Jauchegrube zuschütten

08.06.2006



Unser hochmodernes Haus verfügt natürlich über ein Plumpsklo.
Die eigentliche Grube befindet sich vor dem Stall, die Gülle usw. aus dem Stall wurd über einen "Tunnel" unterirdisch aus dem Stall in die Grube befördert (clerver!). Das heißt der Stall ist untertunnelt und die Grube muss zugemacht werden.

Da ja Teile des Stalls ausgebaut werden möchten würde ich gerne wissen ob ich beim Zuschütten was zu beachten habe z.B. mit was ich diese Löcher aus bautechnischer und gesundheitlicher Sicht am besten stopfe. Die Grube ist im übrigen mittlerweile trocken, es steht keine Gülle oder Sonstiges darin, ich traue mich jedoch bisher nicht da runter zu steigen wegen eventueller geruchloser Gase.

zu dem "mistigen" Gewölbe ein Foto:

vielen Dank für die Hinweise

Sabine Gottstein



mit grobem Schotter oder



grobem Drainagekies (auch Filterkies,ohne Feinsandanteile genannt) würde ich die Jauchegrube zuschütten.
Keinesfalls dürfen da organische Stoffe wie Stroh, Strohhächsel etc rein (Schimmelgefahr mit anschließendem Hausschwamm!!)



Bodenplatte öffnen



oder die Seitenwände einreissen!
Damit kann man sicherstellen, dass die Grube nicht ungewollt zum Wasserspeicher wird - auch wenn sie mit groben Materialien zugeschüttet wurde!
Der Deckel der Grube muss in der Regel sowieso komplett entfernt werden - je nach Grösse und Tiefe der Grube verflüchtigen sich Restgase dann von alleine. Dann mit 'nem kräftigen Stemmhammer reingehüpft und den Boden ordentlich zerkloppt - ein paar Löchlein reichen meisst nicht aus, die setzen sich schnell wieder zu!
Wenn dann derart ein funktionierender Ablauf geschaffen ist, entsorgt man zunächst seinen Bauschutt schichtenweise in die Grube. Dazwischen kommt immer wieder eine Lage feineres Material, um Hohlräume in der Verfüllung zu vermeiden. Zwischendurch immer mal gut festrütteln.
Am Ende ist immer noch massig Bauschutt übrig und man muss doch zur Deponie fahren - Mist!



Thema: Verfüllen mit Bauschutt



wie ich schon gewarnt habe, muß der Bauschutt hier sorgfältig getrennt werden:
also kein Gips, keine Tapeten, keine Strohlehmbaustoffe etc...



Ergänzung: was auch nicht in die Grube soll



sind Baustoffe, die viel Feuchtigkeit kapillar speichern und lange festhalten können (z.B. Blähton,Liapor,Perlite, Bims o.ä.) Vor vielen Jahren hat sich darin mal bei einem Sanierungsprojekt ein Hausschwammpilzgeflecht sehr gut entwickelen können.



Vielen Dank!



Was halten Sie von dieser Vorgehensweise:

-organisches Material rausschaufeln

-Bodendecke öffnen(soweit überhaupt vorhanden- ich bezweifel dass die Grube dicht ist weil so grob gemauert wurde)

-"Lüften"

-grobe Reinigung ohne viel Wasser
(ich mag nicht durch den "Kärcher" ordentlich Feuchtigkeit ins Gemäuer pumpen die ich dann später wieder rausziehen muss).

-Verfüllen mit kapillarbrechenden Kies.
Kann ich die bröckeligen Biberschwänze vom Dach nehmen oder sind die eher die schlechtere Wahl zum Verfüllen?

Damit wäre das große Loch zu.

Was mache ich mit dem Tunnel? Der ist anfangs 90 cm hoch und wird dann immer niedriger (anscheinend)

Da kann ich schlecht jemanden auf dem Bauch liegend mit Grubenlampe auf dem Kopf Kies in alle Ecken bis zur Decke schaufeln. Es wir immer einen Zwischenraum zum Stallboden geben
Ist es hier sinnvoll einfach Zement auf den Kies zu Pumpen?

Um den Tunnel von oben dicht zu machen müsste ich den Stallboden (der an dieser Stelle mit Estrich zugeschmiert ist) und das Gewölbe des Tunnels aufstemmen. Statik?!

Wie erreiche ich das über und in dem Tunnel
a) nix schimmelt
b) keine Salze, Ammoniak oder doch noch irgendwelche Gerüche in unseren späteren Wohnraum kommen?
c) die Statik im Stalltrakt nicht irgendwann durch ein bröckeliges unterirdisches Gewölbe leidet? (Zement reinpumpen?!)

Fragen über Fragen :-)

liebe Grüße

Sabine Gottstein



Fragen über Fragen, Frau Gottstein,



bald wird auch meine gratis-Beratung hier im fachwerk.de ein Ende haben. Zum Abschluß meiner gratis-Beratungen für Sie hier noch ein gratis-Tip:
ja, Sie können die alten Biberschwanzziegel in der Grube entsorgen.



Danke!!



... für den Gratis Hinweis!! :-)



Wie lang ist denn der Tunnel?



Ich hatte auch mal eine kleine Grube ausserhalb des Hauses, die von innen 'befüllt' wurde. Die 'Zuleitung' ging tunnelartig duch die Grundmauer durch, war allerding nur so 1m lang. Zum grossen Teil habe ich das Loch in der Aussenmauer grubenseitug zugemauert und verpresst. Wobei unter mauern hierbei lediglich eine Mischung aus Steinen und Mörtel zu verstehen ist - nicht im Sinne von 'Wand'.
Dabei immer schön mit Schwung den Mörtel von unten nach oben geworfen, dass - so hoffe ich - kein Spalt mehr zwischen Füllmaterial und Decke besteht.

Wenn der Tunnel aber sehr lang ist, wird das natürlich nichts. Ich würde den Tunnel von oben komplett aufbrechen und ordentlich verfüllen und verdichten. Statische Probleme kann ich mir eigentlich nicht vorstellen, es wird hinterher eher besser als vorher.



Glück auf!



Soooo, der Tunnel ist doch nicht so tragisch wie angenommen und der Stall ist nicht komplett untertunnelt sondern nur ein kleiner Teil- etwa 1,50 im engen Teil das konnte ich ohne runterklettern bisher nicht feststellen. Die Jauche wurde über kleinere Kanäle die ab der Türschwelle des Stalls etwa 60 cm tief Richtung Grube verlaufen abgeleitet. Im Stall selbst ist die Jauche über Rinnen bis zur Türschwelle geleitet worden. (ratlose Gesichter der Nachbarn:" was buddelt die denn da rum?? Und dann hängt die auch noch dauernd kopfüber im Gülleloch?! Und macht Fotos?! Und dann schickt sie ihren armen Mann in die Grube") Was man auch tut solte man mit Würde und mit Anstand machen :-))

Die kleinen Kanäle kann ich locker zu machen. Die Grube möchte ich wie schon gesagt "verarzten" aber zusätzlich noch ungelöschten Kalk auf den grob gesäuberten und aufgebrochenen Boden geben. Da dürften dann wohl keine Pest-Erreger mehr leben :-)

In diesem Sinne denke ich dass ich für diese Aufgabe gut genug informiert bin.

Vielen herzlichen Dank noch einmal an alle Beteiligten! Sie sind wirklich spitze!!!