Jugendstilhaus von ca. 1900




guten Abend, liebe Foristen,

eine Frage: Freunde sind Miterben eines Jugendstil-Hauses, mitten im Stadtgebiet.Die Erbengemeinsschaft hat einem Testamentsvollstrecker, einem RA, zugestimmt. Der hat einen Makler mit dem Verkauf des Hauses beauftragt. Dieser Makler hat nun selber das grösste Interesse am Haus und einen Hausschwamm (Spuren von...) festgestellt, der den erwarteten Preis erheblich drücken soll. Ferner hat er sich das haus bereits "reserviert".
Ist das rechtens?
Ein Hausschwamm in einem so solide gebauten Haus, das zwar sanierungsbedürftig ist (Dach muss erneuert werden, E-leitungen, Sanitär,...)), aber ist der Hausschwamm da tatsächlich ein grosses Problem?



Ein Hausschwamm



kann ein großes Problem sein. In einem m vom sichtbaren Befall muss alles Holz ausgebaut und entsorgt werden. dementsprechend auch ersetzt. In 1,5 m vom sichtbaren Befall Putz weg,, Mauerfugen auskratzen, abflammen, Chemie drauf.
Wenn der Anwalt die Bude unbedingt will, halst er sich aus Dummheit entweder ein Problem auf, oder er hat genug Kohle das zu lösen, oder es gibt kein Problem, weil in Wirklichkeit kein Hausschwamm da ist.
Wenn der gute Mann den Hausschwamm anführt, um den Preis zu drücken, würde ich auf einem Holzschutzgutachten von einem zugelassenen Gutachter bestehen.
Ralph Schneidewind



Hausverkauf



Da hier der Verkauf von einer Erbengemeinschaft über einen Testamentsvollstrecker erfolgt dürfte sich der Anwalt an das dafür übliche procedere halten; er beauftragt einen vereidigten Wertermittler. Die Immobilie wird zum Verkehrswert über einen Makler angeboten. Wenn dann der Makler selber kaufen will ist das kein Problem.
Ob, was und wieviel kaputt ist steht dann im Gutachten unter Reparaturrückstau.

Viele Grüße



Ob das rechtlich i.O.



ist, weiß ich nicht. Es liegt in jedem Fall eine äußerst unglückliche Konstellation vor:
Der Makler, der in Eurem Interesse, und auch in seinem (Provision), einen hohen Verkaufspreis erzielen soll, bemüht sich jetzt um einen niedrigen Kaufpreis.

Rein von der Logik und vom gesunden Menschenverstand her sollte die Beauftragung des Maklers zurückgezogen und ein anderer beauftragt werden. Der erste Makler mag dann als Privatier kaufen oder über den "Kollegen".

Um die Schwammgeschichte zu verifizieren und eine vernünftige Preisgestaltung zu finden sollte das Haus von einem neutralen Wertgutachter unter die Lupe genommen werden.

... Kleinstadtküngel...

MfG,
sh



Gutachten



Vielen Dank, Leute, also bestenfalls doch noch ein unabhängiges Gutachten einfordern!
Das Haus ist ein Sandsteinbau, die Zwischendecken sind aus frühem Schlacke-Beton/Eisenträger. Viel Holz ist da, ausser dem Dachstuhl nicht. Da das Dach wohl an mancher Stelle undicht ist, läuft Wässer in die Mauer.
Insgesamt sieht das Haus nicht schlecht aus und man hat auch keine aufgeblühten Stellen....





Ein Makler, der das Objekt selbst erwerben möchte dürfte augenscheinlich kaum noch die Interessen des Verkäufers repräsentieren.

Nach einem unabhängigen Gutachten würde ich – wäre es mein Objekt – den Makler wechseln. Ich kann mir kaum vorstellen, dass bei möglichen Käufern weiterhin gesteigertes Interesse besteht, wenn der Makler bei der ersten Besichtigung vom Hausschwamm erzählt.

Gruß aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer


Des Weiteren glaube ich aber, dass viele anständige und grundehrliche Makler ihr Geld im Schweiße ihrer Angesichter verdienen.



Schwamm



Hallo,

vermutlich wird es doch schon vor Beauftragung des Maklers ein Wertgutachten gegeben haben, oder? Wenn die Gemeinschaft an der Existenz des Schwamms zweifelt wie schon gesagt einen (zweiten) Gutachter beauftragen. Aber wenn da tatsächlich ein Schwamm ist drückt das den Preis tatsächlich ganz gewaltig. Der Schwamm kann (im Gegensatz zu den meisten anderen holzzerstörenden Pilzen) sehr schnell wachsen und auch sehr lange holzfreie "Durststrecken" überwinden. Ich kenne einen Fall da war die Quelle im Keller des Nachbarhauses (und wir reden hier nicht von Reihenhäusern).

Ob das rechtens ist wenn der Makler das zu vermekelnde Haus selber kauft weiß ich nicht, Provision würde ich dafür dann aber definitiv nicht zahlen wollen. Wenn der Preis aber über ein entsprechendes Gutachten abgesichert ist sehe ich da jetzt kein Problem.

Gruß,
Tina



Mein erster Gedanke war auch,



wie Ralph Schneidewind oben schreibt, der Makler rechnet vielleicht nur mit der Dummheit der anderen und behauptet event. nur, es sei Hausschwamm vorhanden, damit Mitbewerber Abstand nehmen und er den Preis drücken kann. Ein (weiteres) unabhängiges Gutachten würde dazu Klärung bringen, was aber wohl zu Lasten der Erbgemeinschaft geht. - Dennoch will ich niemand Unlauterkeit unterstellen.

Ein seit längerem undichtes Dach klingt nicht gut und kann Ursache für vielerlei Schäden sein.
Und wenn der Makler sich Vorkaufsrechte einräumt, dann sollte er nicht erst öffentlich makeln. Dann wäre wohl Auftragsentzug hilfreich.



Ich rate auch dazu,



neu zu sortieren. Werttgutachten von einem auswärtigen Sachverständigen, am besten auch ein anderer Makler. Da wittert einfach jemand viel Geld für wenig Arbeit. Die "Provinzhaie" muddeln auch manchmal ewig an so einem Thema, ich bin immer besser mit größeren überregionalen Maklern gefahren.

Hausschwamm ist im übrigen gut sanierbar.

Grüße

Thomas



Trauerspiel



danke für alle Eure Meinungen - ich habe sie weitergeleitet und sie bestätigen die Zweifel, die schon da waren.
Man wird dementsprechend reagieren.

MfG

Line



Hausschwann



Mit dem richtigen Sachverständigen (ich kenne nur einen, aber ich meine nicht mich) ist die Hausschwammsanierung kein großes Problem. Die meisten haben nur sehr wage Vorstellungen vom Problem Hausschwamm. Es wird viel falsch gemacht, und damit hohe Kosten verursacht.