Gewölbekeller verputzen oder nicht

19.05.2015 Peter



Hallo miteinander,

ich bin dabei meinen Gewölbekeller aus dem Jahr 1934 zu sanieren.
Er war bisher Verputz doch das bröckelt teilweise und es wurden darin früher Kohlen gelagert was zu schwarzen Ablagerungen führte. Also habe ich jetzt den Putz abgeschlagen. Hervor kommen rote Ziegelsteine.
Der Boden ist aus Erde mit einer Schicht Kies bzw. Steinplatten.
Der Keller hat ein Fenster, die Wände sind trocken und der Boden hat eine normale Feuchtigkeit.

Nun die Frage. Benötigt der Keller einen Verputz. Ich frage weil es ja sein kann das ein Putz zur Feuchtigkeitsregulierung beiträgt.

Ich freue mich auf erste Antworten.

Alles Gute

Peter



Putz - nee



Wir haben auch einen Gewölbekeller mit unserem neuen alten Fachwerkhaus erworben und der Bausachverständige meinte damals, am besten den alten Putz (es war Gipsputz) abschlagen und das Mauerwerk so frei lassen, ist das beste.
Haben wir gemacht und super Erfahrung damit, da es vorher im Keller etwas muffig war und nun viel trockener, da die Wände durch den entfernten Putz wieder gut diffusionsoffen sind.
Allerdings kann man wohl auch mit Kalk weißen bzw. Kalkputz verwenden, wenn man es denn unbedingt optisch etwas "verschönern" möchte.



Gewölbekeller verputzen oder nicht



Danke für diese erste Stellungnahme. Supi!
Für weitere Erfahungsberichte und Hinweise bin ich sehr dankbar.

Grüße

Peter



Putz ist unnötig



Wenn der Putz nicht zur Optik dient ist er technisch unnötig.

Die ohnehin nicht notwendige Trocknung wird nicht dadurch unterstützt- eine Schicht auf dem Mauerwerk würde dazu nur hinderlich sein, da ohne Putz eine größere Verdunstungsfläche zur Verfügung steht.

Andreas Teich



Kurzfristig betrachtet ist dies schon möglich, aber auch auf Dauer?



Klar ist doch, dass eine offenere Oberfläche dann um so mehr nachsaugt!
Wobei nicht das Wasser das Problem wäre sondern die mittransportierten Salze.
Ganz entscheidend ist dabei die spätere Nutzung.
Wie soll denn der Keller genutzt werden?





Hi,
Wenn ihr keinen Putz wollt, müsst iht nicht.wenn ihr aus optischen Gründen einen wollt, würde ich zu einen reinen Kalkputz raten.....der ist feuchtigkeitsregulierend und für Bereiche wie Keller und Scheunen super geeignet.lg



Keller ohne Putz für Lebensmittel



Herzliche Dank für die Infos.
In dem Keller sollen Kartoffeln, gelbe Rüben und sonstige Lebensmittel gelagert werden.

Wenn ich das jetzt alles richtig verstanden habe dann funktioniert der Wasseraustausch und der Luftaustausch am besten wenn kein Putz auf den Steinen ist.

Aktuell bin ich soweit das nun fast aller Putz weg ist.
es hat dabei auch teilweise den Mörtel zwischen den Steinen herausgelöst.
Mein Eindruck ist das es eine Sandverbindung ist. Es pröckelt ohne wirklich stark zu stauben.

Was mache ich da am besten rein.


Danke

Peter



Gewölbekeller verputzen



wenn Dauerfeuchtigkeit im Mauerwerk herrscht würde ich zumindest hydraulischen Kalkmörtel nehmen und dann alles auswerfen und oberflächlich abziehen mit Kelle und Bürste- eine Art Schlämmputz herstellen.
Je nach handwerklichen Fähigkeiten wäre auch eine reine Verfugung ok.

Wenn's heller sein soll in den nassen Putz 2-3 mal mit Kalkfarbe streichen

Andreas Teich



Welche Mechanismen waren verantwortlich, dass der alte Kalkputz kaputt ging?



Es mag ja sein, dass man einen "guten Putz" verwenden will und auch aufbringen kann. Die Frage ist nur wie lange so etwas halten kann und auch ob dadurch eine bessere Nutzung ermöglicht wird?
Wie schaut der Verputz nach ein paar Jahren aus?
Wenn eine Wand austrocknet, werden dabei bauschädliche Salze (im Baustoff als Lösung) an die Oberfläche transportiert. Das Wasser ver¬dunstet. Salze und andere lösliche Bestandteile verbleiben an der Oberfläche.
Es entstehen Salzkristalle, und beim Kristallisationsvorgang entstehen lt. Literaturangaben dabei Drücke von 50 bis 200 N/mm². Daher ist es notwendig, ein sehr offenporiges Verputzsystem aufzubringen.

Gips-, Kalk-, Kalkzement- und Zementputze sind wegen zu hoher Wasseraufnahme und eines zu geringen Anteils von Poren und /oder geringer Wasserdampfdiffusion bei der Instandsetzung von feuchten Wänden ungeeignet.
Sanierputze dagegen haben aufgrund ihrer Rohdichte - im Normalfall unter 1300 kg. pro m³ - einen großen Porenraum im Vergleich zu Kalkputz mit mehr als 1800 kg pro m³. Dieser Porenanteil ist notwendig, um die Salzkristallisation und die dadurch entstehenden Volumenvergrößerungen ohne Probleme in der Putzschicht zu ermöglichen.
Ich habe jedenfalls gelernt, dass man sich die bearbeiteteten Putze nach 10 Jahren ansehen muss um seine Erfahrungen zu machen.
Später noch mehr dazu.