Bruchsteinmauer erfüllt EnEV - Endlich U-Wert für Bruchsteinmauerwerk bestimmt

05.03.2009



Die Frage hat geplagt: Welchen U-Wert kann man für Bruchsteinmauerwerk (zweischalig, größer 60cm) annehmen?

2.0 W/m²K und höher sind die gängigen Annahmen.

Die Variante:

Bei der Sanierung eines Hauses wurde teilweise eine Bruchsteinwand eingerissen:
Wandstärke: 72cm,
Material: Granit
zweischalig ohne Binder
Mörtelung/Füllung: Lehm, Granitschotter, Luft, ruhend
Innen-Außenputz Kalkputz jeweils 3cm

Beim Abtragen wurden für 1m³ Mauerwerk folgende Werte festgestellt:

Gesamtvolumen: 1m³
Granit(2600kg/m³) 0,44m³ (44%)
Lehm(1500kg/m³) 0,33m³ (33%)
Luft stehend 0,23m³ (23%)

Gesamtgewicht Konstruktion: 1644kg/m³

Die drei Komponenten Granit, Lehm und Luft lagen zwischen Außen- und Innenschale in einem lockeren Gefüge vor. Die Konstruktion war intakt, d.h. es haben sich keine Setzungen mit größeren Hohlräumen gebildet.

Für die Berechnung (z.B. mit http://www.bastelitis.de/u-wert-rechner ) wurde die Konstruktion in ca. 40 Schichten eingegeben. Außen und Innen 6cm Granit massiv, darauf folgend 2cm Lehm und 1cm Luft, dann wieder 2cm Granit und 2cm Lehm und 1cm Luft usw. bis zu einer Wandstärke von 74cm (incl.Putz 2x3cm).

Ergebnis: 0,437 W/m²K

Jetzt noch die einfachste Form einer Dämmanstrengung(u.a. wegen der Oberflächentemperatur Innenwand)- leichte Putze jeweils 4cm (z.B.NHL 5/Hanf außen, NHL3/Hanf innen):

Ergebnis: 0,411 W/m²K


oder "richtige" Dämmputze (0,13W/m²K) jeweils 4cm:

Ergebnis: 0,353 W/m²K


So jetzt sag da mal einer was.

Gruß Martin



Grau ist alle Theorie



Ihr Rechenweg ist mehr als fragwürdig. Bei entsprechender Anordnung von vielen Luftschichten ist das restliche Material ziemlich egal, da kann man alles runterrechnen, fernab von jeder Realität.
Wenn Sie annähernd überschlägig realistische Werte haben wollen, rechnen Sie den U-Wert doch über gemessene Werte zurück (Luftfeuchte innen, Raumtemperatur, Oberfläche Wand innen, Oberfläche Wand außen, Luftfeuchte und Temperatur außen), am besten bei großem Temperaturunterschied von innen beheizt nach außen-frostig).
Viel Erfolg dabei.



Aus Verzweiflung



habe ich es halt mal so versucht. Ich hoffe es kam rüber, daß der vorgeschlagene Weg nicht zu ernst gemeint war. Ernst ist es mir aber mit der Ermittlung der Wärmeverluste für Bruchsteinmauern. Werter Herr Leyh, U-Wert über gemessene Werte zurückrechnen? Hier wäre ich Ihnen für etwas Nachhilfe dankbar, meinetwegen einem Link zu einschlägigen Formeln.
Wollen Sie aber bei der Bestimmung des U-Wertes auf die Definition des Konstruktionsaufbaus verzichten. Sie meinen man kann mit einzelnen Luftschichten "alles runterrechnen", ja welche Wandkonstruktionen haben denn noch so viel stehende Luft fast über den gesamten Querschnitt verteilt?
Machen Sie bitte einen besseren Vorschlag die Konstruktion zu beschreiben.



Mal anders



Rechnen Sie's doch mal "anders rum", nämlich quer:

23% der Fläche Luft, U-Wert ca. 0
44% Granit, U-Wert ca. 2 (?)
33% Lehm, U-Wert ca. 1 (?)

Ergibt also 0.23*0 + 0.44*2 (=0.88) + 0.33*1 (0.33) = 1.21

Erscheint mir doch mindestens genauso realistisch und ist viel einfacher. Ist aber nicht mehr so positiv.

Genauere Material-U-Werte sind ihnen ja bekannt, was kommt raus?

Gruss
stt



grobe U-Wert-Berechnung



Probieren Sie es mal damit:

U= alpha i x delta T1 : delta T2

alpha i = 1 : 0,13

delta T1 = Lufttemperatur innen - Wandtemperatur innen

delta T2 = Lufttemperatur innen - Lufttemperatur außen

Der Temperaturunterschied zwischen innen und außen sollte am besten größer 20 Grad sein, keine Sonneneinstrahlung auf die Wand und am besten auch kein Morgentau.

Falls Sie Bauteile mit vielen Luftschichten suchen, schauen Sie sich doch mal moderne Dämmsteine mit komplexer Lochstruktur an. Da klappt die Dämmwirkung über die definierte Anordnung dünner Luftkammern. Im Bruchsteinmauer sind die Luftschichten ehr zufällig angeordnet und die Störbereiche (hier dann Wärmebrücken) überwiegen

Schöne Grüsse.



Wärmeübergangskoeffizient h (alpha)



ist doch Summe aus ÜPbergang innen und außen - warum unterschlagen, nach Norm 0,04m²K/W).

Auch ist der Wärmedurchgangswiderstand von der Strömungsgeschwindigkeit an der thermischen Grenzschicht abhängig. Die Art der Heizung hat einen wesentlichen Einfluß auf die Ausbildung dieser Schicht. Dem Norm!-wert alpha 0,13 liegt eine Geschwindigkeit von 0,24m/s zu Grunde. Das ist eine Wert, den man mit Konvektionsheizkörpern in Raummittel erreicht. Eine Heizung mit 70% Strahlungsanteil erzeugt wesentlich weniger Turbulenzen in der Raumluft, was wiederum Auswirkung auf die oben bezeichnete Grenzschicht. Eine Strömunggeschwindigkeit von 0,05 m/s nehme ich als Mittelwert aus verschiedenen Versuchen und Betrachtungen
(interessante Lektüre dazu: http://www.ib-rauch.de/bauphysik/formel/warmkoef2.html).

Ich habe in der Ofenbaupraxis viel über die Positionierung eines Ofens im Raum und die Beschaffenheit der Ofenoberfläche in Hinblick auf die Wärmeabgabe gelernt, d.h., ich habe die Möglichkeit mit einem entsprechenden Ofen massive Außenwandoberflächen durch Strahlungseintrag zu temperieren, die Oberflächentemperatur zu erhöhen. (Diese Strahlungsenergie in die Berechnung des Wärmeübergangswiderstandes einzubeziehen überlasse ich jemanden aus dem Forum).


Welche Werte benutze ich also:

Temperaturdifferenz Luft/Oberfläche innen delta T1: 6K
Temperaturdifferenz innen/außen delta T2: 30K
Rsi (innen) (bei 0,05 m/s): 0,22 m²K/W
Rse (außen) (aus Norm): 0,04 m²K/W
Wärmeübergangswiderstände Rse+Rsi: 0,26 m²K/W

alpha (innen und außen) 3,84 W/m²K

U-Wert = 3,84*6/30 = 0,768

Das nun wiederum alles ohne die Einstrahlung außen.


Nun meine Frage: Oberflächentemperatur erhöhen,WIE?(abgesehen von der Heizungsart).


martin