Fachmann / Statiker gesucht für Gewölbe




Wir wollen ein ca. 120 Jahre altes Bauernhaus kaufen. Eine Hälfte des Erdgeschosses ist als Stall mit drei parallelen Tonnengewölben ausgeführt, siehe auch Skizze. Das linkle Gewölbe wurde schone vor etlichen Jahren ersetzt durch eine flache Decke, das mittlere schmale Gewölbe ist i.O, das rechte Gewölbe hat einen Längsriß und hat sich deutlich abgesenkt. Ich suche nun jemanden im Raum Dresden der solche Schäden begutachten kann und Sanierungsvorschläge machen kann.



anscheinend hat sich



der Gegendruck durch die erste "Gewölbeentnahme"
aufgehoben so dass sich der Druck verschoben hat.
Meine erste Vermutung.
Sind irgendwelche Eisen entfernt worden?

FK





sieht nicht so aus. Es ist keine preussische Kappe. Alles ist aus Ziegelsteinen gemauert. Es liegen zwei, drei Steine frei, Diese sehen ziemlich weich aus, sodas man annehmen könnte, die schlechte Ziegelqualität ist die Ursache. Alle anderen Wände und decken sind absolut rißfrei.





Nun verstehe ich das! Als man damals das linke Gewölbe abgebrochen hat, hat man nicht richtig abgestützt, daducrch das rechte Gewölbe entlastet und das ist dann folgerichtig eingesackt.
Also sollte es möglich seindas eingesackte Gewölbe ebenfalls zu entfernen und durch eine Trägerdecke zu ersetzen. Oder?



so aus dem hohlen Bauch heraus …



kann man / ich das nicht pauschalisieren oder schreiben!!
Never touch a running System!
und einem Beinamputierten das andere Bein abschneiden, nur damit er nicht andauernd umfällt ist doch auch ein Blödsinn! Ihm wäre lieber er häte wieder sein andere Bein!
Oder sehen sie das anders?

System betrachten - Konzept- Abarbeiten!

viel Erfolg

FK



Hat eine gewisse Logik... :-)



dann möchte ich also nochmal meine Frage oder Bitte wiederholen; wer kann diesen Schaden begutachten und ein Sanierungskonzept erarbeiten. Objekt befindet sich im Raum Dresden.



Tipp



Hallo Thomas,
wende Dich mal an:
bewusst anders - Planen, Bauen, Leben
Planungsbüro für gesundes Bauen
Michael Reisinger, 01445 Radebeul

Michael ist zwar Archi, aber der hat bestimmt ein paar Kontakte an der Hand. Außerdem ist er auch Mitglied der Community.
Direkte Statikerbüros mit Sanierungserfahrung in DD sind mir nicht bekannt, aber das heisst ja nix...
Grüße aus Leipzig
Martin Malangeri



Fragen!



1) Ist die Flachdecke am Auflager lagemäßig wirklich höher als die Auflager der Gewölbe?
2) Welche Auflast befindet sich über dem Tonnegewölbe? Einzellast?
3) Ist eine Verformung der beiden Stützen (oder sind es Wände?) erkennbar?
4) Können Sie ein Foto der Situation ins Netz stellen?
5) Was sind die Spannweiten der drei Gewölbe?



weitere Fragen



Ich würde zur Beurteilung noch weitere Umstände berücksichtigen:
- Was befindet sich hinter den Aussenwänden? Erdreich? Wie hoch? Sind hier irgendwelche Veränderungen vorgenommenworden?
- Wie dick sind die Aussenwände / Innenwände?
- Masstäbliche Schnitt- und Grundrißzeichnung
- Weitere Rissbildungen ggf. an den Wänden über dem Gewölbe
- Gründung / Untergrund / Grundwasser
- Durchbrüche, Störungen der Gewölbe
- Wo liegt die Treppe zum Keller
- Materialien Ziegel, Mörtel.../ nachträgliche Decke
- ...

Wenn auch die Ursache vordergründig fast offensichtlich erscheint, so kann man in der Tat eine geignete Instandsetzung nur vor Ort bestimmen.

beste Grüsse,
jh



weitere regionale Ansprechpartner



Bauunternehmen Ortwin Trux, Dritte Haut Architekten (Peter Garkisch), Herr Reisinger Radebeul, Bauunternehmen Jens Jannasch GmbH.
Alles Plattformmitglieder und mit hohem Wissensstand.

Pfingstgrüße nach Dresden

Udo Mühle





hallo,
ich bin zwar kein gewölbespezialist, kann ihnen aber den folgenden architekten empfehlen, der vor seinem studium auch Steinmetz war und viel mit gewölben zu tun hat:

gunter ader, 0177 - 546 7777

sagen sie viele grüße vom kay!

falls sie am dienstag abend zeit haben, würde ich sie auch als "außerordentlichen gast" zu unserem gesellenstammtisch einladen, wo herr ader über sandsteingewölbe-bau referrieren wird.
falls interesse besteht kontaktieren sie mich für nähere infos (angaben im profil). ansonsten schaue ich auch gern mal nach ihrem haus, wenns ein holz-problem gibt.

viel spaß,

kay



Gewölbe



Dachog. Ich möchte mich der ersten Einschätzung vom Florian Kurz anschließen. Ein Gewölbe erzeugt neben vertikalen Auflagerdruck auch horizontalen Schub. Um nun die Stabilität eines Gewölbes zu gewährleisten, muß der durch das Gewölbe erzeugte Horizontalschub auf die Widerlager durch geeignete Maßnahmen aufgehoben werden, z.B. gleichgroßer Horizontalschub aus einem benachbarten Gewölbe. Dieses Gewölbe wurde aber abgetragen und durch eine Stahlbetondecke ersetzt. Solche Bauteile werden werden im Allgemeinen so berechnet bzw. konstruiert, daß nur vertikale Kräfte wirken. Der für die Standfestigkeit eines Gewölbes notwendige Gegendruck entfiel nun. Ist der Schub, den die Widerlager aufnehmen können gering, dann weichen sie aus. Im Gewölbescheitel öffnet sich die Fuge unten, an den Kämpfern oben und das Gewölbe stürzt ein. Neben der Begutachtung des Istzustandes durch einen Experten vor Ort, würde ich die Verwendung von Spannbändern prüfen. Aber unbedingt von einem Experten untersuchen lassen, der Gewölbestatik als Hobby hat. Die simple Übertragung der Verhältnisse eines Dreigelenkbogens auf ein durch Friktion gehaltenes Gewölbe bringt nur wenig. Mfg ut de Oltmark



Horizontaler Gewölbeschub wird übetragen



Dem Vorredner würde ich mich anschließen, wenn überhaupt kein Widerlage vorhanden wäre. Da aber eine Stahlbetondecke eingebaut wurde, die als Scheibe wirkend, den horizontalen Schub übertragen kann, ist viel mehr zu untersuchen, welche Verformungen in den Aussenwänden vorhanden sind bzw. welches Gegengewicht die Gewölbe bisher stabiliserten? Erdschüttungen die entfernt wurden? Auflasten auf den Wänden, die entfernt wurden? Horizontale Verschlauderungen die entfernt wurden? Etc...