Gewölbedecke bauen für Erdkeller

17.04.2021 Enrico


Hallo,
ich plane in meinem Garten einen größeren Keller zu bauen, auf dem dann ein kleines Gartenhäuschen stehen wird. Mein Plan sieht ca. 4x4m Grundfläche vor. Es sei darauf hingewiesen, dass es sich um Hochwassergebiet handelt, aber dies nur alle 5...10 Jahre mal auftritt.

Das Gelände ist eben und der Keller soll eine möglichst flache Gewölbedecke bekommen.
Nun finde ich zwar online viele Bilder und teils auch Videos, aber wenig darüber, wie man ein Gewölbe richtig baut. Insbesondere Themen wie:
- Welcher Stein ist am geeignetsten (Ziegel, Sandstein, Granit...)?
- Mörtel ja oder nein? Wenn ja, welchen?
- Abschätzung von Lasten, die seitlich an den Mauern abzuleiten sind? Sprich, wie dick sollte man die Mauern setzen, damit sie nicht über die Zeit seitlich davon driften?
- Abschätzung von der Traglast der Decke bei Druckbelastung durch Erde, welche ja wieder oben aufgeschüttet werden soll?

Hat hier jemand Literaturempfehlungen oder Links zu Seiten, wo nähere Informationen verfügbar sind?

Besten Dank,
Enrico



Warum einen Gewölbekeller?



Warum willst Du unbedingt ein Gewölbe als Kellerdecke. Soll das ein statisches Hobbyprojekt werden, bei dem Dich Gewölbe als Bauart reizt? Oder kommt es Dir eher auf den Keller an sich an, dann wäre auch eine Ziegeleinhangdecke möglich. Und wieso soll auf das Gewölbe wieder Erde, ich habe es so verstanden, dass auf den Keller eine Garthütte soll.
Da empfehle ich zuerst mal die Sondersammlung Georg Böttcher, zu finden oben unter dem Menüpunkt Lesestoff, da gibt es Grundlagen zu Gewölben.



Gewölbekeller



Gewölbe sind, bei entsprechender Umsetzung, wunderbare Bauwerke. Für die Errichtung sind einige bautechnische Grundregeln einzuhalten, die man in der einschlägigen Fachliteratur kaum noch findet. In entsprechender Literatur aus der Vergangenheit ist der Gewölbebau noch zu finden. Die Errichtung ist gewerberechtlich geregelt und darf nur von Unternehmen des Maurer und Betonbauer Handwerks oder des Ingenieur - Hochbaus ausgeführt werden. Für den Eigenbedarf kann man das auch selbst tun, aber bitte nur mit geprüfter Statik und Bauanleitung.



Neuer Keller im Hochwassergebiet ???



Wie kommst du denn auf das schmale Brett?
Baue lieber den "Keller" als 4 x 4 m große Zisterne unter das Gartenhäuschen, dann isses nicht so schlimm wenn er alle paar Jahre geflutet wird und du hast kostenloses Wasser für den Garten......kopfschüttel.....



Nachfragen zur Literatur



@Pope:
Danke zunächst für die Empfehlung. Bei Georg Böttcher sind schon ein paar Infos zu finden. Aber für mich noch zu wenig.
Ja, es ist ein Hobbyprojekt. Ich mag keine fertigen Dinge, ich baue lieber selbst und lerne etwas dabei. Und Gewölbe finde ich wunderbar, auch vom der Atmosphäre.
Erde soll wieder oben drauf, um die Temperatur besser konstant zu halten. Ich dachte an max. 30...40cm am höchsten Punkt. Die Gartenhütte soll dann mittels Holzbalken auf den Seitenmauern des Kellers stehen.

@Andreas Wugk:
Sehe ich auch so. Hast Du Empfehlungen zu Literatur, die jetzt nicht gleich ein Ingenieurstudium mit Fachausrichtung voraussetzt?

@Karl-Heinz Hubel:
Nicht sehr konstruktiv... Wie bereits geschrieben, tritt Hochwasser alle 5...10 Jahre auf. Völlig okay für mich. Und wenn er mal voll Wasser läuft ist das doch kein Problem. Ich möchte da lediglich Obst und Gemüse und geschlossene Gefäße, Flaschen etc. lagern. Also überhaupt kein Thema. Hochwasser zeichnet sich immer rechtzeitig ab, also habe ich genügend Zeit zum leer räumen.



Gewölbe mauern



wenn es ein Hobbyprojekt werden soll, würde für mich der Erwerb des "Ingenieurswissens" dazugehören. Dann einen Plan machen und diesen von einem Statiker prüfen lassen. Wenn Du es wirklich ernst genommen hast, wird er Deine Überlegungen bestätigen.



Weiter Nachfragen zur Literatur



@Pope:
Richtig, daher suche ich ja Literatur ;) Ich frage ja hier ausschließlich nach Literatur, wo ich mich zunächst belesen kann, um dann einen Plan zu machen. Ich denke auch nicht, dass vor 1000 Jahren jemand mit komplizierten Berechnungen begonnen hat. Daher suche ich entsprechende Literatur, wo ich mich annähern kann. Dann noch mal einen Fachmann drüber schauen zu lassen, ist doch völlig okay.



Re:Hochwasser



Hallo Enrico,
sorry, ich wollte nicht polemisieren, ich wohne am Rhein und weiß von was ich rede.
Es geht nicht um das Wasser das in den Keller läuft, das wäre nicht so schlimm.
Es geht um den ganzen Dreck, Schlamm, Öl und sonstiges (giftiges) Zeug was bei einem Hochwasser eben so mit angeschwommen kommt.
Hast du schon mal einen Keller gesehen der bei einem Hochwasser z. B. mit Heizöl verseucht wurde?
Glaube mir, da willste die nächsten viele Jahre kein Obst mehr drin lagern.
Ich frage mal andersrum: Hättest du den Platz um den "Keller" oberiridsch zu bauen? Den Erdkeller quasi als Erdhügel? Der Effekt, gutes "Lagerklima" für Obst und Gemüse wäre der gleiche.



Literatur



ich habe ein sehr schönes Buch von G.A. Breymann, Baukonstruktionslehre Teil 1 Stein (Teil 2 Holz hab ich auch, ist aber hier nicht relevant) das Kapitel "Gewölbebau " nimmt rd. 140 Seiten ein. Meine Ausgabe ist jüngeren Datums (1896 ) es gibt noch jüngere, aber auch etwas ältere. Wenn man Glück hat, antiquarisch oder im Web. Du solltest Fraktur lesen können.

Wegen der Hochwassersituation ist es sinnvoll, sich auf Klinker oder nicht so saugfähigen Naturstein wie Granit, Basalt oder Gneis zu orientieren und das Abfließen bzw. Abpumpen von diversen Wässerchen gleich mit einzuplanen. Und einen freundlichen Statiker suchen, der das Ganze mal zu Papier bringt. Ggfs. bekommt man das auch vom Klinker- Hersteller gegen ein kleines Honorar, zumindest was den Klinker betrifft. Da es sich um einen "Neubau" handelt, wird das aber nicht so einfach werden.



Danke für die Hinweise



@Andreas Wugk:
Vielen Dank für den Tip zum Buch von G.A. Breymann. Ich habe es bei ebay gefunden und mir gleich bestellt. Ich bin gespannt und freue mich, da etwas mehr erfahren zu können.
Vielen Dank auch für die Hinweise zum Material. Erst dachte ich an Sandstein, weil der hier in der Region sehr üppig vorhanden ist, aber der saugt sich natürlich gut mit Wasser voll.

@Karl-Heinz Hubel:
Es wäre an dieser Stelle fast egal, denn wenn Hochwasser da ist, dann richtig. Dann wäre auch alles oberirdische betroffen.

Ich werde mal berichten, sobald ich das Projekt abgeschlossen habe :)

VG Enrico