Kondeswasserproblem - gedämmte oberste Geschossdecke

06.01.2012



Hallo zusammen,

Ich habe folgendes Problem. Diesen Sommer haber wir die oberste Geschossdecke (Zimmerseitig verputzt, darüber Heraklith, Schüttung/Glaswolle, Dielenbretter) gedämmt. Von den Zimmern her sollte alles Luftdicht sein. Auf den Dielen wurde eine Dampfbremse verlegt, diese jedoch nicht verklebt sondern mit 50cm Überlappung verlegt. Die Dampfbremse wurde an den Stützbalken 20cm nach oben gezogen, sie endet also an der Oberkanteder Dämmung. Dämmmaterial sind 20cm Styropor (2x10cm), mit Versatz verlegt, darauf dann OSB-Platten verleimt.

Nun durfte ich feststellen das es rund um die Stützbalken herum unterhalb der Dampfbremsfolie zu einer Kondenswasserblidung gekommen ist. Daraufhin habe ich mir das mal näher angesehn und an einer 30x30cm großen Stelle neben einem Stützbalken die Dämmung geöffnet. Der Dielenboden war trocken, lediglich am Balken kommt es zur Kondeswasserbildung und dies auch nur an den letzten 5-10cm der Dampfbremsfolie.

Ich muss dazu sagen das die Dampfbremfolie zwar eng am Balken anliegt, jedoch nicht verklebt wurde.

Was könnten die Gründe für diese Kondeswasserbildung sein?

Es kommt i.ü nicht an jedem Balken zu diesem Problem.



habe



ich es richtig verstanden: Auf der Decke liegt Dielung und darauf nochmals Dämmung 20 cm Styropur zwischen 2oer Balken ?

De Fehler liegt darin, daß die Feuchtigkeit zwischen Balken und Folie bis in den Kondensbereich vordringen kann (oberer Teil der Dämmung)!
Man hätte die Folie (es war wohl eine nachträgliche Dömmung) auf die Dielung vollständig auflegen sollen. Wobei die Styropur-Variante ohnehin nicht die glücklichste ist.
Im Detail könnte man nur arbeiten, indem alle Stöße verklebt werden und die Folie am Stützbalken unten mit Folienkleber und Preßlatte angeklebt wird, der Balken aber selber dann von Folie befreit wird. Eine Entspannung der Dämmung zwischen OSB und Styropur wäre auch angeraten (Querlüftung).
Plan B wär ein Neuaufbau, aber das kommt wohl nicht in Frage...



Nein, da habe ich mich wohl missverständlich ausgedrückt...



..., der Deckenaufbau sieht vom OG her in etwa so aus:

Putz
Heraklith
Balken
Zwischenräume gefüllt mit Schüttung / Glaswolle
den begehbaren Abschluss bilden bündig verlegte Holzdielen

darauf kam dann die Dämmung:

Dampfbremsfolie überlappend verlegt - nicht verklebt - an Vorder- und Hinterseite des Hauses sowie an sämtlichen Balken wurde die Dampfbremsfolie Wannenförmig bis Oberkannte Styropor/OSB hochgezogen und bis Ende Dachschräge (Fußpfette?) verlegt. Weder die Dampfbremsfolie noch das Styropor schließen an der Fußpfette zu 100% bündig ab.

Darauf dann die zwei Lagen Styropor.



Wer hat Ihnen diesen Aufbau empfohlen?



Die Dampfbremse gehört eigentlich zwischen Heraklith und Schüttung und nicht auf den Dielenboden.
Sie haben nun einen sehr ungünstigen Fall geschaffen eine Dampfbremse gehört nicht zwischen zwei aufeinanderfolgende Dämmebenen.
Dazu, dass die Bremse weder an den Stössen, noch an den Anschlüssen verklebt ist, somit findet an den Pfosten eine Konvektion statt.

Ob sich die Situation verschlimmert oder nicht kann ich aus der Ferne nicht beurteilen.

Grüsse



...



Ob das auf was da nun verputzt wurde tatsächlich Heraklit ist möchte nicht 100% sagen, von meinen Großeltern bekomme ich nur die Aussage das es sich um so etwas ähnliches handelt, auch die Aussage "Strohänliches Gewebe das dann verputzt wurde" viel. Die Schüttung scheint nur scheint aus allem möglichem Geröll zu bestehen, sporadisch auch aus Glaswolle.

Die Dampfbremsfolie wurde bis an die Fusspfette heran gelegt und ragt (da die Unterkante der Fußpfete in etwa Dieleneben ist)über diese hinaus.

Ich habe heute ein 1m breites Stück Dämmung an der Fußpfette entlang herausgeschnitten und musste feststellen das auch dort sich unterhalb der Dampfbremsfolie Feuchtigkeit ist. Der Dielenboden ist Staubtrocken.

Lässt sich das Problem beseitigen indem eine saubere Verklebung der Dampfbremsfolie entlang der Fußpfette und um die Stützbalken (etc) herum stattfindet?





Hallo Herbert,

wieviel Glaswolle ist bei deinem Deckenaufbau unter der Dielung verbaut? Ist das eine Dämmschüttung oder Altbestand?

Gruß aus Berlin



...



Hallo Stephan,

Die Schüttung ist Altbestand und hat wohl keinerlei (Wärme-) dämmende Wirkung. Bezüglich der Glaswolle müsste ich mich nochmals erkundigen, ich denke diese wurde sporadisch hier und da mal eingesetzt wohl eher Resteverwertung.

Ich hoffe das Problem lässt sich beheben ohne die gesamte Dämmung entfernen zu müssen (die OSB-Platten auf dem Styropor wurden verleimt...).

Herrje, ich hätte damals weitere Meinungen einholen sollen.

Danke für eure bisherige Hilfe! Sollten weitere Informationen oder Bilder nötig sein gebt bitte bescheid.



Ich denke mal,



bei einer Verklebung der Folie mit den Fußpfetten und Pfosten dürfte das Problem behoben sein.
Am Einfachsten mit einer Kleberaupe aus der Kartusche oder von der Rolle (Siga Primur-Rolle).

Viele Grüße



und



auf alle Fälle die neue Dämmebene über der Dampfbremse entspannen durch eine Querlüftung. Wenn die OSB aber auf dem Styropur satt aufliegt, wären wohl Bohrungen in die OSB notwendig, da diese ja wiederum eine Bremse darstellt un die durch Schadstellen und stöße dringene Feuchtigkeit in der Dämmebene gefangen hält = Kondensat!
Du musst Dir klar sein - Feuchte Raumluft kondensiert an kalten Baustoffen: also muß die Luftfeuchte furch die Dampfbremse gehindert werden, in die Dämmebene einzudringen, denn dort ist dann irgendwo der Bereich (etwa 10°C), wo die Feuchtigkeit sich als Kondensat niederschlägt - u nd nicht mehr fortkommt. Brillenträger kennen diesen Effekt, wenn sie mit einer kalten Brille von draßen ins Haus kommen.



...



Hallo Herbert,

meine Frage bezüglich Schüttung und Stärke der MIWO ging in Richtung der Antwort von Th. Kehle. Grundsätzlich ist dem zuzustimmen das die Lage der Dampfbremse erstmal suboptimal ist. Auf Grund der großen Dämmstärke oberhalb der DB könnte das mit dem Taupunt aber noch klappen. Du schreibst ja selber, daß ansonsten die Folie trocken scheint.

Dein Problem mit der Feuchte mag demnach in der Tat von den fehlenden Randverklebungen herrühren. Selbst wenn der Deckenverputz von unten dicht scheint, es kann trotzdem noch Luftzirkulationen innerhalb der Decke geben. Z.B. wegen Undichtigkeiten nach Außen im Bereich der Balkenauflager. Die zirkulierende Luft kann sich dann auf Ihrem Weg durch die Decke erwärmen und dabei eindiffundierende Feuchte aufnehmen. Letztere schlägt sich dann bei Abkühlung an den Austrittsöffnungen (Stützbalken) als Tauwasser nieder. Eine Verklebung der Folie möglichst weit unten (siehe Olaf) könnte das Problem evl. lösen.

Trotzdem! Es kann dabei auch passieren, daß sich dann das Tauwasserproblem nur von den Stützbalken weg hin zu den Blakenköpfen (Auflager) der Deckenbalken oder anderen Undichtigkeiten verschiebt. Je nachdem ob sich mit der Verklebung die Luftbewegung in der Decke erübrigt oder nicht. Ob das kritish werden kann ist von hier nicht zu sagen! Weiß nicht wie andere das sehen?

Gruß aus Berlin.