für den Anstrich?



Also



ich habe in meinem ganzen Leben noch nie eine Grundierung gekauft oder benutzt. Das Stichwort taucht hier mittlerweile in jeder zweiten Frage auf. Selbst Ziegelsteine werden schon grundiert. In meinen Augen ist das lediglich eine schöne zusätzliche Einnahmequelle für die Heimwerkermärkte.





Nur bleibt mir nichts anderes übrig, weil die Farbe unterschiedlich auftrocknet und schon während des Rollens ein Relief bildet und es zu Streifenbildung nach dem Auftrocknen kommt.



Sich nass machen ([lit. ])



Mann, mann - Wasti...

Nass in nass bedeutet, dass der zweite Auftrag etwas zeitversetzt erfolgt.
In etwa dann, wenn der erste Auftrag nicht mehr "glänzt" (nach Deinen Beiträgen nach sehr kurzer Zeit..?) aber noch nicht "trocken" ist.

Fühle einfach mit Deinem Handrücken drüber - wenn es sich noch leicht! "kalt" = nass anfühlt - dann nochmal drüber.
Und nicht mehrmals einschwämmen.. - sonst Hautbildung.





Ok und das wichtigste: Fleckenbildung beim Grundieren ist üblich und kein Anzeichen, dass eine weitere Grundierung vonnöten ist?



Warum grundieren?



Den ersten Anstrich verdünnen, dann trocknet sie nicht so schnell bzw ist dünnflüssiger und dringt tiefer ein.

Die Wände sollten nicht zu warm sein- evt morgens streichen.
Zugluft vermeiden- das beschleunigt den Trocknungsprozeß.

Oberflächen vor dem Streichen abbürsten-
wenn's unbedingt sein soll kann ganz leicht Wasser aufgesprüht werden- dann warten.
Es darf aber keine wasserglänzende Schicht beim Streichen vorhanden sein.

Möglicherweise wurden die Putzflächen unterschiedlich verrieben, sodass bei Strukturunterschieden der Farbauftrag anders aussieht?

Normalerweise muß nicht grundiert werden.
Bei dem vorliegenden Putz hätte auch reine Silikatgundierung verwendet werden können-jetzt hast du auch noch unnötige Acylate in der Grundierung.

Erst nach kompletter Durchtrocknung der Farbe die Oberfläche beurteilen.

Andreas Teich





Hallo, beide Anstriche wurden verdünnt und beide Male trocknete die Farbe zu schnell und unterschiedlich ein. Außerdem ließ sich die Farbe nur schwer rollen.
Verrieben wurde die Kalkglätte nicht sondern manuell geschliffen, um Unebenheiten auszugleichen.

Vornässen habe ich mir schon überlegt, aber wäre nicht die Farbe mehr zu verdünnen praktischer?





Wasti und Teich in einer Beitragsreihe, dass ich das noch erleben darf. :-) Und "Genervt" noch dazu- ein unschlagbarer Abend vor dem PC. Danke Jungs- mit eurem Schwachsinn habt ihr mir den Abend gerettet. :-) :-) :-)





Würde gerne mitlachen, wenn meine Sorgen endlich zerstreut sind.



Schwieriger Putz ...oder: Wie eine



Wohnungsrenovierung zur Lebensaufgabe werden kann!
Beispiel: Ein Maler versteht unter einem zweifachen Anstrich: Rolle hoch, Rolle runter. Du darfst nicht in Quadranten denken, sondern du musst einfach nur fertig werden!



Putz-Oberflächen



Welches Fabrikat hast du bei der Farbe?
bei Schwierigkeiten würde ich nach Möglichkeit erst einmal beim Hersteller nachfragen.

Wenn das Schleifen der gespachtelten Flächen nur partiell erfolgte wäre unterschiedliche Saugfähigkeit nicht verwunderlich.
Schleifen sollte normalerweise nicht notwendig sein.

Wieso hat der Untergrund eine rötlich-Schattierung oder täuscht das Foto?

Kalkzementputz mit Kalkzementspachtel mit Kalkzementglätte und dann noch alles geschliffen und mit Dispersions-Silikatgrund und Dispersions-Silikatfarbe gestrichen ist insgesamt viel zu viel Aufwand.

Wenn der Untergrund schon rein mineralisch ist hätte ich auch nur eine Rein-Silikatfarbe verwendetn (Kreidezeit, KEIM etc), oder mit weißem Putz und Spachtelmasse gearbeitet, damit das Streichen entfallen kann.

Andreas Teich





Ich verwendete die Glemadur Mineralfarbe. Es waren sogar zwei Techniker der Firma bei mir wegen dem Schadensbild, die aber nur davon sprachen, dass Kalkfarbe als Untergrund für Dispersionssilikatfarbe untauglich ist. Für mich erweckte dieses Gespräch den Eindruck, dass die beiden nur Schaden von ihrer Firma abwenden wollten, denn die Dispersionssilikatfarbe wurde gemäß Datenblatt verarbeitet. Eine Grundierung wurde darauf nicht empfohlen!

Die rötliche Farbe trügt, das ist der Blitz. Kalkglätte lässt sich nicht auf null ziehen und für Laien ist es unmöglich, diese sauber zu verspachteln.



Hatten unsere Vorfahren......



...auch nicht und manche Anstriche sind da bereits über hundert Jahre drauf.
Chemieindustrie läßt grüßen und unsere Hütten irgendwann überhaupt nicht mehr atmen, nur weil wir immer sterilere Oberflächen uns wünschen.