Gipskarton durch welche Holzplatten wegen Bauvorschrift ersetzen?

09.02.2022 Tom


Hallo,
ich habe das exotische Problem, dass ich keine Wand in einem Halbgeschoss (Mezzanino) aufstellen darf, eine Holzwand aber nicht als Wand gilt. Die Wand darf (und soll) aussehen wie gestrichener GK. Das Halbgeschoss steht auf nicht allzu dicken Balken (14x14cm x 3,5m), so dass es zu Bewegungen des Bodens kommen kann. Um Risse zu vermeiden, Aufwand zu sparen und um am Rande der Legalität zu bleiben habe ich mir folgendes überlegt:
(1) Ständerwerk
(2) GK Platte (untere Platte lässt sich nicht erfühlen und kann in Fotodokumentation ausgelassen werden...)
(3) Holzplatte versetzt auf GK geschraubt, Kanten 45° geschliffen/gefräst und mit Holzspachtel verschlossen
(4) Grundierung und Wand-Dispersionsfarbe

Was würdet Ihr für ein Plattenmaterial nehmen? OSB, Multiplex etc hat zu viel Oberflächenstruktur, MDF scheint mir geeignet zu sein, beschichtete Hartfaserplatte ist ggf zu dünn für eine Schraubbefestigung und ich bin mir nicht sicher, ob der Kantenspachtel sich gut an die Beschichtung fügt.

Oder habt Ihr ganz andere Vorschläge bzw für die Plattenstöße bessere?

Wie gesagt, Randbedingung ist, dass die (gestrichene) Oberfläche aus Holz sein muss, aber nicht notwendigerweise wie Holz aussehen muss. Aufgrund solch technokratischer Bürokratiemonster habe ich auch keine ethischen Probleme, im nicht oder nur sehr schwer kontrollierbaren Bereich der Wand von der Auflage abzuweichen.

Viele Grüße
Tom



holzplatte auf GK ??



verstehe ich das richtig das die Holzplatte AUF die GK Platte geschraubt werden soll ??
was soll das bringen ?

eine 10mm MDF platte mit angefaster schnittkante , verspachtelt und mit glasvlies belegt +rollputz reißt bei mir im Wohnzimmer schon seit 10jahren nicht...

ich würds so versuchen....

aber bei deinem 14x14er Balken auf dieser Spannweite wundert es micht nicht warum man keine wand stellen darf....
ggf wird die Durchbiegung bei Lastwechsel auf den oberen Verschraubungspunkt deiner Wandkonstruktion verlagert....

gruß



der Festigkeit halber



> verstehe ich das richtig das die Holzplatte AUF die GK Platte geschraubt werden soll ?? was soll das bringen ?

Abgesehen davon, dass die GK-Platten für den Schallschutz (Masse) oft doppelt beplankt werden, erhöht die 2-lagige Konstruktion die Stabilität um die Stoßkante herum. Da GK leichter verarbeitbar ist, dachte ich daher daran als untere Lage, könnte natürlich auch Holz sein. Das Ziel ist also: Rissgefahr an den Stößen reduzieren.

> aber bei deinem 14x14er Balken auf dieser Spannweite wundert es micht nicht warum man keine wand stellen darf....

Ich habe den Boden noch nicht aufgenommen, aber nach meinen Messungen muss da eine massive Holzverschalung (7cm) auf den Balken sein. Ich werde aber einzelne Gefache auch noch etwas aussteifen. Rein vom Gefühl (darauf laufen, wippen) ist die Durchbiegung für die Balkengröße sehr gering.

> ggf wird die Durchbiegung bei Lastwechsel auf den oberen Verschraubungspunkt deiner Wandkonstruktion verlagert....

Das kommt noch besser: Das Firstbalken darüber ist zwar massiv, spannt aber von einem Giebel zum anderen. Insofern muss ich die Wände mit einem gleitenden Deckenanschluss bauen.



Zwei exotische Ideen...



... zu einem exotischen Problem:
1.) Wenn du schreinermäßig begabt bist und das passende Equipment hast, könntest du dir die Wand als "Holzvertäfelung", mit Rahmen und Füllungen bauen. Wenn du dabei die Rahmen "trocken" verzapfst, also nicht mit einander verleimst sondern nur die Verzapfungen mit Holznägel sicherst (die Füllungen stecken sowieso lose in den Rahmen) und die ganze Wand "oben" kraftschlüssig aufhängst und unten nur gegen (seitliche) Schwingungen fixierst, müsste die ganze "Scheibe" so elastisch werden, dass ihr Schwingungen der Deckenbalken nichts ausmachen. Außer dass vielleicht die eine oder andere Stoßfuge etwas aufgeht. Das Ganze sieht dann halt nicht wie eine gestrichene GK-Wand aus. Siehe z. B.: https://www.ecosia.org/images?q=wandvertC3%A4felung#id=B1ECCAA26D9903A8C3DBA5A91E7CC4E96BEBD488

2.) Eine "zweiseitige Schrankwand" mit einer Durchgangstür mitten drin. In die Richtung von dem hier: https://www.buero-ideen.de/wp-content/uploads/2008/07/system-s-ww14k.jpg
Wenn die bei angekündigtem Besuch vollgestopft ist mit Bücher, Klamotten und allem was man nicht braucht, wird wohl keiner auf die Idee kommen den Schrank auszuräumen, um zu prüfen aus was die rückwand ist... ;-)
Der "gleitende Deckenanschluß" könnte dann eine einfache Deckleiste vor dem Schrank sein, die nur an der Dachschräge fixiert ist.

Gruß,
KH



Wandvertäfelung...


Wandvertäfelung...

ist eine nette Idee. In meinen Renderings habe ich tatsächlich schon Beadboards im unteren Bereich, aber es ist in jedem Falle einen Gedanken wert, ob ich nicht ein machbares Design finde, dass über die gesamte Wandfläche geht. Auch das Aufhängen an der Decke ist eine gute Idee, leider bei mir nicht praktikabel, da die Wand auch ein Mikrobad einschließt, wo die Wände der Leitungen wegen einen festen Bodenkontakt benötigen.

Falls jemand noch weitere Tips für Holz als unmittelbaren GK-Ersatz hat, immer gern, da ich mit der Vertäfelung erst einmal schauen muss, wie ich das optisch eingefügt bekomme.



Wandbau



Was spräche gegen eine Holzständerkonstruktion , beplankt mit zB. Nut- u. Federbrettern, gibt es gar extra rustikal "gehackt" für zB ein Rustico - oder auch Furnierplatten in Sichtqualität; diese sind auch farbig lasiert erhältlich . Aussteifung falls erforderlich mit Streben im Ständerwerk oder über Klammern/Schrauben der Platten . Im Mikrobad dann Nasswände wie Dusche mit zB 'aquapanel' belegen .
Viel Erfolg !



Was spräche gegen eine Holzständerkonstruktion



Gegen die Holzständer spräche grundsätzlich nichts - gegen die durchgehende Bebretterung mit Nut und Feder: meine Frau. Ich muss schon noch für die Beadboards Überzeugungsarbeit leisten, aber zumindest die Fläche darüber sollte eher GK-Charakter erhalten, da das in der Umgebung sonst zu rustikal wird.



Noch eine Idee:



Die Wand zunächst mit OSB-Platten bauen und diese anschließend mit dünnen, aber großformatigen "Dekor-Platten" bekleben.
Einen kleinen Überblick was es an Dekors gibt, findest du z. B. hier: https://www.zeg-holz.de/Boden-Wand-Decke/Wand-und-Deckenprofile/

Gruß,
KH



wenn`s Holz sein soll ..



..könnte 3-Schichtplatte helfen :
große Formate , ( streichbare ) Sichtfläche



Meine Sorge sind die Stöße



aber ich muss in der Tat mal schauen, ob ich nicht Platten in einer Größe erhalte, dass sie von einem Wandende zum anderen hin verlaufen. Das ist vielleicht gar nicht so unrealistisch und würde dann die Verarbeitung deutlich erleichtern (nicht den Transport...)



Stöße verleimen



Wenn du Platten mit N+ F verwendet kannst du die Stöße verleimen und evtl. anschließend noch verspachteln und schleifen, wenn du die Wand nur Streichen willst.
Zur Not könntest du auch erst noch eine glatte Vliestapete drüber tapezieren, um die Stöße zusätzlich zu "überbrücken."

Gruß,
KH