Alte Glaswolle entsoorgen???

22.03.2006 Niederlande



Hallo liebe Leser,

wir haben in unserem Ziegelhaus aus den 40er Jahren heute eine Dachdämmung aus Isoflock eingebracht und uns extra gegen Glaswolle entschieden, weil wir ein gesundes Wohnklima haben möchten. Unsere Decken sind Lehm-Spalierdecken und im Erdgeschoss wurden überall Holzdielen verlegt. So weit so gut. Nun haben wir heute beim Einbau der Terrassentür festgestellt, dass unter den Dielen (möchten wir eigendlich nur schleifen) GLASWOLLE liegt. Nach genauer Recherche stellt sich heraus: Das Zeug liegt im gesamten Erdgeschoss. Die Dielen stammen aber noch aus den 40ern.

Gab es da überhaupt schon Glaswolle???
Und wenn ja, kann man die Dielen nach dem Schleifen so versiegeln, dass da keine Faser mehr durchkommt???

Vielen Dank für die Antworten und herzliche Grüße aus
OWL.

Marianne Witt-Stuhr



Glaswolle 40er Jahre



Bedingt durch die Seltenheit von Häusern aus den 40ern (sind Sie ganz sicher, da war Krieg ?)ist mir sowas nie begegnet. In den 50ern wurde GW aber m.W. verwendet. Abgesehen davon daß die damalige Konstruktionsweise nicht viel nützte, schadet Sie der Gesundheit aber auch nicht, denn die GW spaltet sich nicht- wie Asbest - der Länge nach sondern bricht ganz einfach und ist dann nicht lungengängig.
Über Fugendichtigkeit braucht man sich dann keine großen Gedanken zu machen.

Aus konstruktiven Gründen würde ich allerdings Blähton oder Glasschotter einbauen.

Grüße



Alte Glaswolle



Erstmal vielen Dank für die schnelle Antwort,

das Haus ist 1946 gebaut worden. Das Material befindet sich im gesamten Erdgeschoss. Es gibt ja wirklich viele Infos über die Gefährlichkeit der Wolle vor 1996.(Dann in den Sondermüll...)



Glaswolle ist kein Sondermüll



Es ist völlig ausreichend, sie gut zu verpacken (Plastik-Müllsäcke) und mit dem normalen Müll zu entsorgen. Kommt auch viel kostengünstiger.



Und glaubt den wirklich jemand, dass organisches Material nicht gegen das Faulen geschützt werden muss?



Ob diese Materialien alle weniger Probleme machen?
Ich bin kein Vertreter der Mineralwollen, aber warten wir mal einige Jahre ab.
Wenn nichts fault - prima!
Die Probleme mit Feuchte und Pilzen in allen Materialien sind mir schon geläufig.
Was ist denn Ihrer Meinung nach an der Glaswolle ("dieses böse Zeug") so ungesund?
Und warum sollten denn diese bösen Fasern durch die Dielen wandern?
Ich denke hier wird oft sehr unsachlich argumentiert und mit den Ängsten der Menschen, dann das Geld verdient.





Glaswolle die nicht den ki wert (Kanzerogenitätswert) von mind. 40 wird gemäß WHO als krebserzeugend eingestuft!!!!!
Neben dieser krebserzeugenden Wirkung sind Augenreizungen , das Auslösen von Allergien, Reizung der Atemwege probleme die entstehen können.
Desweiteren hat der Dämmstoff durch seine geringe Masse und durch sein schlechtes Sorptionsvermögen nicht die Eigenschaften, die ein guter Dämmstoff haben sollte.
Diese Dämmstoffe haben in Verbindung mit der Raumluft nicht zu suchen.
Selbst eine Abdichtung der Anschlußfugen ist problematisch, weil durch das betreten der Bodenbeläge, wie bei einer Luftpumpe die Partikel in die Raumluft übertragen werden.
Ein sinnvolle Abdichtung ist nur durch offenen Membrane (z.B. Fa. Welindo)möglich, dazu müsste aber auch der Dielenbelag dicht sein.

Grüße

Jochen Engelhardt



Was soll denn nun gemacht werden?



Wollen Sie damit sagen alles muss raus, oder wie soll ich das verstehen?
Sind diese Arbeiten, wie das Entsorgen nicht viel problematischer als diese unter dem Belag zu belassen?
Woher wissen Sie denn den Kanzerogenitätswert?
Da diese *Wolle schon seit über 60 Jahren eingebaut ist, wäre zu überlegen ob diese wirklich so schädlich sein kann wie manche behaupten.
Dies wäre sicher auch eine Frage an die Wissenschaft.





Auch ohne die krebserzeugende Wirkung hat Glas- oder Mineralwolle nichts in Verbindung mit der Raumluft zu suchen. Die allergieauslösende Wirkung und die Reizung der Atemwege reicht mir da reichlich aus.
Um den Ki Wert für die eingebaute Glaswolle zu bestimmen sind Laborunteruchungen notwendig. Diese Kosten Geld.
Die optimale Lösung ist natürlich der Ausbau der MAterialien.
Alternativ, wenn dies aus irgendwelchen Gründen nicht möglich ist, sollten die Randfugen mit einer Membran abgedichtet werden.

Grüße

Jochen Engelhardt



Nicht alles pauschal raußreißen,



dem stimme ich zu.

Halte es aber für nicht machbar, die Dielen dauerhaft abzudichten. Und auch wenn diese speziellen Fasern nicht kanzerogen sind, so sind sie auch nicht gesund.

Ich würde sie aus Vorsorgegründen austauschen, wenn möglich. Und für Frau Witt-Stuhr scheint es möglich zu sein.