Reparatur von Grundbruch

13.05.2008 Dietmar



Hallo liebe Community,

wir haben vor etwas mehr als einem Jahr unser "Häusle" (Fachwerk-Bauernhaus Bj. 1895) bezogen. Leider haben wir erst zu spät festgestellt, dass der frühere Besitzer im Keller einen Teil des Bodens ca. 30cm tief entfernt hat. In Verbindung mit eindringendem Wasser aus einem undichten Abwasserrohr und durch die Kelleraußentür war der Lehmboden unter dem Fundament zu weich und hat an einer Stelle so nachgegeben, dass die Grundmauer aus Sandstein dem Druck von außen nicht standgehalten hat und in einem Teilstück von ca. 2-3 m nach innen/unten nachgegeben hat. Dabei ist die Grundmauer bis zu 8 cm aus dem Lot geraten. Das darüber befindliche Fachwerk ist zum Glück noch so stabil, dass es, bis auf kleine Risse im Putz, noch zu keinen weiteren Schäden gekommen ist. Die unteren Balken (Schwellen?) sind im Gegensatz zum restlichen Fachwerk (Nadelholz) offensichtlich aus Eiche und in guter Verfassung.

Die rechtliche Seite ist zwischenzeitlich ausführlich behandelt und wir gehen davon aus, dass es in Kürze hier auch zu einer Klärung kommt. Daher müssen wir jetzt an die Behebung des Schadens gehen.

Nun zu meiner Frage. Wir haben uns bereits mit mehreren Fachleuten vom vereidigten Sachverständigen bis zum Alleskönner-Heimwerker unterhalten und fast jeder hat eine andere Idee für die Schadensbeseitigung. Diese gehen von Neuaufbau der Sandstein-Grundmauer über Ersatz durch eine Stahlbetonwand über innen vorgesetztem Stahlgerüst bis hin zu Unterspritzung mit Kunststoff zur Bodenstabilisierung (Uretek-Verfahtren). Da wir nun ziemlich unsicher sind was zu tun ist bitten wir um Meinung der erfahrenen Forumsmitglieder.

Vielen Dank im Voraus

Uta und Dietmar



Auf jeden Fall



muss als erste Massnahme eine Abstützung des Erdgeschosses im Bereich der beschädigten Grundmauer erfolgen. Das sollte eigentlich bereits erfolgt sein. Dann muss der Aussenbereich freigelegt werden, ein neues Fundament hergestellt werden und die zerstörte Mauer ersetzt werden. Irgendwelche Injektionen mit Kunstharzen sind hier der falsche Lösungsansatz.
Auch vorgesetzte Hilfskonstruktionen aus Stahl oder Stahlbeton sind wohl der falsche Weg.
Auf jeden Fall sollte hier ein altbauerfahrener Statiker hinzugezogen werden.
MfG
dasMaurer



Grundbruch



Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.
Ich hoffe, diesen thread lesen alle die Fragesteller, die sich immer wieder mal als Kellervertiefer hier geoutet haben!

Viele Grüße



Es ist sehr schwer



aus der Ferne, ohne das Problem gesehen zu haben hier eine Stellungnahme abzugeben.
Bodenverbesserungen durch Injektionen sind sicherlich eine Möglichkeit, aber ich würde die Variante von Ulrich Warnecke auch vorziehen.



Grundbruch !



Sehr geehrter Herr Balinger,

die Vielzahl der hier von Fachleuten vorgestellten Möglichkeiten mag Ihnen veranschaulichen, daß nicht nur eine einzige Möglichkeit die richtige sein muß.
Sicherheit hat höchste Priorität, soweit muß ich Ulrich Warnecke zustimmen. Aber ich nehme mal an, das haben Ihnen die Sachverständigen auch schon gesagt und Sie sind deren Rat gefolgt.
Was soll aber an der Wiederherstellung eines tragfähigen Bodens durch Injektionen verkehrt sein ? Auf jeden Fall sparen Sie sich eine Menge Erdbewegungen.
Alles weitere können die Leute vor Ort besser beurteilen.

Mit freundlichen Grüßen



Exitus



Hallo Herr Bahlinger,

folgen Sie dem Rat von Herrn Warnecke: Erfahrener Statiker => neues Fundament.
Alles andere wird den Exitus vermutlich nur heraus zögern.

Gruß aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer



Kellervertiefer



Hallo Uta und Dietmar,
Na , Sie scheinen ja gute Nerven zu haben.
Wenn es so ist wie es dargestellt wird, muß man fragen:
Steht Ihr Haus noch , oder schwebt es schon?
Ihr Vertrauen in die Eichenschwelle halte ich für sehr patriotisch.
Was sagt denn der vereidigte Sachverständige?
Holen Sie einen Zimmermeister, der Ihr Haus abstützt.
viel Grüße



erstmal..



vielen Dank für die Antworten. Natürlich haben wir den betroffenen Bereich mit einer Notunterstützung abgestützt - hatte ich gestern abend nur vergessen zu schreiben.

Wir machen uns nochmal auf die Suche nach einem erfahrenen Architekt/Statiker. Vielleicht hat ja jemand einen Tip im Raum Stuttgart/Esslingen/Reutlingen.

Vielen Dank.



Die...



...drei Lisenen (vorne die erste neben dem grauen Micra) habe ich ebenfalls eigenmächtigen "Freibuddelungen" der Vorbesitzer zu verdanken. Es ging damals um den Anschluß an die Kanalisation. Unter jeder Lisene ist noch unsichtbar ein 3 Kubikmeter Betonriegel bis auf die schwäbische Alb. Optisch finde ich sie mittlerweile ganz witzig, aber nötig wäre es nicht unbedingt gewesen...

Gruß Patrick.



Auf den ersten Blick..



dachte ich schon das wäre unser Häusle. Offensichtlich war damals auf der anderen Seite des Tals der gleiche Baustil angesagt.

Nebenbei tröstet es mich ein bissle, dass wir mit diesem Problem nicht ganz alleine sind.

Grüße
Dietmar



Hatte deine Frage nach einem Tip übersehen...



...ich könnte dir mal meinen Bauleiter empfehlen. Er hat Altbauerfahrung und die Lisenennummer ist gemeinsam mit einem Tiefbauer entstanden.
Er ist Bauingenieur und Statiker. Hat schon so wilde Dinge wie "einen Gewölbekeller ausbuddeln, sichern und am Stück ins Freilichtmuseum bringen" gemacht.

KAZMAIER und TEAM GbR
Ingenieurdienstleistungen für Bauwesen
Gutenberger Str. 45, 73252 Lenningen
Tel. 07026.3710990, Fax 07026.3710998

Sag ihm einen Gruß von mir und das ich ihm die Anfrage eingebrockt habe, harhar.

Gruß Patrick.