Schaumglas-Schotter und neue Sohle

02.03.2004



Hallo,

ich habe im EG (ohne Keller) im Sohle-/Fußboden-Bereich Räume mit zwei verschiedenen Zuständen.
1. Leider nur wenige mit nun 100-jährigem Original-Zustand mit Dielung – ohne Schäden ringsherum an Schwellbalken etc, abgesehen von der Patina.
2. Leider mehrere, die der Modernisierung der letzten Jahrzehnte als Opfer dienten. Da wurde mit Zement und Plastik mehr geklotzt als gekleckert, wobei häufig die OK Estrich die maximal mögliche OKFF darstellt – Schäden an Fachwerk und Putz inklusive.
Nun soll demnächst der große Presslufthammer anrücken und der Untergrund erneuert werden. Als Fußboden ist eine Dielung geplant.
Ein herkömmlicher Aufbau wäre z.B. ab OK Erdreich (mind. ca. 10 cm über UK Fundament):
- 20 cm Kiesfilter
- Folie
- 15 – 20 cm Beton-Bodenplatte mit Bewehrung
- Folie
- 10 cm Balkenlage (mit Dämmung zwischen den Balken)
- Dielung

Ich kenne den momentan vorhandenen Aufbau in den kritischen Bereichen noch nicht und auch nicht die letztlich verfügbare Höhe für einen neuen Aufbau (s.o. mit ca. 45 – 50 cm). Als eine mögliche Alternative innerhalb eines neuen Aufbaus verfolge ich im Moment die Idee des Einsatzes von verdichtetem Schaumglas-Schotter (SGS) (1,3 : 1). Leider habe ich bisher immer nur Teilaspekte zum Aufbau gefunden, aber noch nie ein Gesamt-System für diese Zielsetzung mit einer Dielung.
Hatte neulich einen Baustoffhändler dazu einen Baustoffhändler befragt.
Antwort: „Kann man machen! Der Schotter ist gut – kostet aber auch richtig Schotter!“. Das wars. Deshalb weiß ich bisher nur den Preis von ca. EUR 95,-- /m³.
Deshalb erst einmal die „platte Frage“ in die Runde: „ Wer hat bereits einen derartigen Aufbau hinter sich oder kennt jemanden, der sich damit auskennt?“
Detailfragen:
- Welche Schichten des „herkömmlichen Aufbaus“ können in der Höhe minimiert oder sogar ganz weggelassen werden, da SGS kapillarbrechend, wärmedämmend, belastbar etc. ist / sein soll.?
Z.B;
- die Dämmung zwischen den Balken, da SGS wärmedämmend
- die Betonbodenplatte, da SGS kapillarbrechend
- etc.
Vielen Dank erst einmal in die Runde mit der Hoffnung auf eine angeregte Diskussion über die vielen leer getrunkenen Flaschen mit neuer Verwendung.
Gruß aus BS





hallo bernd froehlich, erstmal eine zwischenfrage noch zum verständnis. warum schaumglasschotter und keine platten? warum bodenplatte? sollen auf den aufbau auch wände gestellt werden oder nur die dielung verlegt werden?
meine überlegungen würden zum klassischen schotter, schaumglaspatten, ggf. folie, kanthölzer mit zwischendämmung und Dielen tendieren. (müsste ich aber nochmal recherchieren) hängt auch von der vorhandenen Feuchtigkeit und die sockel/fundamenthöhe ab.
erstmal, wartend auf andere meinungen, schöne grüsse. christian bernard



Zusatz-Info



Moin Herr Bernard,

vielen Dank für die schnelle erste Reaktion.
Zu den Fragen:
1. Schaumglasplatten hatte ich bisher nicht berücksichtigt, weil sie mir - ehrlich gesagt - bisher nicht bekannt waren.
2. Wände
Es sollen keine tragenden Wände auf den Aufbau gestellt werden.
Vor die Außenwände - bisher 12 cm Ziegel - soll jedoch eine Innen-Dämmschale mit Leichtlehmdämmsteinen gesetzt werden. Raumhöhe: ca. 2,85 m
Grüße aus BS



Fußbodenaufbau



Hallo Herr Fröhlich,

ich hadere mit der gleichen Fragen schon seit längerem.
Gleiche Situation wie bei Ihnen. Habe auch erstmal eine
Kiesschicht im "Tagebau" und jetzt ist Pause. Die Anworten
aus dem Forum waren sehr unterschiedlich (Grob gesagt:
Betonplatte oder "offener" Aufbau)wobei ich mir letztendlich
noch keine Meinung bilden konnte. Bin jetzt soweit, mit einem Planer die Sache vor Ort zu bestimmen. Es gibt doch einige Faktoren die zu berücksichtigen sind. Und bei der
Masse der Materialien die zu bewegen sind bzw. den entsprechenden Kosten möcht ich die Arbeit wirklich nur einmal machen. Es kommt wohl auch ganz darauf an, wie der Raum genutzt werden soll um die entsprechenden Prioritäten in Bezug auf die einzelnen Schichten des Aufbaus zu setzen.





guten abend bernd froehlich, jetzt muss ich nochmal fragen: schaumglas = foamglas? ich gehe jetzt mal von foamglas aus (ist eine produktbezeichnung) diese haben nämlich eine äusserst druckfeste ausführung in steinbreiteformat speziell für wände im Feuchte und kältebrückenbereich. muss allerdings zugeben, dass ich mich damit noch nicht intensiv beschäftigt habe. hatte das Material für eine solche Nutzung mal in erwähgung gezogen, aber auf grund der hohen kosten dann wieder verworfen. vielleicht mal "googeln" -FOAMGLAS- erstmal schöne grüsse chr. bernard



? Foamglas



Moin Herr Bernard,
mit dem Begriff Foamglas kann ich in diesem Zusammenhang wenig anfangen. Meine Infos zu Schaumglasschotter haben ich bisher lediglich über die Hersteller-Seiten - www.sgag.de oder www.millcell24.de. Vielleicht kommen Sie ja mit den dortigen Infos weiter als ich.
Ich googel dann mal mit foamglas.
Grüße aus BS



Foamglas Forts.



Moin Herr Bernard,

jetzt erst einmal der Zwischenstand nach Google:
Foamglas ist ein Markenname von Pittsburg Corning und wird als Dämmstoff eingesetzt – also prinzipiell vergleichbar mit dem von mir angedachten Schaumglasschotter.
Die Unterschiede bestehen jedoch darin, daß Foamglas als Plattenware angeboten wird (2 Größen in unterschiedlichen Stärken). Gibt es aber auch als Stein und als Formteile. Vielleicht gibt es auch noch vergleichbares Material von anderen Herstellern.
Der Nachteil der Platten ist m.E. jedoch folgender: Die Blatten müssen zwischen 2 Beton-/Estrich-Schichten verlegt werden und werden dann mit Heißbitumen verklebt – wenn ich die Hersteller-Infos jetzt richtig interpretiere.
Unabhängig vom Materialpreis habe ich damit aber wesentlich mehr Arbeitsgänge als bei einer Schüttung, die dann mit dem Rüttler verdichtet wird. Da hier keine tragenden Wände im Spiel sind, müßte man mit einer Verdichtung von 1,3 : 1 hinkommen.
Daraus jetzt folgende Fragen und Überlegungen:
- Kann man Schaumglas direkt auf das Erdreich einbringen oder sollte noch eine Kiesschicht dazwischen? Ggf. Stärke?
- Welche Dämmwerte muß/will ich erreichen und welche Mindest-Schichtstärke für SGS (verdichtet) ergibt sich daraus. Ggf: ergibt sich aus statischen Überlegungen eine (andere) Mindeststärke?
- Die Lagerhölzer für den Fußboden kann ich sicherlich nicht direkt auf den verdichteten Schotter legen. Also brauche ich noch eine Estrichschicht ?! Unter der Maxime, daß an den Außenwänden noch eine Dämmschale errichtet wird: Welche Stärke für den Estrich? Welche Bewehrung?
Vielen Dank erst einmal für das bisherige Mitdenken.
Gruß aus BS





hallo bernd froehlich.
bin wieder dabei und hab`mir zum aufbau folgende gedanken gemacht:

-filterflies auf erdreich
-schaumglasschotter (verdichtet 1,3 / 1)
-folie
-lagerhölzer
-zwischendämmung (schüttung oder matten nach wahl)
-dielung

ich denke, laut beschreibung der vorh. situation wird dies auf jedenfall eine deutliche verbesserung darstellen. (zumal die verlegung der lagerhölzer im"dreck" bislang nicht grossartig geschadet hat) nach meinem verständniss kann dies (nach beschreibung des sks) ein einfacher und richtiger aufbau sein. zwischen den lagerhölzern würde ich noch dämmung einbringen, (ggf kreuzlattung), da das sks als dämmung noch nicht kompl. ausreicht und der boden nicht zum resonanzkörper werden soll. die leichtlehminnenschale dürfte auf diesem aufbau kein problem sein, zumal diese ja sicher auch auf einer art Schwelle aufgebaut wird. ich persönlich würde auf einen estrich verzichten. wenn sich das material sks in den engeren kreis der möglichkeiten miteinbezieht würde ich mal einen fachberater kontaktieren. ich bin auf jedenfall interesiert am weiteren werdegang.
vielleicht gibt’s hier ja noch kritik und anregungen.
schöne grüsse
christian bernard



@ Christian Bernard



Moin moin Herr Bernard,
erst einmal ein herzliches Dankeschön für Ihre Gedanken und Bemühungen.
Wir sollten m.E. - da relatives Neuland - diese Frage aber noch nicht abschließen.
Wie Sie schon sagten, hier brauchen wir wohl alle - privat und gewerblich - noch etwas mehr Infos.

Rein physikalisch würde mich dabei auch die Frage interessieren, inwieweit sich eine verdichtete SGS-Schicht als fester Körper verhält und insofern "ggf. als Ersatz für eine Beton-Bodenplatte" angesehen werden kann.

Wir sollten das Thema weiter "köcheln".
Liebe Grüße aus BS



Schaumglaschotter



Hallo
Wahrscheinlich komme ich zu spät mit meiner Antwort. 95 EUR für Foamglasschotter ist nicht zu teuer. 1 qm Foamglas (das ist Schaumglas, eine wirklich gute, okologische Dämmung, die man feuchtigkeitsunempfindlich einbauen kann - kostet auf 10 cm, Stärke ca. 30-40 EUR.) Aber ich habe noch eine Alternative. Ich bevorzuge in alten Gebäude Böden ohne Beton, wenn es der Grundwasserstand erlaubt. Also: 20 cm Schotter, darauf 3 cm Estroperl von Perlite, dann bei Bedarf eine Folie, darauf Lagerhölzer ca 16 cm hoch, und dazwischen Staubex von Perlite. Oder auf den Schotter 12 cm Estroperl von Perlite, das ist eine verdichtungsfähige, mineralische, feuchtigkeitsumempfindliche Dämmung, und darauf Natursteine oder alte Fliesen im Dickbett. Zu Ihrer Information: Der Aufbau ist bereits drei mal eingebaut - einmal seit 9 Jahren, (mein eigener Hof) einmal seit 5 Jahren, und eimal seit 2 Jahren. Bisher keine Probleme. Foamglas kann direkt am Erdreich eingebaut werden. Allerdings ist mir über die Belastungsfähigkeit auch nichts bekannt. Estroperl ist dagegen zugelassen für beide Zwecke: Belastbarkeit, und Einbau an Erdreich. Allein der lamda-Wert von Foamglas ist besser als der von Estroperl. Sabine Rothfuß, architektin, www.architektur-con-terra.de



Schaumglasschotter



foamglas ist nicht gleich schaumglasschotter. zwei verschiedene produkte, die lediglich das gleiche ausgangsmaterial Glas haben.
kosten von SGS liegen bei 80,- Euro/qbm netto zuzüglich Transport ( bis 50 qbm = 380,- Euro netto )
Bei Dielenfußboden mit den Lagerhölzern auf den Schotter, nur Mut. Eine PE-Folie in diesem Aufbau halte ich für nicht geeignet. Eventuell die Lagerhölzer auf Betonbatzen legen ( Beton oder Mörtel in Plastiktüten füllen und so einen Abstand schaffen zwischen SGS und Lagerhölzer.
Dämmung zwischen den Lagerhölzern nicht mehr notwendig. EnEv sieht ein U-Wert von < 0,35 W/m²*K vor. den erreiche ich mit ca. 25 cm SGS ( verdichtet ).
grüsse
PS ich werde es jetzt tun und auf die Betonsohle verzichten. Allerdings werde ich noch Streifenfundamente im Raum "betonieren" für tragende Wände.



Schaumglasschotter - Stand der DInge



Lieber Herr Froehlich, liebe SGS-Diskutanten,

ich habe die Diskussion zu den Möglichkeiten eines Fußbodenaufbaus mit SGS mit viel Interesse verfolgt, da ich demnächst auch einen inzwischen ausgeschippten Fußbodenbereich möglichst diffusionsoffen neu aufbauen möchte.
Mich interessiert nun, ob aus der Diskussion bereits Erfahrungen erwachsen sind. Es ist ja oft so im Forum, das man redet und redet (schreibt und schreibt) - und nachher spricht über das Ergebnis (leider) niemand. Daher meine Frage: hat inzwischen jemand einen Fußbodenaufbau mit SGS gewagt? Mit welchen Maßen und mit welchen Produkten? Welche Probleme/Kosten gab bzw. gibt es? Bleibt dieser Aufbau empfehlenswert?

Vielen Dank und beste Grüße ausm Spreewald



SGS-Erfahrungen



Moin Herr Müller,

ich habe inzwischen mit Architekten (aus der IGB) gesprochen, die diesen Aufbau bereits durchgeführt haben. Demnach bleibt der Aufbau weiterhin grundsätzlich, bauphysikalisch empfehlenswert.

Natürlich stehen hier die relativ hohen Materialkosten und die weiteren Kosten für die Verdichtung im Raum. Dagegen müssen jedoch die individuellen Einsparungen für andere Materialien und Arbeiten gerechnet werden.

Ein Vergleich mit anderen Aufbauten mit ähnlichen Eigenschaften muss deshalb immer auf Basis der jeweiligen Gesamtkosten erfolgen.

Liebe Grüße aus BS



Nu musses doch fertig sein???



Hallo Herr Froehlich,

Haben Sie Ihren Fußboden schon? Falls ja, kann ich von Ihnen Erfahrungswerten vielleicht profitieren??? Wäre nett, wenn Sie sie preisgeben ;-)
Mich interessieren vor allem die Details (Anarbeitung an die Schwelle, bei uns soll Höhe Fertigfußboden = OK Schwelle werden, um keine Stufe beim Terrassenaustritt zu haben. Und natürlich: Die Kosten! Und der Detailaufbau (für Laien)wie bringe ich welche Schicht wann ein.....

Ich weiß, das ist viel Arbeit, ich würde mich riesig freuen, wenn Sie mir trotzdem mit Ihren Erfahrungen weiterhelfen könnten.

LIebe Grüße Kathrin Beckmann





Hallo Bernd
Das würde mich auch interessieren, muss diesen Artikel letztes Jahr übersehen haben.
Ich hatte jetzt ein Jahr die Gelegenheit meinen Gestampften Lehmboden in der Scheune zu beobachten, er ist f...trocken, Eine Palette die über 10 Jahre direkt auf diesem Boden lag hat im Holz keinerlei verfärbungen die auf Nässe schließen lassen, ein Weichholzbalken der rund 100 Jahre in diesem Lehmboden eigebettet ist, ist noch so Stabil das wir neue Balken direkt mit diesem Balken Verschrauben konnten.
In einem anderen Bereich der Scheune hat mein Vorbesitzer eine LKW Plane auf den Boden gelegt wegen der Nassen Autoreifen etc, unter der Plane war alles feucht und mit Pilzmyzeln durchzogen wir haben die Plane im Winter entfernt und den Boden im feuchten zustand abgekehrt, nach einer Woche war er so trocken das die Oberfläche staubt.
Ich möchte auf jeden fall mit einer Offenen Lösung arbeiten, bekam letztes Jahr den Tipp Kalksplitt auf den Lehm als Ausgleichschüttung da Balken drauf und ruhe ist, Dies wäre mir Persönlich am lebsten.
Gruß
Hartmut



Gibt das keine



Probleme mit der EnEV???

Das klingt alle so einfach. Wo bleiben denn die erforderlichen Dämmwerte?

LIebe Grüße Kathrin



Status



Hallo Kathrin,
Hallo Hartmut,

ich habe noch nicht einmal den Kompressor für den notwendigen Raddadazong (Presslufthammer) bestellt.

Ich weiß, ich muß irgendwann ca. 140 m² rausreissen. Im Moment suche ich jedoch noch nach Alternativen zum SGS wegen der relativ hohen Kosten.

Gruß aus BS

Bernd





Hallo Kathrin
Das genau ist der Grund wrum ich schreibe das mir dieser Aufbau am liebsten wäre,ich weis es noch nicht wie genau ich es mache, da bin ich im Wesentlichen noch nicht weiter.
Ich denke aber das ich auf jeden Fall eine offene Lösung wähle, die einzige Wand, die dazu keine tragende Funktion hat habe ich direkt auf den Lehnboden gestellt, den Fussboden selbst (Dielen) werde ich erst machen wenn soweit alles andere getan ist.
Gruß
Hartmut



jaja.. die Kosten



und so bin auch ich immer wieder beim Kies gelandet.
Na, dann haben Sie ja auch noch alles vor sich. Viel Spaß beim stemmen.... bei mir ist ja wenigstens nichts rauszumachen.

Liebe Grüße Kathrin



Wenn Sie



ein bisschen Geld investieren, gibt Ihnen ein Baubiologe einen offenen und vor allem gerechneten Aufbau vor.
Ich habe hier mit Herrn Berghammer aus dem Forum mich zusammengesetzt. Leider steht aber das Ergebnis noch aus. Er arbeitet dran.
Aber ich denke, dass ist sinnvoll angelegtes Geld. Schaun Sie mal auf sein Profil.

Liebe Grüße Kathrin