Punktbelastung Seitenwand Gewölbekeller

14.08.2010



Liebes Expertenforum!
Nachdem ich mich durch mehrere Jahre Gewölbethematik durchgelesen habe, bitten wir um einen Rat.
Wir sanieren seit über einem Jahr unser 200 Jahre altes Bauernhaus.
Aktuell geht es um den Einbau eines wasserführenden Ofens, der in der "guten Stube" aufgestellt werden soll. Darunter befindet sich ein Gewölbekeller, den wir gern erhalten wollen. Der Ofen soll mit zwei Füßen auf der Mauer zwischen der guten Stube (Gewölbe-Seitenwand darunter) und Küche (nicht unterkellert) kommen. Für die anderen zwei Füße des 1000 kg wiegenden Ofens braucht es eine Betonplatte. Wie soll diese eingebracht werden?
Die sehr interessanten Forumseinträge haben uns leider nicht schlauer gemacht. Wie bei den meisten Foristen hier handelt es sich beim aktuellen Boden der guten Stube um Dielen auf Lagerhölzern, die keinen Kontakt zu den Wänden haben und im Sand/Schutt liegen. Trotz des sehr feuchten Ziegel-Gewölbekellers inklusive Brunnens sind die Hölzer trocken!
Ist eine Punktbelastung von ca. 500 kg auf 400x50x12cm Betonplatte für die Seitenwand des Tonnengewölbes tödlich?
Oder ist das Einbringen eines Stahlträgers mit Auflage auf Außenwand und Kellerwand sinnvoller?
Herzlichen Dank für Ihren Rat.

Freundliche Grüße von der Schwäbischen Alb
Corinna





Hallo,

um das definitiv zu beurteilen, müßte ich das Gewölbe sehen.
Bei einem einsteinigen Gewölbe, dessen Fugen druckfest vermörtelt sind, ist das in der Regel kein Problem.
Der Schwachpunkt ist vielmehr die Auflast am Scheitelpunkt.

Grüße



Gewölbe



sind feinfühlige Konstruktionen.

Können Sie das evtl zeichnerisch in Grundriss und Schnitt darstellen?

evtl Planauszüge per Mail?

Gruss nach Langenau

FK



Versuch einer zeichnerischen Darstellung



....mit der Bitte um Nachsicht für die "Qualität" derselben...

Herzlich
Corinna





Die Betonplatte sollte auf der Schüttung, nicht auf den Dielen liegen (aber nicht auf dem tragenden Gewölbe anbetonieren!), bewehrt sein und so gross, dass es eben nicht mehr zu einer Punktbelastung kommt.
Das sollte im Zweifel ein Statiker beurteilen. Am Rand der Platte müssen dann neue Lagerhölzer als Auflage für die Dielen hin.
Wenn man den Beton sorgfältig einbringt, mit einem Verputz aus Sand und Weisszement beschichtet und diesen dann vor dem Setzen des Ofens abschleift, kann man eine schöne Bodenplatte erhalten, die gut zu Landhausdielen passt und auf gleicher Höhe liegt. Sieht besser aus als Fliesen oder Belegung mit Natursteinplatten.

Wenn die Betonplatte so gross ist, dass der Schutz des Dielenbodens vor Brand gegeben ist, kann das Ofenbodenblech entfallen. Normalerweise sind z.B. bis 60 cm vor dem Feuertüre Holzböden durch ein Blech vor herausfallender Glut zu schützen. Genaueres hierzu weiss der Schornsteinfegerbezirkshauptobermeister, der auch den Ofen abnehmen muss.



Das ist ganz



klar ein Fall für den Statiker. Der kann exakt nachrechnen, wie diese Last bis in den Boden unterhalb des Gebäudes geführt werden kann. Und der kann auch genau festlegen, welche Massnahmen dazu erforderlich sind. Alles andere ist "Wind vor der Hoftüre".
MfG
dasMaurer



Ofen



Hallo Corinna!
Der Statiker weiß bescheid!

Gleiches Problem bei uns wurde wie folgt gelöst:

Bodenplatte mit Estrich, darauf Granitplatten, darauf der Ofen.
Im Keller dauerhaft gesprießt (mit Beton schön fundamentiert), ist keine große Sache und evtl nicht notwendig, aber man ist eben auf der sicheren Seite.
(Die 2 Sprieße geben ein prima Regal für Eingemachtes ab)

Es sollte auf jeden Fall ein Statiker einen Blick auf die Vorgehensweise werfen.

frohes Schaffen,
Gruß P.