Ytong Giebel

19.10.2017 Holm Braeuer



Der Vorbesitzer unseres Fachwerkhauses hat den Nordgiebel des Hauses wie auf dem Bild zu sehen "saniert". Die Streben und Riegel sind zum Teil nicht fachgerecht verbunden, die Gefache wurden mit Ytong Steinen ausgemauert. Zwischen Holz und Ytong Steinen befindet sich Folie (gewöhnliche Plastikfolie). Der Mörtel sieht aus wie Zementmörtel. Der Teil des Hauses, zu dem dieser Giebel gehört, ist noch nicht ausgebaut und wurde bislang nicht bewohnt. Im Moment ist noch alles trocken.

Was könnte ich damit machen? Abreisen und ordentlich neu bauen? (Das hieße, das Fachwerk von einem Zimmermann richtig wieder aufbauen lassen und dann mit Lehmsteinen ausmauern.) Das ist ziemlich preisintensiv.

Oder ist da vielleicht noch etwas zu retten? (Der Giebel soll später eine Außendämmung und Holzverschalung bekommen.)

Danke für jeden Hinweis.



Ytonggiebel



Wie ist jetzt der Aufbau dieses Giebels innen? Putz oder unverputzt? Welcher Mörtel? Welcher Dämmstoff ist später unter der Verschalung geplant? Ansonsten alles ziemlich verbastelt, über den Fenstern sieht es aus, als ob die Steine überhaupt nicht vermauert, sondern bloß reingelegt wurden, die Ständer, sind die überhaupt mit den Riegeln und dem oberen Rähm verbunden oder nur eingekeilt. Wie soll das Gebäude mal genutzt werden? Reicht der Dachüberstand für eine Dämmung aus?



Fachwerkgiebel sanieren



Wenn eine Außendämmung vorgesehen ist würde ich alles lassen wie es ist- außer ihr habt die nötigen Finanzen flüssig.

Kondensat ist bei diffusionsfähigem Aufbau nicht zu erwarten,
ebenso wenig Schlagregen oä.

Innen am besten eine durchgehende Lehm- oder Kalkputzschicht mit Glasfasergewebe.

Außendämmung muß in direktem Kontakt zur Wand befetsigt werden (Holzfaser, Hanf, Zellulose oä).

Wenn ca 20 cm Dämmung möglich ist sind Stegträger mit Zellulosedämmung und Holzfaserplatten darauf vorteilhaft, weil in dem Fall die Dämmung dicht auf der Wand aufliegt, alle Hohlräume ausfüllt,
die Fenster ganz außen eingebaut und die Blendrahmen mit den Holzfaserplatten überdämmt werden können.

Andreas Teich



Außendämmung



Eine Dämmstärke von 20cm wird der Dachüberstand nicht hergeben, zudem finde ich die völlig überzogen, sprich wirtschaftlichen Unfug.



Fassadendämmung



Die Stegträger gibts minimal mit 16 cm,
nur die dickere Dämmung kostet etwas mehr- alle anderen Kosten bleiben gleich.
Ohnehin ist die Frage was noch saniert wird, wie die übrigen Wände aufgebaut sind etc.

Ohne Stegträger müßte KVH verwendet werden-
das hängt dann von der Art der Holzverkleidung ab

Andreas Teich



Giebel und Dämmung



Sie machen mir ja Mut! :D
Die Ytong Steine sind innen unverputzt. Die Steine über dem Fenster sind nur reingelegt. Im OG soll mal das Wohnzimmer hin, im DG das Schlafzimmer. Innen an die Wände soll Wandheizung und Lehmputz kommen. Die Idee war, außen starkes KVH horizontal anzubringen, um die Statik zu verbessern. Dazwischen dann Thermohanf oder SteicoFlex. Dann Winddichtbahn, dann Holzverkleidung. Ich frage mich, ob das langfristig so geht, oder ich mir da ein bautechnischen Ei lege. Dann würde ich noch warten. Den Giebel neu machen wäre erst in ein paar Jahren möglich (wegen der Kosten.)



Statik im Giebel



"Glückwunsch" zum Haus.

Ein Zimmermann muss, meiner Ansicht nach, teilweise ran. Die Statik der Lastabtragung über das bestehende Fachwerk muss sichergestellt und instandgesetzt werden.
Wenn dann noch Gefache, lastfrei aber fest in den Gefachen übrig bleiben, kann man diese belassen.
Für Mitleser die auch auf die Ytong Idee abfahren, hier ist das nur deshalb vertretbar, weil eine Außendämmung, Wandheizung und zahreiche andere Randbedingungen das Problemfeld entschärfen.

Bei Außendämmung sehe ich bei dem geringen Dachüberstand immer auch die Notwendigkeit am Ortgang zu arbeiten. Der recht ja sicher nicht mal für 8 - 12 Zentimeter Dämmung.
Was soll als Außendämmung ausgeführt werden ? Eine Holz-Verschalung?

Die Idee die Unterkonstruktion der Außendämmung als statisches lastabtragendes Element auszuführen halte ich für ungeeignet. Worauf soll sich das gründen? Der Sockel ist ja auch so schon angegriffen genug. Das ist ein Eingriff der das vorhandenen nicht fachgerechte Vorgehen (ich versuche den Begriff Pfusch bewußt zu vermeiden) noch weiter verstärken würde.

Viel Glück in Zukunft mit dem Schätzchen - M.Mattonet - Ingenieurbüro Bergisches Land



Giebel dämmen



Der in der Luft hängende linke Eckpfosten sieht etwas zweifelhaft aus,
wenn die Hölzer und der Sockel ansonsten ok sind ist statische Ertüchtigung kaum notwendig (das läßt sich ohnehin nur vor Ort beurteilen),
Der die Füllungen sind nur Wandabschluß und sollten zumindest fest liegen, um innenseitig eine durchgehende Putzschicht zu ermöglichen in die die Wandheizung eingelegt werden kann.

KVH ist natürlich auch möglich- 60/100 oder 60/120 aufs Fachwerk schrauben, flexible Dämmplatten einlegen und etwas stärker als die Unterkonstruktion, um engen Kontakt zur Wand zu bekommen..
Darauf besser stabile Holzfaserplatten als Folie-
dann dünne Konterlattung und die Holzverkleidung.

Andreas Teich



Augen auf bei der Fachwerkprüfung



Sorry Herr Teich aber schaue sie mal hin.
Der Stiel am linken oberen Fenster.
Die fehlenden Holznägel lassen einiges erwarten.
Die Verbindung und Lastabtragung der Stockwerkschwelle auf die Stiele.
Der Eckpfosten Links auch in der Verbindung mit der Traufe
An einigen Stellen wirkt es als ob die Gefache nicht lastfrei sind da Riegel scheinbar davon befreit wurden.

KVH horizontal übernimmt doch keine vertikalen Lasten. Eine Aussteifung über "stabile" Holzfaserplatten ???? Geben sie dafür eine statische Unbedenklichkeit ? Kein Zimmermann und kein Statiker würde sich auf sowas einlassen.

Vielleicht noch mal drüber schauen.



Giebelsanierung



Auf den zweifelhaften Eckpfosten hatte ich schon hingewiesen und auch dass Holz und Unterbau ok sein müssen.
Ob Holznägel abgesägt oder nicht vorhanden sind kann ich vom Foto her nicht erkennen-
daher die Bemerkung zur notwendigen Vor-Ort Beurteilung.
Ob tatsächlich das KVH eine statische Funktion übernehmen muß oder kann müßte dabei festgestellt werden. Eine Queraussteifung würde es bringen- vertikale Lastabtragung natürlich nicht, sofern diese notwendig sein sollte.
Der fehlende Kontakt des mittleren Pfostens sollte natürlich wieder hergestellt werden.

Die Fachwerk-Holzdimensionen sind sicher weit überdimensioniert,
wie fast bei jedem Fachwerkbau.

Die Holzfaserplatten auf dem KVH sollen keine statische Funktion übernehmen- sind nur zuverlässiger als Folie.

Ein immer noch relativ teures Provisorium würde ich nicht herstellen-
allenfalls eine günstige Außenverkleidung, wobei die Gerüststellung etc auch aufwendig ist und die Wandheizung ohnehin einen stabilen Untergrund benötigt.
Senkrechte, ungehobelte Lärchenbretter sind günstig,
Holzschindeln sind evt auch passend oder Naturschiefer, der natürlich teurer ist (außer spanisch/portugiesischer, der im Forum schon vorgestellt wurde)

Andreas Teich



Pfusch



... kann man das ruhig nennen. Ich habe das nicht verbockt und ärgere mich täglich darüber. Wenn ich das nötige Geld jetzt auftreiben könnte, würde ich das sofort neu machen lassen und dem ganzen keine Träne nachweinen ...

Selbstverständlich würde ich erst einmal einen Statiker und einen erfahrenen Zimmermann drüber schauen lassen, bevor ich irgendetwas tue. Vorausgesetzt das geht statisch in Ordnung, oder lässt sich irgendwie nachbessern, ohne den ganzen Giebel raus zu reißen: kann ich dann den Ytong drin lassen, wenn ich eine Außendämmung vorsehe und drin eine Wandheizung dran setze?

Soweit ich die Beiträge verstehe, gibt's wohl keine grundsätzlichen Bedenken.

Und übrigens: Wegen des "schönen" Giebels haben wir das Haus nicht gekauft. Das hat andere Werte. ;)



Richtig verstanden



Achten sie darauf das es ein Fachingenieur oder ein Zimmermann mit Fachwerkerfahrrung ist. Der Statiker wird dann nur bedingt notwendig.

Wenn die nicht fachgerechten Mängel in den Fachwerkgebinden nachgearbeitet sind, können die restlichen Gefach verbleiben bei Wandheizung, der Ausrichtung des Giebels und einer Außendämmung.
Es sollte natürlich dabei geprüft werden ob die Gefache fest sind aber keine Last haben. U.a. machen eben das oben genannte Fachleute.

Toi Toi Toi weiterhin und Danke für das OK.



warum nicht...



die Ytong-Ausfachung rauskloppen, das Fachwerk nach Bedarf aufpäppeln, dann aussen Holzweichfaser als Dämmung und Versteifung, und die Gefache mit Zellulose ausdämmen ?



Fachwerkgiebel-Sanierung



Wenn tatsächlich umfangreichere Arbeiten am Fachwerk notwendig sind wird ohnehin nicht viel bleiben.

Wenn die Gefachfüllungen mühselig stabilisiert werden müssen kann es einfacher sein alles herauszunehmen.

Wenn Platz und Auflager innen vorhanden sind kann die Fachwerkstabilisierung auch innen mit KVH vorgenommen werden- außen ggf zB 40 mm Steico Protect-HF-Platten aufs Fachwerk schrauben, darauf 24 mm Konterlattung, auch zum Ausgleich verwenden für die Befestigung der Verbretterung.

Gefache mit Zelluose ausblasen erspart zumindest das frickelige Zuschneiden.
Innenseitig dann schwere Holzfaserplatten auf's KVH schrauben und mit der Wandheizung versehen.

Folien sind dabei nicht notwendig.

Andreas Teich



Ideen



Gute und interessante Ideen. Danke für die Anregungen. Viele schwören hier auf Zellulose, aber ich kann mich bislang nicht wirklich dafür erwärmen. Rein subjektive Sache ... Ich würde dann lieber mit Leichtlehmsteinen ausmauern, auch wenn das länger dauert und vermutlich teurer ist.

@Herr Teich: Holzfaserplatten vs. Winddichtbahn - Was für Platten meinen Sie genau? Wahrscheinlich einfache Unterbauplatten aus Holzweichfaser (z.B. Steico Universal)? Warum soll das besser sein als die Folie? Wegen der zusätzlichen Dämmung?

Vielleicht klopp ich den Porenbeton doch raus. So richtig geheuer ist mir das Zeug nicht ...



Giebelsanierung



Holzfaserplatten mit Nut und Feder über der kompletten Fassade verlegt sindl viel stabiler als Folien, zudem reduzieren sie Wärmebrücken, sind auch ohne Kleber dicht und verbessern Schall- und Wärmedämmung.
Steico Universal, Protect oä-die gibts aber von vielen Herstellern.
Ich würde feuchtebeständige Holzfaserplatten verwenden (evt Unterdachplatten).

Die schwere Schicht sollte innen und die Dämmung möglichst außen liegen.
Wenn außen nicht genug Platz ist können zB außen auf das Fachwerk die Holzfaserplatten, die gefache ausdämmen mit Holzfaserplatten oder Hanf oder Zellulose und sofern innenseitig ein genügendes Fundament vorhanden ist kann vor das Fachwerk eine Lehmsteinwand gemauert werden, was auch viel schneller geht, als die in den Balkenfeldern zu versetzen und zu befestigen.

Es wäre auch für die Wandheizung ein besserer Untergrund als teils lose,instabile, leichte Gasbetonsteine.

Andreas Teich