Giftige Holzschutzmittel entfernen

07.06.2014 Ho67



Hallo

Habe vor einigen Monaten ein denkmalgeschuetztes Fachwerkhaus gekauft. Jetzt hat sich gezeigt, dass das Fachwerk im Innenbereich in den 70er Jahren mit giftigen Anstrichen "behandelt" worden ist. In Holzproben wurden sehr hohe Werte von Dichlofluanid, PCP und Lindan gefunden. Die Frage ist, wie man das am besten sanieren kann. Es handelt sich - selbst nach Entfernung einiger Balken - um erhebliche Laengenmeter, die saniert werden muessen. Ich moechte das Problem gerne beseitigen und nicht nur versiegeln. Abschleifen klingt sehr langwierig und mir wurde gesagt, dass Holz sieht danach nicht mehr schoen aus. Kann man die giftigen Substanzen mit Trockeneis abstrahlen? Hat jemand Erfahrungen damit oder anderen Methoden gesammelt?

Vielen Dank!



Frühere Holzschutzmittel



Die "Altlasten" sind Tränkungsmittel, die sich i m Holz befinden, nicht nur an der Oberfläche. Einmal nachschleifen oder abstrahlen nützt Ihnen garnichts, abgesehen von den ästhetischen Schäden, die Sie schon beschrieben haben.
Es hilft wirklich nur eine Versiegelung, manchmal auch Schadstoffmaskierung genannt. Livos wäre dafür z.B. ein ökologischer Anbieter.

Gutes Gelingen.!



Schellack-Maskierung für Schadstoffe im Holz



Leider kann ich auch nur den Weg der Versiegelung anbieten. Dabei handelt sich um eine Schellackgrundierung, die mehrfach aufgetragen wird.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Versiegeln / Luftmessungen



Danke für die Kommentare von Herrn Fröhlich und Frank. Es handelt sich um Eichenbalken so dass meine Vermutung ist, dass sich die Schadstoffe nicht sehr tief eingesogen haben. Ein gutes Gefühl hätte ich nicht, einfach 'nur' zu versiegeln. Spricht etwas dagegen, dass Holz fachgerecht abschleifen und dann gegen eventuelle Restausgasungen noch versiegeln zu lassen? Was bringen eigentlich in diesem Zusammenhang Luftmessungen. Weiss jemand, ob diese verlässliche Ergebnisse bringen? Vielen Dank!



"fachgerecht abschleifen"



Das Problem liegt beim "fachgerecht abschleifen". Es ist kaum möglich, das Holz abzuschleifen, ohne Ihr gesamtes Haus komplett zu kontaminieren. Die "Altlasten" sind vermutlich wirklich Tränkungsmittel, wenn Sie das genau wissen wollen, müssen sie messen (lassen).

Luft- und Hausstaubmessungen sind ebenfalls unerlässlich. Ohne diese können Sie die Situation überhaupt nicht einschätzen. "Gute oder schlechte Gefühle" sollten dabei kein Maßstab für eine Entscheidung sein, die vergleichsweise geringen Kosten für die Messungen sind einfach notwendig ....



Holzschutzmittelaltlasten



Eine Kontamination mit gesundhei8tsgefährdenden Holzschutzmittelwirkstoffen sollte man nicht in Eigenleistung entgegentreten.
Neben dem Gefahrstoffrecht, der TRGS 524 u.a. sind so viele Punkte zu beachten, die in die Hand von Fachleuten gehören.
Als kleiner Hinweis zum Informieren - WTA-Merkblatt - Dekontamination von Holzschutzmittelbelasten Holz Teil 1 und und 2. Das gibt zumindest dem Laien die Möglichkeit sich umfassen einen überblick zu verschaffen.

MfG H. Schmidt-Schuchardt