Rieselnder Gewölbekeller

12.01.2004


Wir haben einen schönen Gewölbekeller in ehem. Winzerhaus. Er besteht aus Feldstein (bin kein Geologe, kann es daher nicht bestätigen) und ist nicht übermässig feucht (Holzregale sind o.k.).
Aber es gibt überall Mineralienausblühungen, die z.T. wie weisser Schimmel aussehen (meine Mutter - Chemikerin - meinte Kalksalpeter). Diese wachsen schnell nach wenn entfernt, und rieseln auch gerne überall hin, so dass man kaum etwas offen lagern kann was danach noch sauber sein soll (z.B. Lebensmittel). Ich habe schon mal einen ganzen Eimer solchen Sand vom Boden entfernt (von nur ca. 10qm) und auch eine Wand mal mit dem Staubsauger gesäubert bis dieser zusammenbrach (brauche jetzt einen neuen ...). Gibt es hier bessere/längerfristige Lösungen?
An einer Wand gibt es auch einen handtellergroßen schwarzen, schleimigen Fleck, vermutlich ein Pilz. Muss ich mir Sorgen machen?

Viele Gruesse,
Frank




Rieselnder Gewölbekeller



dag ok. Ihre Mutter wird warscheinlich recht haben. Prüfen sie selbst, eine Fingerspitze kurz mit der Zunge anfeuchten, an die Ausblühung halten und dann wieder an die Zunge. Es schmeckt stark nach Salz. Durch den Stickstoff wird der Kalk aus seinen Verbindungen gelöst und es bildet sich eben der Salpeter. Ursache wird Kondensationsfeuchte in der Kellerluft bzw. aufsteigende Feuchtigekeit im Mauerwerk sein. Es darf nicht zuviel Mörtel aus den Fugen fallen, da sonst Fehlstellen entstehen. Der Gewölbeschub drückt auf diese Fehlstellen, bis ein Stein rausfällt. Dann ist es eine Frage der Zeit bis alles kommt. Bemühen sie sich nach und nach die Fugen zu säubern und mit frischem Mörtel auszupressen. Gleiches auch für die Wände, die ja die Gewölbewiderlager oder die Kämpfer bilden. Der Mörtel sollte dem ursprünglichen Mörtel im Material entsprechen. Nu den man tau.





Der Mörtel kommt nicht raus und die Steine sind weder locker noch geschädigt. Das sieht man, wenn man die Mineralienschichten (die teilweise fast 1cm dick sind) abkratzt. Es sind nur die Mineralien die rieseln.
Die weissen und wie Schimmel aussehenden Mineralien leicht salzig und bitter, dort wo sie eher grau und sandig sind habe ich mich nicht getraut zu probieren.



Gewölbekeller



Vieleicht handelt es sich um Sandsteinquader. Die verwittern im Laufe der Zeit und bilden eine natürliche Schicht abplatzendes Minerals. Kondensationsfeuchte kann so von außen in den Stein nicht eindringen. Die im Mauerwerk aufsteigende Feuchte will aber verdunsten und hebt so diese Schicht ab. Auch bei Backsteinen beobachtet man diese Erscheinung und auch hier zeigt sich Salpeter. Das Mauerwerk schaft sich so eine Verdunstungsfläche. Versiegeln sie nun steigt die Feuchtigeit weiter und tritt irgendwo anders aus wo wieder eine Verdunstungsfläche auftritt. Lassen sie sich nicht auf irgendwelche Versprechunge ein. Es gibt kein Mittel dagegen. Auch Verkieselung und andere Sache helfen nicht. Das Wasser sucht und findet seinen Weg. Andere mögen anderer Meinung sein. Radikal ist nur die Feuchtigekeit absperren, aber nicht einsperren. Sie müssen dann selbst entscheiden wie sie Ihr Budget belasten. Wenn es ein Weinkeller ist soll es doch einer bleiben. Gefahr besteht so wie geschildert haben nicht. Alles Gute



mmm luftkalkmörtel kann helfen



hatte das selbe Problem in unseren Gewölbekeller allerdings war es zu hohe Feutigkeit der die mechanischen Salze zu Tage brachte.Haben das alte fugmaterial entfernt und Luftkalkmörtel der Firma Solubel eingebracht.Seit dem keine Probleme mehr...

Ansonsten alles Gute

Peter Schneider