Stallsanierung

14.06.2011



Hallo liebe Fories!
Ich habe hier einen Stall, den ich umwandeln möchte in einen bewohnbaren und beheizbaren Raum (Kaminofen).

Meine Theorie ist: abschlagen des alten Putzes an den Wänden und der alten Futterkrippen, Reparatur schadhafter Stellen, Verputzen mit wärmedämmenden Kalkputz und Kalkfarbe, Begradigung des Estrich mit Fliessestrich (da streiten sich bei mir noch ein wenig die Geister und ich wäre für Alternativ-Ratschläge dankbar (Lehm/Kalk-Estrich?) Mir gefällt irgendwie die Decke mit ihrem Bögen und den unter der Farbe erkennbaren Ziegelsteinen und eigentlich möche ich diese nur abschrubben und neu Kalken. Ich denke aber, da wird die Wärmedämmung zu kurz kommen. Über dem Stall befindet sich der Heuboden.
Die schwarzen Flecken an der Wand sollen angeblich von dort gelagerter Kohle kommen. Der Stall wurde seit etwa 25 Jahren nicht mehr für die Tierhaltung benutzt. Insgesamt wirkt der Stall auf mich trocken (er riecht auch nicht wie Stall sondern wie ein staubiger Raum). Mir gefallen die roten Ziegelsteine am Boden, ich frage mich, ob man diese so hygienisch sauber bekommt und vielleicht auch noch Oberflächenversiegelt, dass man auf einen Estrich verzichten kann und das der Wohnraumboden wird. Gut, dann wird es nicht so gerade und mit Wärmedämmung ist dann auch nichts. Mein Kopf schwirrt voller Ideen... Was würden Sie tun? Ich bin gespannt auf Ihre Antworten!





Die vermutlich bessere Variante wäre, den Stall Stall sein zu lassen und den beheizbaren Wohnraum auf dem Heuboden darüber aufzubauen. Da kann man auf alle Seiten vernünftig dämmen und Licht hat es auch mehr.
Entweder bleibt das eine Rheumabude, oder von dem, was Dir jetzt daran gefällt, ist nachher nichts mehr zu sehen.





Hallo, ich hätte noch dazu schreiben sollen: Die Fenster und Türen - vom Vorbesitzer zugemauert - sollen alle wieder geöffnet werden, ggf. grösser und mit viel Glasfront. Ich vermute, am Ende wird es wirklich ganz anders aussehen... im Prinzip möchte ich diesen Raum nicht permanent nutzen, sondern zB. als "Gartenzimmer". Der Raum soll ein Verbindungsglied zwischen dem Hofgarten und dem grossen Garten hinter dem Haus sein.



Den Boden...



...sollten Sie unbedingt aufnehmen, und einen konventionellen Bodenaufbau mit Sperrebene bringen. In und unter Ihren Ziegelsteinen lauern mit Sicherheit viele Salze. Die Ziegel würde ich allenfalls im Garten verwenden.

Kalkputz ist nicht nennenswert wärmedämmend. Brauchen Sie überhaupt eine Wärmedämmung, wenn nur ab und zu der Kamin angeworfen wird? Wohl kaum.

Ich würde zu Lehmputz greifen, er bietet 2 Vorteile: Zunächst kann Lehm viele Gerüche (Stallgeruch) binden, und als Opferputz für den Fall einer Salzbelastung der Wände ist er gut geeignet. Lehmputzen macht auch vielen Laien Spaß - Sie haben immer eine 2. Chance, wenn's runterkommt :)

Grüße

Thomas



Moin,



ich würde an deiner Stelle erstmal mit einem Hochdruckreiner durch den Stall durchgehen und gucken was du an Substanz hast.

Über die Salzbelastungen alter Stallwände und mögliche Ausblühungen gibt's hier reichlich zu lesen.

Zwischen "Ziegelboden sichtbar" und Estrich müsstest du dich halt entscheiden.....eine Teillösung wäre ja auch denkbar.

Ich persönlich würde einen geölten Dielenboden mit dazwischenliegender Dämmung favorisieren, mit dem Unterbau liesse sich die Schiefität ausgleichen.

Gruss, Boris



Erfahrungsbericht:



die Vorbesitzerin unseres Hauses hat alte mauerziegel in Küche und einem Wohnraum als Boden verlegt, im Sandbett und mit Sand verfugt. Ist äußerst schlecht sauberzuhalten und natürlich chronisch sandig. Außerdem sind die Ziegel natürlich recht saugfähig, für die Küche enorm ungünstig. Für ein rusitkales Gartenzimmer mag das ganz brauchbar sein, allerdings wäre ich auch wegen der erwähnten Salzbelastung skeptisch - das gibt unschöne weiße Ausblühungen und zieht außerdem Luftfeuchtigkeit an (Salze sind hygroskopisch).

Die Decke würde ich wenn überhaupt eher von oben dämmen, solange da noch Heu liegt gar nicht.



wenn



man die Fenster größer macht, könnte schnell das Widerlager für das Gewölbe dahin sein. So ein Raum ist nur mit viel Wärme gemütlich zu halten, (was im Sommer angenehm sein kann). Den Vorschlag mit dem heuboden solltes Du überdenken und unten einen guten Wirtschaftsraum (Gewölbe, Tiefkühltruhe, Werkbank, Rasenmäher, Garten-WC) einbauen. Auch als Raum für Heizungsanlage wäre er geeigneter. Im so geplanten Wohnzimmer würde Deine Gute wohl immer mit Füße oben und dicker Decke dasitzen. Habe da so eigene Erfahrungen .... unser "Wohnzimmer" ist inzwischen im 1. OG und das große Wohnzimmer wird nur für Gästebewirtung und Abkühlung im Sommer genutzt !





Erst einmal vielen Dank an Alle für die Antworten. Es ist schön, dass man dieses Forum auch für ein "Brainstorming" nutzen kann. Ich bin meiner Idee ein wenig näher... und auch entfernter. Zunächst, der Gedanke mit dem eher kalt bleibenden Raum leuchtet mir ein. Daher werde ich wohl ein "echtes" Gartenzimmer draus machen... Gemütlichkeit für sommerlich-heisse Tage und beheizt auch für die Übergangszeit. Mit den Salzen und Stallgerüchen habe ich mich jetzt auch mehr auseinander gesetzt und denke ich nehme den Boden heraus (lasse ihn herausnehmen). Thomas, Ihr Vorschlag ist gut. Auch der Lehmputz ist sicher eine ganz geschickte Angelegenheit, spätestens dann, wenn er tatsächlich "geopfert" werden muss. Ich überlege mir jetzt, wie ich den Boden tatsächlich mache, auch die Dämmung.

Hallo Olaf, meine "Gute" bin ich selbst ;-) Was die Wärme betrifft: mit einem ca. 7 KW Ofen sollte ich es warm bekommen, wenn ich das Zimmer nutze (wird immer dann sein, wenn mein eigentliches Wohnzimmer zu klein wird für Gäste, oder eben im Sommer, wenn es kühler sein darf.

LG, Simone



dann



viel Spaß beim weiteren planen, liebe Simone.
kalte Füße kennst du ja dann hinreichend, Wenn Fußboden erneuert wird und Heizungssystem des Hauses das zulässt - Fußbodenheizung einplanen. Die 7 kw machen eben nicht den Boden warm. Da ich einen ähnlichen Ofen als Kachelofenluftheizung habe, kann ich diese Erfahrung nur weitergeben.