Gewölbekeller: Innenputz (Kalkputz/Pinselputz) Klinker-Boden



Gewölbekeller Innenutz/Boden

Liebe Forums-Mitglieder,

seit einem Jahr bin ich Besitzer eines Winzerhauses an der Mosel. Zur Geschichte des Hauses kann ich sagen dass das Haus mit Scheune und Gewölbekeller Teil eines früheren Zehnthofes einer wichtigen Abtei war. Seit der Säkularisierung ist die gesamte Hofanlage im Besitz mehrerer Parteien. Wie schon gesagt befindet sich unter dem Wohngebäude und der Scheune ein 150m2 großer Kreuzgewölbekeller. Die gesamte Hofanlage aus dem Jahre 1764, beherbergt rund 600m2 Gewölbekeller, die durch die Aufteilung verschiedenen heute verschiedenen Besitzer gehören. Und ich zähle zu diesen stolzen Besitzern :-) Diese imposanten Keller wurde ja zur Weinlagerung gebaut und bis zur Auflösung der Abtei auch dazu genutzt. Ein Familienmitglied der Verkäuferin konnte mir noch berichten, dass die Vorfahren dort Wein eingelagert hatten.

Leider wurde zwischen 1975 und 1980 ein Betonboden eingezogen. Vorher gab es laut Zeitzeugen einen gestampften Lehmboden. Eine weitere Bausünde war das anbringen eines Strukturputzes, natürlich nicht diffusionsoffen, um den Raum rustikaler erscheinen zu lassen. Und die Kellerfenster wurden zugemauert. Der Keller war vom Weinkeller zum Partykeller umgewandelt worden.

Heute 35 Jahre später, steht eine Umwandelung wieder im Haus oder besser gesagt im Keller. Vom Partykeller wieder zum Weinkeller. Ich sehe vor den gesamten Gewölbe- und Wandflächen von diesem fürchterlichen Rustikalputz zu befreien. Unter diesem Ist ein sandiger Ausgleichsputz der regelrecht zwischen den Fingern zerbröselt. Darunter ein älterer Putz, der kaum noch an den Schieferbruchsteinen haftet. Das Mauerwerk ist feucht, was bei einem Weinkeller nicht ungewöhnlich ist, da dieser zu größten Teil im Erdreich liegt. Nach diesen Arbeiten würde ich die Fugen auskratzen (wenn es nötig ist) und die gesamten Flächen mit dem Hochdruckreiniger leicht abwaschen. Nach längerer Trocknungsphase, (+-1 Jahr) würde ich die Wandflächen mit einem Kalkputz/Pinselputz bearbeiten.

Ein weiterer Schritt, wäre das Entfernen des Betonbodens. Alte Pläne zeigen eine Gewölbehöhe von 2,90 Metern an. Jetzt durch den nachträglich eingebrachten Betonboden, liegt die Höhe zwischen 2,70 und 2,40 Metern. Ja es gibt tatsächlich ein Unterschied von 30 cm. Da rollen einem die Fässer weg ... Ein Schacht in der hinteren Ecke lässt die Betondicke (15 cm) erkennen. Dies gibt mir den Mut, den Betonboden zu entfernen und die originale Kellerhöhe wieder herzustellen. Ein nächster Schritt wäre, eine der Weinlagerung, des Raumklimas und der Raumoptik angepasste Bodenfläche zu gestalten (Klinker oder Steinplatten in Kies).

Meine Fragen an euch:
- Hat jemand schon Erfahrungen mit einem Kalkputz/Pinselputz gemacht? Was sind die Schwierigkeiten daran/damit? Gibt es ein gutes Rezept zum selber mischen?
- Hat jemand von euch schon einen nachträglich eingebrachten Betonboden aus seinem Gewölbekeller entfernt? Gab es Probleme mit der Statik? Was wäre zu bedenken?
- Gibt es Erfahrungen bei den Forumsmitgliedern mit dem Verlegen von einem Klinkerboden in Schotter-/Kiesschicht in einem Gewölbekeller? Ist eine Drainage um die Innenmauern sinnvoll mit Kiesstreifen zwischen Klinkerboden und Mauer?

Vielleicht kann ich hier auf dem Forum weitere Tips und Informationen für meine Sanierungsmaßnahmen sammeln bevor es in ein paar Wochen losgeht.

Schöne Grüße.



Gewölbekeller: Innenputz (Kalkputz/Pinselputz) Klinker-Boden ...


Gewölbekeller: Innenputz (Kalkputz/Pinselputz) Klinker-Boden ...

Hier ein weiteres Foto



Gewölbekeller: Innenputz (Kalkputz/Pinselputz) Klinker-Boden ...


Gewölbekeller: Innenputz (Kalkputz/Pinselputz) Klinker-Boden ...

Und hier ...



Gewölbekeller


Gewölbekeller

Dieser komische Putz dürfte also gut abgehen. Hochdruckreiniger sollten Sie sich verbeißen, die können eine Menge Schädenanrichten und die Trocknungsphase können Sie sich auch sparen. Mühseliger aber besser sind Besen und Bürste. Kleine Putzreste die dranbleiben stören nicht.
Zum Pinselputz:
Kaufen Sie Weißkalkhydrat CL 90 im Baumarkt oder beim Baustoffhändler. Dazu Putzsand 0-2. Das Mischungsverhältnis liegt volumetrisch bei 1:3 Kalk zu Sand.
Mit der Kelle anwerfen, mit dem Kellenrücken andrücken, verteilen. Wenn der Putz angezogen ist mit einer Malerbürste oder einem Annetzer und Wasser verschlichten- also pinseln. Dabei werden kleine Fehlstellen aufgefüllt, Grate beglichen usw. Nach einem halben Tag etwa mit Weißkalkschlämpe frescal streichen. Dazu Kalk mit Wasser zu einer Schlämpe aufrühren und damit den oberflächlich erhärteten Putz streichen.
Das wars.
Das mit dem Fußboden sollten Sie sich überlegen. Der Aufwand dürfte sich nicht lohnen, ob überhaupt ein Nutzen anschließend vorliegt ist zweifelhaft.