Gipsfaserplatten (Rigidur) auf nicht planem Holzständerwerk

06.09.2020 .


Liebe Fachleute,

wir sanieren und bauen gerade ein altes Bauernhaus aus.
Das Dach musste leider einschließlich Dachstuhl neu gemacht werden.
Das Ständerwerk für die Innenwände wurde dabei von den Zimmerleuten mitgemacht, ist recht massiv (KVH 12*12) und auch Teil der Statik des Dachstuhls.
Leider ist es aber an vielen Stellen nicht plan.
D.h. Vor- und Rücksprünge von bis zu einem halben Zentimeter, tlw. weil die Ständer nicht 100% gerade, d.h. leicht verzogen oder verdreht sind, oder Ecken rausschauen etc. *

Deswegen meine Fragen:
Wie problematisch ist es, wenn die Platten nicht überall 100% Plan anliegen können?
Sind die so steif (10mm doppelt beplankt), dass die einfach gerade bleiben, oder klingt das dann immer hohl oder ziehen sich die Platten ran oder brechen die im Zweifel?
Ein bisschen Bewegung in der Wand fänden wir nicht schlimm, Risse und Kanten schon.

Sowohl die original Rigidur- als auch Fermacell-Schrauben haben ja gerade Teil- und kein Vollgewinde, damit sich die Platten vollständig ranziehen.
Wäre es in diesem Fall sinnvoller Gipsfaserschrauben mit Vollgewinde (von Fischer, Parco oder Spax) zu nehmen , damit die Platten auch wenn sie hohl liegen fixiert sind?
Oder klingen die dann trotzdem hohl und es bleibt nicht als alles überstehende nachzuhobeln und alle Hohlstellen zu unterfüttern?

Den Trockenbau wollen wir selber machen, ist aber Learning by Doing.
D.h. aus Erfahrung können wir das nicht beurteilen, deswegen wären wir sehr dankbar für eine Einschätzung.

Ich habe auch noch ein Frage zu Kleben oder Spachteln, schreibe ich aber extra.

Grüße & herzlichen Dank im voraus

* Ich bin mir nicht sicher, in wie weit das einfach schlechte Arbeit ist oder dem Material Holz geschuldet oder der Tatsache, das die das normalerweise für Lehmputz machen (wo man das wahrscheinlich ausgleichen kann), wogegen wir uns entschieden haben (allerdings bevor das Ständerwerk gebaut wurde, d.h. es war klar, dass das mit Trockenbau weiter ausgebaut werden soll und wurde dann auch auf dem 62,5er-Raster gemacht (mehr oder weniger)).



Unterkonstruktion für Rigidur



was hattet Ihr denn vereinbart? die Herstellung der Unterkonstruktion für die vorgesehene Beplankung? Dann sollte die auch vernünftig ausgeführt sein. Genau aus dem von Dir genannten Gründen wird empfohlen, bei Trockenbau im System mit den entsprechenden verzinkten Profilen zu bleiben. Nachbesserung durch die Firma ist möglich? Mach doch mal ein Foto in das Ständerwerk hinein, damit man einen Eindruck der Unebenheiten und der überhaupt vorliegenden Gegebenheiten hat.



Bilder



Hier ein paar schnelle Bilder:
https://photos.app.goo.gl/ucsYp3uDJ2KjGktH7 
Ggf. kann ich versuchen bei Tageslicht bessere zu machen.

Ob die Verwendung des Ständerwerks für welche Art des weiteren Ausbaus im Bauvertrag steht, müsste ich erst nachsehen, denn habe ich aber nicht dabei.
Für Nachbesserung wäre es aber auch zu spät, fürchte ich.
Das ist schon zwei Jahre her und mir wird das jetzt erst klar, wo wir dazu kommen im Dach weiterzubauen.
Rechtlich ginge das vielleicht, aber kämpf das erst mal durch.
Wir sind da leider auch sehr schlecht beraten und betreut worden, das hätte der Architekt natürlich sehen müssen (wie so vieles andere was schief gelaufen ist und in 99% der Fälle von mir angesprochen werden musste).

Meine Frage ist dswg. auch eher grundsätzlicher Natur, weil ich nicht weiß, wie die Platten darauf reagieren, bzw. was ich unternehmen muss.
Überstehende Nasen lassen sich ja ggf. noch relativ einfach weghobeln, aber alle Bäuche zu hinterfüttern dürfte sehr aufwändig werden.



Unterkonstruktion



ich befürchte, dass läßt sich nur kleinteilig, also in kleinen Wandabschnitten durch unterlegen von dünnen Holzfedern lösen. Teils evtl. auch kreativ vorgehen, z.B. könnte der 7 cm vorstehende Balken als Balken sichtig bleiben, indem die Platten an ihn herangearbeitet werden. Ob das nur über die Schraubenauswahl wie von Euch angedacht funktionieren könnte, kann ich nicht einschätzen, solche Experimente habe ich noch nicht gemacht. Wenn die Platte mal ein einer Stelle nur 1 cm auf einer Balkenbreite von 12 cm anliegt und dort hineingeschraubt wird, sollte das gehen. Aber mit der Schraube einen Spalt von 1 cm oder mehr einzustellen, fände ich schwierig, dann lieber etwas unterlegen.



Danke Dir Pope! Sonst keiner hier schonmal mit sowas Erfahrung gesammelt?



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Nicht zu fassen



Da nehmen die extra das neumodische KVH, das genau für diesen Einsatzzweck konzipiert wurde, und dann sowas. Ich würde alle Winkel etc. lösen und es richten, falls der Zimmermann es nicht nachbessert.



Das habe ich auch alles schon überlegt …



… das Problem ist, das die nur teilweise geschraubt sind und meistens mit mehreren Winkeln mit je einem Duzend Kammnägeln. Ein Test war erfolglos.
Dswg. meine Frage nach dem Unterfüttern oder den Vollgewindeschrauben.