Gewölbekeller Decke ausfugen

03.11.2018 Markus_Keller


Hallo,
ich habe einen sehr niedrigen Gewölbekeller und möchte die Steine an der Decke ausfugen. Die Fugen sind sehr tief, man erkennt kein Fugmaterial mehr.
Gibt es ein Hilfsmittel, ausser Fugeisen wie man den Kalkmörtel in die Fugen pressen kann, sonst bin ich den Rest meines Lebens mit dem Verfugen beschäftigt und der meiste Mörtel liegt auf mir.
Ich denke an irgend eine Spritze oder Presse.

Lg.
Markus



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Für die Kellerdecke gilt das Selbe wie für die Scheune aus Feldbrandsteinen, dazu habe ich heute schon geschrieben, zum Verfugen über Kopf in diesem Fall am Besten eine abgewickelte Kelle / Glättkelle und Fugenkelle verwenden, damit das Material nicht dem unwiederstehlichem Ruf der Schwerkraft folgt. Der erste Quadratmeter ist mühsam, der Rest geht dann schon besser. Mit Kartuschen kannst Du zwar entsprechend cremig abgemischttes Material einbringen, aber das kann nicht so fest werden. Wenn die Steine nicht sichtbar bleiben müssen, tut's auch eine kleine Putzmaschine.
Frohes Schaffen und gutes Gelingen, Andreas Wugk



Mörtelpistole



Also ich habe eine Mörtelpistole und kann nicht wirklich positives davon berichten.

Meine Pistolie sieht im Grunde aus wie eine ganz normale Silikonspritze, nur etwas größer und mit einem Kunststoffrohr auf welches man verschiedene Aufsätze setzen kann. Dieses Rohr wird dann immer mit dem Mörtel befüllt, wieder in die Pistole gesetzt und dann mittels der Mechanik ausgepresst.

Die Mörtelpistolen haben auf der Druckseite einen dicken Gummi, den man mittels einer Mutter einstellen kann. Zu schwach eingestellt quillt der Mörtel hinten raus, zu hart eingestellt und man bekommt den kaum wieder rausgezogen.

Da man die Pistole im Grunde nach jeder "Spritzrunde" richtig sauber machen muss, spart man nicht wirklich Zeit. Hinzu kommt, dass selbst speziell dafür angefertigte Mörtel die Pistole immer mal wieder verstopfen können und ich persönlich finde auf Dauer auch die Mechanik nicht wirklich bequem.

Ich habe mir angewöhnt mit dem "Entenlatsch" (Stuckateurkelle?) und einer normalen Traufel zu verfugen - zumindest bei senkrechten Fugen oder Über-Kopf-Fugenarbeiten. Hierzu nehme ich eine ausreichende Menge Fugenmörtel auf die Traufel, ziehe den Mörtel darauf so ab, dass die Schichtstärke in etwa der Fugenstärke entspricht. Dann steche ich den Mörtel mit dem "Entenlatsch" so lang ab, wie die Fuge tief ist und "balanciere" das dann in die Fuge. Funktioniert bei gut angemischtem Fugenmörtel einwandfrei und vor allem tiefe Fugen lassen sich mit der Methode super bis in die volle Tiefe verfugen. Es kann nicht schaden, besonders bei tieferen Fugen, auch nochmal mit der Fugenkelle nachzugehen. Zudem ist es förderlich, mit dem Entenlatsch die Fugen richtig gut einzudrücken, damit eine entsprechende Flankenhaftung gegeben ist.

Fugen über 1,5cm Breite kann man auch einfach auswerfen und überschüssigen Mörtel abkratzen + anschließend nachwaschen.

Da ich aktuell einen großen Schmuckgiebel aus Ziegeln wieder aufbaue und dort sehr viel zu verfugen habe, habe ich mir mal den "PointMaster" bestellt. Das Ding kommt aus England, ich bin über Youtube darauf aufmerksam geworden und das Teil hat aus meiner Sicht den großen Vorteil, dass man zur Wiederbefüllung nicht erst alles kompliziert aus der Spritze fummeln muss. Ob das Ding auch nur annähernd so gut funktioniert wie bei Youtube dargestellt, da bin ich selbst sehr gespannt. 40€ für das "Professional Pack" sind im Vergleich zu den Anschaffungskosten meiner Mörtelpresse (damals 80€) auf jeden Fall ein Witz und für einen Versuch kann man das schon mal wagen.
Da in England noch sehr viel mit Ziegeln gebaut wird, nehme ich mal an, dass das Teil schon was taugt. Falls nicht, dann habe ich auch kein Problem weiterhin mit der Hand zu verfugen, mit meiner Methode bin ich da mindestens genauso schnell wie die "Spritzenfummler" - und habe die Garantie, dass die Fuge auch wirklich bis in die Tiefe voll aufgefüllt ist.

Für große Flächen gibt es ja auch Mörtelpumpen die den Fugenmörtel einspritzen können. Da so ein Gerät aber 1800€ aufwärts kostet, lohnt sich das nur bei wirklich großen Flächen und vor allem: genug Manpower um die Fugen nachbearbeitet zu bekommen. Ich würde mir den Aufwand wahrscheinlich nicht geben, da man die Machinen ja auch richtig gewissenhaft sauberhalten und saubermachen muss. Für 2-3 Sack Fugenmörtel lohnt sich das nicht...

Bilder wären übrigens hilfreich, denn dann könnte man viel gezielter auf die Frage antworten.


Liebe Grüße.



Mörtelspritze


Mörtelspritze

Hallo Nooto,
Danke für die ausführliche Beschreibung, habe mich nun angemeldet, damit ich ein Bild hochladen kann.



Mörtelspritze


Mörtelspritze

Noch ein Bild.

Ich habe im Internet dieses Video (Mörtelspritze aus KG-Rohren) https://youtu.be/apWDvHEYw0U gesehen und es sieht gut aus.

LG. Markus