Grube verfüllen und Boden aufbauen

04.07.2020 der_Daniel


Grube verfüllen und Boden aufbauen

Sehr geehrtes Fachwerk Forum, gerne möchte ich mich vor meinem ersten Beitrag kurz vorstellen.

Meine Name ist Daniel, ich bin 31 Jahre alt und komme aus einem kleinen Dorf in Niedersachsen.
Letztes Jahr haben wir, meine Freundin und ich uns unseren Traum vom Eigenheim erfüllt und uns ein kleines
altes Einfamilien Backsteinhaus gekauft (Bj. 1938).

Auf dieses Forum bin ich durch Recherchen zu Bau Tips und alten häusern aufmerksam geworden.
Ich hoffe Ihr könnt mir bei Folgenden Fragen und/oder Problemen etwas Hilfe geben.

An unserem Haus befindet sich ein Anbau, der früher als Stall genutzt wurde.
Probleme bereitet in diesem Raum der Fußboden.
An einer Stelle des Raumes Bildet sich immer ein nasser Fleck auf dem je nach Raumtemperatur mal mehr oder weniger Wasser steht. Mal sieht an dieser Stelle der Boden nur feucht aus und mal steht eine dünne Wasserschicht auf dem Boden.

Wir haben herausgefunden das sich unter dieser nassen Stelle eine alte Grube für die Auscheidungen der Tiere die hier gehalten wurden befindet.

Es gibt außen am Haus eine Luke über die ich einen Blick in die Grube werfen konnte.
Von der Größe ist die Grube vergleichbar mit einer Grube die für Kfz Reparaturen verwendet wird.
Die Wände sind grau verputzt und es liegt etwas Bauschutt unten drin.

Ich habe den Boden in dem alten Anbau auf der Hälfte aufgestemmt.
Die erste Schicht war eine dünne Estrichschicht, darunter dünn Sand und darunter eine dünne Betonschicht.
unter dem Beton kommt Sand und Erde.

Gerne möchte ich den Boden in diesem raum erneuern und den Raum als Hobby Werkstatt nutzen.

Der Plan vor der Bodenerneuerung ist es, die alte Grube von oben aufzustemmen und zu verfüllen.
Durch die kleine Luke außen am Haus ist es nicht möglich die Grube richtig zu füllen und das Füllmaterial zu verdichten.

Ich habe schon einiges gelesen und mir Meinungen eingeholt.
Selbst wollte ich den Boden in der Grube mit Löchern versehen damit eventuelle Feuchtigkeit/Wasser ablaufen kann.
Im nächsten Schritt wollte ich die Grube schichtweise mit Schotter auffüllen und diesen verdichten.

Zu diesem vorhaben habe ich mi viel Kretik angehört und mir sagen lassen ich solle die Grube einfach mit Sand auffüllen. Begründen konnte wo Vor-bzw. Nachteile liegen das leider niemand.

Ich hänge ein paar Bilder an damit Ihr Euch einmal selbst ein Bilder der Sitiuation machen könnt.
Dieses Thema wurde bestimmt auch schon X Mal behandelt, ich möchte die Arbeit einfach richtig ausführen und auch verstehen warum so vorgegangen wird wie es am sinnvollsten ist.

Handwerklich traue ich mir einiges zu und zwei linke Hände habe ich auch nicht.

Danke fürs lesen und Tips

Gruß Daniel



Boden 2


Boden 2

Boden2



Boden


Boden

Boden3



Boden


Boden

Boden4



Boden


Boden

Boden5



Boden


Boden

Boden6



Boden


Boden

Grube



Boden


Boden

die untere Stufe ist der Anfang der Grube



Boden


Boden

Erste Schicht nach dem Estrich



Moin,



der nasse Fleck beruht darauf, dass der Boden im Bereich der Grube kühler ist als der Rest und zwar so kühl, dass es zum Tauwasserausfall also Kondensat kommt. Du kannst natürlich die Gruben mit Sand oder Schotter verfüllen, aber wozu?
Wie wäre es denn einfach mit einem gedämmten Estrich?



nebenbaustelle



das hat zwar mit dem Boden nur bedingt was zu tun, aber in ehemaligen Stallungen besteht häufig eine starke Gülle und damit Salzbelastung, auch im Mauerwerk. Und mir scheint im Mauerbereich hinter der Grube auch die Farbe abzublättern bzw. feucht zu sein - liegt es am Foto oder ist es so ?





Guten Morgen und danke für die schnellen Antworten.

Die Grube verfüllen wollte ich weil man mir sagte das es zwingend erforderlich sei weil ich sonst die Feuchtigkeit nicht in den Griff bekomme.

Grundsätzlich war es mein Plan nachdem ich den alten Boden entnommen habe eine Betonbodenplatte mit Armierung zu gießen. Darüber wollte ich Jackodurplatten und eine Folie gegen Feuchtigkeit auslegen und einen Nutzestrich aufbringen.

Ich hoffe das ist nicht ganz falsch.
Selbst habe ich leider im Bereich des Bauens nicht wirklich viel Erfahrung. Ich bin Kfz Techniker und am Thema Haus, Altbau, Fachwerk und historischen Baustoffen sehr interessiert.

Ihr habt aber Recht, an der Wand die an die Grube grenzt fehlt etwas Farbe und die Wand fühlt sich kühl oder etwas klamm an wenn ich mich nicht täusche.
Diese Wände sind mit einem Sandartigen Putz überzogen und wenn ich das richtig sehe befinden sich dahinter Porenbetonsteine.
Auf den angehängten Bildern kann man im unteren Wandbereich Klinker sehen mit einer Schicht Teerpappe.

Auf der anderen Seite der Stallwand an der die Farbe fehlt/abblättert befindet sich ein kleiner Raum der als Seiteneingang genutzt wird.
In diesem Seiteneingang ist der Boden gefliest und die Wände sind verputz,Bilder hänge ich mal mit an.

Den Seiteneingang haben wir erstmal so übernommen wie er ist und außer die Wände gestrichen nichts verändert.





Wand Seiteneingang



Erfahrungen mit Güllegruben



wir hatten bei 2 Häusern solche Güllegruben und haben jeweils unterschiedliche Erfahrungen gemacht.
Bei einer Grube haben wir den Boden durchstoßen und dort durch unterschiedliche Grundwasserhöhe ( altes Flußbett) immer mal wieder Wasser drin stehen. Zudem war das Grubenmauerwerk stark versalzt, sodaß die Feuchte bis ins angrenzende EG gezogen ist. Dort habe ich die gesamte Grubenwand ( Ziegel) abschnittsweise ausgetauscht- seitdem ist die Situation verschwunden.
Die andere Grube in einem Bauernhaus diente als Schweinestallgrube, umbaut mit Bruchsteinen. Dort habe ich nur ( nach dem Reinigen mit dem Kärcher) den Verputz, der mit angegriffenem Bitumenanstrich versehen war, abgeschlagen und die Grube mit mineralischem Abrißmaterial verfüllt, eine Folie im Raum ausgelegt und eine 5 cm Sauberkeitsschicht aus Magerbeton ( 1:5) eingebracht und dann weiter aufgebaut. Seltsamerweise war dort das angrenzende Bruchsteinmauerwerk kaum versalzt.
Weiteres Augenmerk solltest Du auf die "Luke" außerhalb richten. Das waren die Öffnungen, durch welche die Gruben entleert wurden. Die solltest Du wirklich gut und wasserdicht verschließen, damit dort von außen kein Wasser in die ehemalige Grube läuft.
Also, ob Du nun die Grube verfüllst oder nicht, mußt Du vor Ort entscheiden. Wichtiger finde ich, das möglicherweise versalzte Gemäuer der Grube zu entfernen.
Die Bitumenschicht in der Wand ist eine Horizontalsperre, es ist gut, das die schonmal da ist.



Boden über Güllegrube



Wenn in der Grube kein Wasseranstau möglich und der Boden darüber tragfähig ist genügt prinzipiell eine Abdichtung und Dämmung darauf.
Außenluke gegen Wassereintritt und gegen das Eindringen wärmerer Außenluft und in der Folge Kondensatenstehung dicht verschließen.





Nabend!

Leider geht es nur schleppend voran, nach Feierabend schafft man nicht immer ganz so viel.

Mir lässt die Sache mit der Grube irgendwie keine Ruhe. Ich stemme die 2te Bodenhälfte auch raus
und verfülle die Grube bevor wir eine neue Bodenplatte gießen.

Von außen hat man keine Möglichkeit die Grube richtig zu verfüllen und das Material zu verdichten.......und den vorderen Teil der Grube habe ich von innen ja nun auch schon freigelegt als ich die erste Bodenhälfte entfernt habe.

In der 2ten Bodenhälfte liegt eine Folie gegen Feuchtigkeit über dem Klinker. Die Klinkersteine scheinen feucht/nass zu sein.

Ist das normal das die Steine unter der Folie feucht sind?



Grube



Absolut üblich, da Feuchtigkeit von unten eindringt und nach oben nicht abtrocknen kann