Was ist das? Hausschwamm, Schimmel oder nur Wasserränder???

16.08.2009



Habe mal ein paar Bilder vom inneren des Hauses und vor allem des Daches gemacht und würde gerne wissen, ob das nur ein normler Schaden durch Feuchtigkeit ist oder eventl. mehr.

Außerdem würde mich interessieren, on Schwamm oder Schimmel oder was auch immer die "Kraft" hat einen Dielenfussboden im Erdegeschoß (kein Keller darunter) anzuheben, da der Flurbereicht total "hügelig" geworden ist. Das Haus ist seit 20 Jahren nicht mehr bewohnt.

Bin für alle AQntworten dankbar!



Was ist das ?



Hallo,

nur nach dem Bild zu urteilen, ohne weitere Einddrücke: nicht eindeutig.
Möglich ist aber auch ein alter Brandschutzanstrich. In diesem Fall bitte unbedingt eine Probe Materialprobe auf Asbest und Schwermetalle machen lassen.

Den Boden kann eigentlich nur gefrorenes Wasser = Eis so auftreiben, wie Sie es beschrieben. Kein Wunder bei 20 Jahren leerstand.

Grüße



Brandschutzanstrich



wäre möglich in größeren Städten wegen Krieg/Brandbomben, so üblich gewesen in Chemnitz, möglich aber auch nur ein Weißkalkanstrich für einen "freundlichen" Boden - darauf würden (auf dem Foto nicht eindeutig zu erkennen) die weißen Dachziegel und die weiße Giebelwand hindeuten. Hausschwamm würde ich nach dem Foto ausschließen - dann wäre wohl auch das Dach schon eingebrochen......



Was ist das ?



Die Brandschutzanstriche mit toxischen Rezepturen finden sich auch schon in Gebäuden des 18.Jahrhunderts, waren also nicht immer kriegsbedingt.

Grüße



Brandschutzanstrich



sind durchaus eher möglich gewesen, doch dann seltener auf dem "Land" - deshalb wäre die Frage nach der Baustandort wichtig. Mal sehen, was der Sanierer schreibt ....



Ein weiteres Bild



Vielen Dank für die Antworten soweit, auf einen Brandswchutzanstrich bin ich nicht gekommen. Das Dach ist zu DDR Zeiten neu gedeckt worden mit Betonziegeln, soweit ich das erkennen kann.

Die Lage ist in Brandenburg am Stadtrand zu Berlin.



dann könnte (!)



es Weißkalk sein, der aufgestrichen oder gespritzt wurde. Kontrolliere mal, ob es ungeweißte Stellen gibt, die für einen Pinsel oder Sprühstrahl schwer zu erreichen sind (Risse, verwinkelte Stellen.....), das könnte meine Annahme bestätigen. Sicherheit bringt aber nur eine genaue Untersuchung. (Abkratzen und zu einem Chemielehrer - bei Kalk würdest Du sicher eine Antwort bekommen - wenn er weiss, nach was er untersuchen müsste.



und die Frage zum Boden?



Lieber "Sanierer",
die bereits eingegangenen Antworten beschreiben richtig, dass Reste eines Belags an den Dachhölzern sichtbar sind. Das können Kalkanstische oder mit anderen Brand-/Holzschutzmitteln versetzte Kalkanstriche, Brand-/Holzschutzmittel ohne Kalk oder Salzausblühungen z. B. aus den Dachdeckungsmaterialien sein. Hier wäre also eine Laboruntersuchung auf gängige HSM-Alteinträge und evtl. Branbdschutz-Alteinträge sinnvoll. In diesem Zusammenhang eine Frage an Hr. Beckmann: Sind Ihnen schon Brandschutzanstriche mit Asbest an Holzdachstühlen untergekommen. Das Thema interessiert mich.
Die Zweite Frage zielt auf den Holzboden über Erdreich. Wenn ein Holzboden "hoch kommt". Hat er in der Regel zu viel Feuchtigkeit abbekommen. Zu viel Feuchtigkeit kann Pilze am Holz wachsen lassen. Pilze selbst bedingen erst einmal nur wenige Verformungen, aber einen drastischen Festigkeitsverlust. Ist das Holz noch stichfest, finden sich typische Schadensbilder einer Braunfäule oder einer Weißfäule? Nach der Beschreibung gehe ich davon aus, dass selbst wenn (noch) kein Pilzschaden vor liegt, der Boden aufgenommen werden muss und die Feuchtequelle beseitigt werden muss. Mit freundlichen Grüßen Ulrich Arnold



@Ulrich Arnold



Guten Morgen Herr Arnold,

ich hatte mal im Internet ein historisches Rezept für Brandschutzanstriche aus dem 17.JH gefunden. Finde es aber jetzt nicht mehr.
Den Verdacht auf Asbest hatte ich einmal in einem barocken Dachstuhl in Düsseldorf. Da der Käufer das Objekt aus vielen Gründen aber nicht haben wollte, unterblieb damals auch die Untersuchung.

Mit freundlichen Grüssen



Gefunden...



wo ? natürlich hiervon Thomas Lingl:


Brandschutz anno dazumal
Hab da auf die schnelle nur einen kleinen Beitrag gefunden.
aus Carl Koch, Grosses Malerhandbuch, 10. Auflage 1953 :
3.Die Feuerschutztechniken
Für diese Techniken kommen nur mineralische Farbstoffe und Bindemittel in Frage. Dabei werden die mit dem mineralischen Bindemittel (Wasserglas) gebundenen Farbstoffe nebst Zusatz von Asbest oder Kieselgur ein- oder auch zweimal auf den vor dem Feuer zu schützenden Holzuntergrund satt aufgetragen. Das Bild 277 zeigt die feuerschützende Wirkung eines mit Wasserglas gebundenen Anstrichs. Das Brett ist zur Hälfte auf der linken Seite zweimal mit einer Farbe, bestehend aus einem Teil Kreide, einem Teil Lithpone, einem halben Teil Asbestpulver und einer entsprechenden Menge Wasserglas, gestrichen. Das Brett wurde dann eine geraume Zeit über die eine große Hitze entwickelnde Gasflamme eines Gasherds gehalten. Wie ersichtlich, ist das Holz sogleich verkohlt und bei dem Versuch auch in Brand geraten. Die Feuerschutzfarbe auf der linken Seite hat der Hitze widerstanden.
Andere Imprägniermittel für Holz gegen Feuer sind Chlorkalzium, Eisenvitriol, Kupfervitriol und Chlorzink. Gardinen, Dekorationen und leichte Kleiderstoffe werden mit Lösungen von schwefelsaurem Ammonium, wolframsaurem Natrium, Borax, Bittersalz und Wasserglas imprägniert. Auch Cellonlacke wirken in gewissem Umfang feuerhemmend.
Maler- und Lackierermeister | Thomas Lingl | 29.09.08
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Grüße



Danke



Hallo, danke für das Zitat mit dem Rezept. Sehr empfehlenswert ist auch, wenn mal antiquarisch zu bekommen: Metz, Ludwig: "Holzschutz gegen Feuer" VDI-Verlag Berlin 2. Aufl. 1942 Mit freundlichen Grüßen Ulrich Arnold



Vielen Dank



für Eure Kommentare und Anregungen. Ich werde mir das nochmal genauer ansehen und vielleicht doch mal einen Schkundigen hinzuziehen.

Melde mich dann wieder.
Gruß