Gewölbekeller renovieren und zum Weinkeller ausbauen



Gewölbekeller renovieren und zum Weinkeller ausbauen

Hallo Community

Ich brauche mal Eure Hilfe. Nachdem vor einigen Jahren für unseren Gewölbekeller im Garten ein Fachwerkhäuschen als Eingang gebaut habe, steht nun der kleine Gewölbekeller im Haus an.

Hinweis: Das Haus und der Keller sind 400 + - Jahre alt.

Ich möchte hierbei natürlich möglichst historisch vorgehen. Sprich soweit möglich den original Zustand erhalten bzw. wieder herstellen. Ist natürlich nicht ganz möglich, da mittig im Keller über nahezu die gesammte Länge ein Weinregal aus Backsteinen gemauert wird.

Da es sich um ein altes Bauernhaus handelt, in dem im Erdgeschoss Tiere gehalten wurden, tritt Salpeter bzw. Salze aus dem Stein aus.

Zudem wurde schon einmal verputzt. Der Putz kommt allerdings mittlerweile herunter. Und an einer STelle ist ein hässlicher Beton / Mörtelbatzen an der Decke.

Meine Fragen sind: Sollte ich den alten Putz und Mörtel entfernen und kann dabei theoretisch etwas passieren?
Sollte ich anschließend neuen Putz auftragen und diesen dann kalken oder nur die Fugen wieder mit Lehm schließen und direkt auf die Steine die Kalkfarbe streichen.
Wenn ich Lehm verwende, muss ich diesen noch einmal mit Sand anmischen oder sollte ich direkt ein Kalk-Sand Gemisch verwenden.

Danke euch schon einmal

Manuel

PS: In den nächsten Posts werde ich noch ein paar Bilder hochladen



Putz der mittlerweile abbröckelt


Putz der mittlerweile abbröckelt

Hier seht ihr Teile des alten Putzes und die freiliegenden Steine



Salz / Salpeter


Salz / Salpeter

Hier die Ausblühungen aus dem Stein



Mörtel


Mörtel

Hier noch der hässliche Mörtelbatzen





Für die Vorratshaltung ist ist der Keller doch ganz passabel. Es sollte gut möglich sein diesen wieder frisch zu machen.

Für die Instandhaltung wurde ja nicht immer geeignete und tradierte Materialien eingesetzt.

Dort wo Feuchtigkeit und Salze einwirken, ist der Putz mürbe, oder wurde durch den Kristallisationsdruck zwischen Mauerwerk und Putz abgesprengt, bis zur Oberfläche durchgedrungene Salze zerstören den Anstrich und bewirken hygroskopische Feuchte.

Mit diesen Problemen wird man sich weiterhin beschäftigen müssen. Dort wo der Putz völlig zermürbt ist würde ich den abnehmen . Dadurch und durch auskratzen und Reinigen der Fugen bekommen wir schonmal eine Verminderung der Salzbelastung, sofern der Bauschutt penibel beräumt und entsorgt wird.

Dort wo der Putz hingegen stabil ist könnten die Flächen auch so belassen werden und lediglich oberflächlich einheitlich bearbeitet werden.

Dort wo das Mauerwerk freigelegt wurde, kann man sich einen genauen Eindruck von der Situation verschaffen. Dort wäre es dann wohl sinnvoll die (losen) Fugen (stück für stück (!) auszuräumen und ggf. mehrlagig (gleich wieder) mit neuem Mörtel, von erdfeuchter bis leicht plastischer Konsistenz aufzufüllen und zu verdichten, damit wieder ein kraftschlüssiger Verbund entsteht.

Hier empfiehlt sich ein bauseitig gemischter Kalkmörtel aus groben Sand, der zumindest teilweise mit natürlich hydraulischem Kalk (NHL) abgemischt wird.

Das wäre die "Minimalvariante".

Dann könnte man sehen. Auf stark mit Mauersalzen belasteten Flächen könne Putz aus natürlich hydraulischem Kalk, durchaus längere Standzeiten entfalten, wenn ihnen Perlite beigemischt werden (Isoself), diese stellen den Salzen einen gewissen Porenraum zur möglichst schadlosen Kristalisation bereit. Ansonsten genügt wohl auch ein einfacher Pinselputz.

Als Anstrich auf Natursteinen, kann man ebenfalls einen hellen Kalk (beispielsweise Calix Blanca NHL 3,5), als Kalkschlämme streichen.



Danke



Danke Mario für deine Antwort.

Mit Stück für Stück meinst du wahrscheinlich eine Stelle (m²) erst fertig machen (Fugen ausräumen und mit Mörtel füllen) und dann die nächste Stelle machen.
Sollte ich dann dazwischen den Mörtel erst abbinden lassen?
Welches Mischverhältnis sollte ich für das Sand-Kalk Gemisch nehmen?





Genau, die Fugen haben eine statische Funktion, deswegen ist das "großflächige" ausräumen nicht so optimal.

Die Mischung vom Fugen- / Mauermörtel richtet sich etwas nach der gewünschten Druckfestigkeit und sollte auf das Mauerwerk abgestimmt sein.

Beispielsweise könnte man sich an das "Rezept" des Herstellers halten und einem Raumteil NHL 2 auf drei Raumteile Sand mischen.

Der Mörtel baut dann im Zeitverlauf durch weitere Hydration höhere Druckfestigkeiten auf.

https://www.zkw-otterbein.de/images/Otterbein/Technische_Merkblaetter/TechMerk__NHL/CALCIDUR_NHL_2_de.pdf

Bei der Mörtelauswahl kann man sich auch grob an die Tabelle 1 der "Denk AF Mal" halten.

https://www.denk-mal-fachwerk.de/fileadmin/user_upload/Daten/PDF/Kalksorten-im-Vergleich.pdf

Für Verbarbeitung der Kalkputze geben die "Kalkregeln" einen guten Überblick.

https://www.baubiologie.de/downloads/kalkputzregeln.pdf