Dachisolierung in einem Bauernhaus

11.06.2013 Ralf_OL



Hallo zusammen,

wir sanieren gerade unser frisch erworbenes Bauern-Häuschen von 1903.

Istzustand:
Allgemeines:
Das Haus wurde in einem Moorgebiet gebaut. Das Haus wurde nicht flächig gegründet, sondern es wurden Bögen gemauert, um die Last nur punktuell abzutragen. Die Grundfläche beträgt ca. 145 m² (22,5x8 m)

Fussboden:
Der aktuelle Dielenboden hat eine Unterlüftung von ca. 70 cm. Der Boden wurde auf 14x14 Balken an den Wänden aufgelagert. Der Boden besteht aus Sand bzw. nach 30 cm aus einer ca. 20cm starken Torfschicht.

Wände:
Die Wände sind im Wohnbereich zweischalig mit einer 8 cm starken Hohlschicht gemauert. Im hinteren Bereich des Hauses wurde nur einschalig gemauert. Die Giebel sind im unteren Bereich zwei-, und im oberen Bereich einschalig gemauert.

Dach:
Das Dach besteht auf jeder Seite aus 22 Sparenfeldern. Die Sparren haben einen mittleren Abstand von ca. 1,03 m und eine Stärke von 14cm, wobei sich diese zur Frist hin verjüngen. Bei der Dachneueindeckung vor 20 Jahren wurde von Außen auf die Sparren eine sich überlappende Gitternetzfolie (quasi Plastikfolie) angebracht. Auf diese folgte eine Lattung aus Holz und letztlich die Dachziegeln.


Folgende Aktivitäten wollen wir durchführen:

Allgemeines:
- Erneuerung der inneren und äußeren Fugen durch Luftkalkmörtel
- Einbau von neuen Holzfenstern
- Erneuerung des Fußbodens, wobei wir anstatt der stark versalzenen Auflagepunkte des Mauerwerks, Streifenfundamente als Auflagepunkte verwenden wollen, um auch zukünftig die Unterlüftung sicherzustellen. Ansonsten erfolgt hier der Aufbau Balkenlage/Rauhspund/Kreulattung+20cm Isolierung (Hanf)/Dielung
- Die Zwischendecken wurden herausgerissen, so dass die mittlerweile aufgearbeiteten Holzbalken sichtbar bleiben. Auf diese Holzbalken wurde Rauhspund verlegt. Hier erfolgt dann entsprechend wieder ein Aufbau mit 10cm Isolierung+Kreuzlattung (Hanf) / Dielung.

Jetzt zu meinem eigentlichen Problem: DIE DACHISOLIERUNG:
- Die Konstruktion: Das kleinste Problem, so denke ich zumindest, habe ich wohl schon gelöst. Wir werden neben die Sparren entsprechende Bohlen (z.B. 20x3) nageln, um einen enstprechenden Rahmen geschaffen zu haben.
- Die Abgrenzung zu Fassade: Diese werden wir wohl auch im oberen Bereich zweischalig Mauern, und dann dort ebenfalls die Fassade von Innen mit Hanf dämmen.
- Der Isolieraufbau macht mir hier halt noch Sorgen, da ich die Gitternetzfolie nicht einschätzen kann.
Eigentlich dachte ich an:
o Dacheindeckung (Bestand)
o Lattung (Bestand) inkl. Hinterlüftung
o Gitternetzfolie (Bestand - Löcher verkleben/ die überlappenden Stöße würde ich nicht verkleben)
o 3cm Hinterlüftung zwischen den Sparren (neu)
o 14-20cm Hanf (neu)
o Extrem offene Diffusionsfolie (neu) (brauch ich diese überhaupt!?)
o Holzfaserplatte anstatt einer OSB-Platte, um auch noch mal einen Nagel in die Wand hauen zu können (geht dies überhaupt so?)

Ich hoffe, es kann mir jemand weiterhelfen, da die bisherigen Konzepte der Handwerke meistens in Richtung „ooh, da müssen wir das Dach abdecken gingen“ oder einfach OSB-Platten genommen wurden…

Viele Grüße,
Ralf



Sanierung



Das schreit regelrecht nach einem sanierungserfahrenen Planer. Selbst wenn Ihre angedachten Einzelmaßnahmen funktionieren sollten heißt das noch lange nicht das dies in der Gesamtheit funktioniert.
Bei Ihnen ist ganzheitliches Denken und Herangehen gefragt. Dazu gehören auch die Problemfelder Heizungssystem, Wärmeverteilung, Feuchteschutz, Dämmung, Lüftung usw.

Viele Grüße



Dachsanierung



Hallo Ralf,

eine Gitternetzfolie wie du sie beschreibst befindet sich auch am Innendach des Hauses meiner Eltern (BJ 1971). Sie fing nach knapp 20 Jahren an porös zu werden, inzwischen ist die Folie sehr stark zerbröselt und fast nur noch das Gitter vorhanden.
Ist denn dein Dachgeschoß ausgebaut oder soll dies noch geschehen? Falls nicht würde ich nur die obere Geschoßdecke dämmen. - Wohne selber in einem 1899er Bauernhaus, mein Motto war bislang meist: weniger ist mehr!

Wünsche gutes Gelingen!!



Gitternetzfolie



Hallo Andreas,

die Gitternetzfolie ist wohl mittlerweile schon 20 Jahre unter dem Dach und noch gut bis sehr gut in Schuss. Dies wurde auch durch einen Zimmermann und einen Dachdecker bestätigt.

Da wir den Dachbereich als Wohnbereich mit Nutzen wollen, komme ich um die Dachisolierung nicht herum.

Ich bin mir halt nicht sicher, ob ich die Folien vollständig verkleben muss/ soll. Wie Du so schön sagst, weniger ist mehr!

Vg,
Ralf



Statik kein Thema?



Ich hätte Bedenken bezüglich der Statik. 14er Balken die sich verjüngen, Abstand 1m, wobei rein rechnerisch da eher was um die 80cm sein sollte und die Verjüngung. Bei dem Lasteintrag sollte man vielleicht doch mal durchrechnen lassen?