Gewölbekeller seitlich betonieren oder neue Betondecke

11.04.2021 FreiGeist


Hej Community,

ich habe wie in einem anderen Beitrag beschrieben ein Haus das ich grundlegend saniere. Im EG habe ich jetzt die vorhandene Dielung entfernt und den Sand soweit abgetragen, wie das in den PDFs von Georg Böttcher beschrieben wurde. Nun wäre also den PDFs folgend der Punkt gekommen an denen ich die Seitenfläche des Gewölbekellers von oben her ausbetonieren müsste, im ihm zu stabilisieren.

Dabei habe ich eine Frage: Warum macht man das eigentlich? Wäre es nicht sinnvoller die alte Gewölbedecke vollständig zu entfernen und dann eine Betondecke einzuziehen?

Von unten könnte man doch relativ einfach die Schalung bauen und von oben die Bewährung und den Beton eingießen?!

Anschließend hätte man im Keller eine stabile neue ebene Decke ohne Rundungen. Oder mache ich einen Denkfehler?

Vielen Dank für Eure Hilfe!

Freigeist



Abgesehen davon



das es meist ja gerade darum geht die schönen alten Gewölbekeller zu erhalten (was im Falle von Denkmalschutz ein MUSS ist) kann man ihn aus statischen Gründen nicht so einfach rausreißen!

Das Gewölbe erfüllt - wie z.B. auch bei jeder romanischen/gotischen Kirche - eine wesentliche Stützfunktion für die Außenmauern. Wird das Gewölbe also entfernt, kann es durchaus zu massiven Schäden der Fundamentmauern kommen, bis hin zum Einsturz der darauf lastenden EG-Mauern.

Für Menschen, die bislang Neubaukeller gewohnt sind ist ein Gewölbe oft anfangs ungewohnt. Sollte Ihnen das Gewölbe zu niedrig sein, überlegen Sie doch ob man evtl etwas Tiefe ( z.B. 20cm) durch Ausschachten hinzu gewinnen könnte? Auch hier gilt es aber auf die Gründung der Außenmauern zu achten: riskieren Sie keinen Grundbruch!



In einem anderen Thread hier im Forum dazu



von Thomas Böhme nochmal diesen Tipp:

"Abhängig von der gesamt möglichen Aufbauhöhe würde ich die vorhandene Füllung vollständig belassen oder nur zum Teil entnehmen. Darauf Geovlies und einen Leichtbeton, wenigstens 10cm stark - waagerecht abgezogen. Darauf eine Sperrbahn (Schweißbahn oder eine PE - Bahn wie GEFITAS PE 3/300, an der Wand bis UK Dielung hochgezogen.

Der Zimmermann würde jetzt mit einer Holzkonstruktion weitermachen wollen. Da 2 dünne Balken nicht so tragfähig wie ein dickerer sind, aber besser mit einer nivellierten einfachen Balkenlage passender Dimensionierung. Dazwischen dämmende Schüttung oder Matten. Ich aber würde (waagerecht abgezogener Leichtbeton!) statt dessen mit Holzweichfaserplatten (Rohdichte 0,25) und eingelegten Lagerhölzern weitermachen: Z.B. eine Lage 25mm HWPl durchgehend, darauf 2 überlappende Lagen HWPl 60cm breit mit eingeliegten liegenden Leisten 40 x 60. Auf diese wird die Dielung geschraubt. Damit die Leisten beim schrauben nicht zu tief liegen, an einigen Stellen etwas zerknüllte Zeitungspapier drunterlegen - oder Du hobelst Dir halt 50er Leisten auf 48mm runter. Vorteil dieser Konstruktion: Die Dielen liegen vollflächig auf der tragfähigen HWPl, der Aufbau ist hohlraumfrei, sehr stabil, und besonders leise. Hier sind bedenkenlos 22mm - Dielen ausreichend. Bei Nadelholz kein großer Preisunterschied, bei Eiche hingegen schon."



Vielen Dank



Deine Tipps waren sehr wertvoll für mich. Vielen Dank