Wandaufbau bei Wandheizung und Lehmputz... Tauwasserauscheidung?

22.04.2011



Hallo
ich habe folgenden Aufbau der Wand vor siehe Bild

im oberen Teil ist der Temperaturverlauf soweit alles ok auch das Glaserdiagramm ( Bild mitte )zeigt keinen Ausfall von Tauwasser an.

Allerdings wird bei einer Wandheizung der Lehmoutz ja wärmer als 20 C ... ich habe mal geschätzt 35 C ... dann erhalte ich allerdings einen Tauwasserausfall in der Aussendämmung. (bild unten)

Ich frage mich gibt es nicht Erfahrungswerte mit denen man ppraktisch umgehen kann? Brauch man eine dickere Dampfbremse?
Ich habe auch festgestellt ohne Dampfbremse würde es zu einem ähnlichen Ergebnis kommen. Erst bei einer Foliendicke von 0,3 mm erhalte ich keinen Tauwasserausfall. Ich habe Zweifel ob das alles so passt. Brauch man überhaupt eine Dampfbremse vor der Innendämmung?

Ich hoffe ich erhalte infos.. *seufz*

Vielen lieben Dank

Goldenkind



Nix Bild



Kommt es Ihnen nicht widersinnig vor, daß Sie bei 20 Grad Innenere Wand keinen Tauwasserausfall haben sollen, bei WH 15 Grad mehr hingegen schon? So warm sollte die Innenwand auch gar nicht werden. Vielleicht 28 oder 30 Grad Vorlauf sollten genügen.

Ich sehe jetzt Ihren Aufbau nicht. Ich kenne WH ohne Dampfbremsen näher, wo eine Holzweichfaserplatte auf die Innenseite der Außenwand gebracht wird, vollflächig in Lehm angesetzt, darauf Heizleitung, in Lehm verputzt.

Im Sommer fällt kein Tauwasser an, im Winter läuft die WH und ein Tauwasseranfall ist deshalb ausgeschlossen. Der Glaser scheint mit für thermisch aktivierte Flächen schlicht unpassend.

Grüße

Thomas



Glaser



Hallo ,
Ich sehe das genauso, wie Thomas.
Ich habe darüber mal einen Vortrag gehalten.
Hier ein paar Zitate:

Wandkonstruktionen bedürfen laut DIN 4108-3 eines Feuchteschutznachweises zur Begrenzung des Tauwasserausfalls innerhalb der Konstruktion.
Für den rechnerichen Nachweis bedient man sich des „Glaserverfahrens“.
Das ist aber ein vereinfachtes Verfahren, das nur Wärmeleitung und Dampfdiffusion unter stationären Randbedingungen berücksichtigt.
Wärme- und Feuchtespeicherung werden ebenso vernachlässigt, wie der Flüssig-und Kapillartransport.

Das Glaserverfahren ist für die Berechnung kapillaraktiver Innendämmungen ungeeignet!!

Geeignet sind nummerische Simulationsverfahren, die von der DIN 4108-3 ausdrücklich zugelassen werden.

Weil dieser Nachweis rechnerich kompliziert ist, versuche ich es mal mit einer „philosophischen“ Betrachtungsweise:

Aufgrund des Dampfdruckgefälles will die warme gesättigte Luft immer auf die kalte Seite.
Der „Motor“ ist die Temperaturdifferenz.
Irgendwann trifft sie auf die „kalte Wand“ und es kommt zur Wasserdampfkondensation.

Es entsteht Wasser in flüssiger „Tröpfchenform“ und es entsteht WÄRME.
Dieser „Nebel“ wird von den diffussionsoffenen, kapillaraktiven Dämmstoffen schadensfrei eingelagert.
Das ist der erste Feuchtefluss. Siehe Kühlakku.

Der zweite Feuchtefluss beruht auf Kapillarität und verläuft genau entgegengesetzt. Siehe Zuckerstein und Kaffee.
Die Feuchtigkeit verdunstet nach innen und es entsteht KÄLTE.
Da im Winter immer etwas Kondensat in der Dämmung verbleibt, gibt es im Winter einen „latenten“ Wärmegewinn.

viele Grüße



Ich auch nix Bild



aber wie schon angedeutete ist Glaser nicht das richtige Programm für einen solchen Anwendungsfall.

Kannst Du mal den angedachten Schiuchtaufbau beschreiben?

Grüße Gerd





Die Rechnung nach Glaser mit der Temperatur der Wandheizung von 35 Grad muss in die Hose gehen.
Glaser rechnet dann mit 35 Grad Rumlufttemperatur und dem Feuchtegehalt je m³ Luft.

Wie hier schon gesagt berücksichtigt das Glaser Verfahren die Kapillarität der Baustoffe nicht, deswegen ist das Verfahren aber nicht schlecht.
Das Problem was ich viel mehr sehe ist, das mit diesem Verfahren unter “Zuhilfenahme” von Dampfsperren oder Dampfbremsen alles was den Feuchteintritt betrifft “schön” gerechnet werden kann.
Für die Rücktrocknung nutzt dann auch kein kapillaraktiver Dämmstoff mehr wenn mit der Dampfbremse die Kapillarität zu guter letzt wieder unterbunden wird.

Das Fraunhofer IBP hat ein neues Testverfahren entwickelt mit dem der kapillare Rücktransport geprüft werden kann.
Interessant daran ist besonders, das der Feuchtegehalt meist höher ist als es die bisher bekannten Simulationsprogramme ausweisen wobei aber der klassische Kondensatausfall (100% r.F.) nicht stattgefunden hat.

Nachzulesen in der März Ausgabe der B+B

Grüße
Oliver Struve



B+B...



war für mich bisher nur Bed & Breakfast :-)

Ich kenne das Werk nicht, gibt's einen link dazu? Mann lernt ja nie aus.

Grüße

Thomas





B+B ist die Fachzeitschrift “Bauen im Bestand” vom Rudolf Müller Verlag.

http://www.bautenschutz-bausanierung.de

Grüße



Statt Frühstück Arbeit :-(



Danke

Th.



Wandaufbau



Hallo ... so bin zurück aus dem Urlaub und bin glücklich dass so schnell geantwortet wurde. Vielen Dank an Alle !

Aber kurz nochmal zum Aufbau weil gefragt wurde. (Ich dachte im Bild würde man es lesen können)

Lehmputz 20-35 mm
(dampfbremse 0,1mm) sehe ich nun nicht mehr vor
Schilfrohr als Putzträger mit eingerechnet
Dämmstoff Holzfaser 20mm
Gipsputz 20-30mm
Bims 120mm
Kalkputz 30mm
Armierkleber 8mm
PS 140-160mm
Armierungsputz 7mm
Oberputz 3mm

Das mit dem IBP hat dazu auch ein Programm für 1-dim Transport in der Wand kostenfrei für Privatpersonen angeboten (WiFA).

Ich denke aber selbst mit diesem Programm lässt sich das nur annähernd beschreiben. Hat jemand Einwände gegen solch einen Wandaufbau? Als Häuslebauer ist man natürlich skeptisch, einen Schaden im Bauwerk will man ja tunlichst vermeiden. Wenn ich den Code von IBP habe werd ich mich mal mit der Software auseinandersetzen.

Gruß
Goldenkind