Gewölbe freilegen und dämmen

21.01.2007


Guten Morgen,

ich hätte eine Frage zum Thema Gewölbe, da mein alter Herr und ich sonst nicht weiter kommen.
Das Haus der Großmutter soll weg gerissen werden. Darunter berfindet sich ein Keller mit Gewölbedecke, der auch weiterhin genutzt werden soll. Problem an der ganzen Sache ist, nach Freilegen des Gewölbes befindet sich dieses dann ca.1m über dem Pflaster des Hofes.
Vorgestellt haben wir uns, diese Fläche dann als Freifläche ohne Dach und als Sitzecke zu benutzen. Als Zimmermann ist es kein Problem für mich, im nachhinein eine Konstruktion über das Gewölbe zu bringen, welches dieses nicht belastet.
Meine Frage nun, wie bekomme ich das Gewölbe wasserdicht und auch gedämmt, dass der Keller sich im Sommer nicht aufheizt.

Gruß Hans Gilke



was spricht dagegen, den Gewölbekeller z.B. mit Dachziegeln, Steinen



vom kommenden Abbruch, klein geklopft zusammen mit und purem Lehm zu verfüllen? Anschließend gut verdichten und als Abschluß eine Betonplatte auf kapillarer Kiesschicht aufzubringen?
Natürlich muß darauf geachtet werden, daß keine organischen Baustoffe wie Holz oder Stroh in die Verfüllebene reinkommen.



dagegen spricht....



....das wir den Keller doch noch benutzen wollen!!!!
Im Prinzip ist uns im Unklaren, wie wir das Gewölbe, was ja dann unter freien Himmel liegt, dicht und gedämmt bekommen, bevor wir zum Beispiel dann eine Sitzecke darauf bauen.

Gruß Hans



Dann wäre eine beispielhafte Lösung wie folgt machbar:



direkt auf das Gewölbe zur Wärmedämmung einen Kork-Kalkestrich , Stärke ca 15-18 cm aufbringen (eine mit Betonmischer selbstgemachte Mischung aus Korkgranulat, Sand und Traßkalk, bzw. hier Zement als Bindemittel).
Nach Trocknung kann dann eine wasserdichte Betonbodenplatte aufbetoniert werden.



Gewölbe freilegen und dämmen



Vorsicht beim Abbruch des Hauses, falls Sie keine preußische Kappen haben!
Sie nehmen die Auflast von den Gewölbewiderlagern weg, die nicht im Boden gestützt sind; es besteht die Gefahr des Gewölbeeinbruchs.
Die Dämmung der Kellerdecke stellt kein Problem dar; die Zwickel mit Bauschutt und Lehm auffüllen und eine bewehrte Decke aus WU- Beton mit Gefälle aufbetonieren. Diese Decke kann auch zum Auffangen des Gewölbeschubs benutzt werden. Sie haben dann soviel Masse auf dem Gewölbe, das jährliche Temperaturschwankungen abgefangen werden und damit die Temperatur im Keller stabilisiert wird. Als Terrassenbelag empfehle ich Ihnen Holz, für Sie als Zimmerer sicher kein Problem.



@ Georg



Ist der WU-Beton tatsächlich so dicht, daß auf Abdichtbahnen verzichtet werden kann?

Neugierige Grüße

Thomas



Dichtheit von WU- Beton



15 - 20 cm WU- Beton mit leichtem Gefälle verlegt sind so dicht, daß kein Wasser in flüssiger Form eindringt. Im Beton wird sich eine Gleichgewichtsfeuchte einstellen. Da darunter eine Schüttung und ein Keller liegt, sollte also Wasser kein Problem sein. Selbst Wasser unter hydrostatischem Druck kann WU- Beton entsprechender Stärke und Verarbeitung aushalten; die Norweger bauen aus WU- Beton mit Liapor als Zuschlag schwimmende Plattfomen für die Öl- und Gasgewinnung. Eine der ersten Anwendungen von Stahlbeton war übrigens eine Yacht, die der Franzose Jean- Louis Lambot 1855 bauen ließ, um die Vorzüge des neuen Baustoffes Strahlbeton (er nannte ihn Ferciment)zu demonstrieren.

Viele Grüße
Georg



Danke....



Erstmal vielen Dank für die reichhaltigen Antworten, ich denke ich weiss jetzt Bescheid, wie ich die Sache anzugehen habe.
Falls sich noch weitere Fragen auftuen, werde ich die gerne hier im Forum stellen, sehr kompetente Mitglieder hier!!

Gruß Hans Gilke