Wandheizung und Lehmputz

06.06.2006



Hallo,

sind gerade dabei, unser Haus inne mit Lehm zu verputzen. Die Wandheizungsleitungen "liegen" schon.
Jetzt zu unserem Problem. Haben gehört, daß man da, wo sich die Leitungen befinden ein Armierungsgewebe (wir haben uns für Jute entschieden) einputzen muß, um spätere Risse im Putz zu vermeiden. Am Samstag haben wir damit angefangen und heute ging an einer Wand das Gewebe fast von allein wieder runter. Vielleicht doch ohne dem Gewebe verputzen?
Wer hat Erfahrung damit.
Und noch was: unsere Heizung funktioniert noch nicht, da wir den Kessel,.. noch nicht haben. Wir zwar morgen geliefert, aber anschließen ist vorerst noch nicht, da wir alles voller Lehm-Big-Pacs sitzen haben und den Kessel nicht dahin bekommen, wo er dann mal stehen soll. Ist das ein Problem?
Haben nämlich gelesen, daß man zwischenzeitlich schon mal heizen soll, wegen der Ausdehnung der Leitungen. Haben einen Lehmgrundputz, den wir auftragen, und dann kommt später nur noch ein Lehmstreichputz (also ganz dünn, wie Farbe) drauf.
Was sollen wir nun machen???
Vielen lieben Dank für die Antworten

Heike



Gewebe



Hallo !

Welche Maschenweite hat das Gewebe ?
Ich habe ein Glasfasergewebe 8x8mm eingebracht, das ging problemlos.
An anderer Stelle habe ich als Fugenarmierung auch mal einen Jutegewebestreifen verwendet, 5x5mm Maschenweite, der kam mir auch ein paar mal wieder entgegen. Hatte irgendwie das Gefühl, das die Putzlagen durch die feinen Maschen nicht richtig aneinander "klebten".
..und ja, das Gewebe war vorher eingeweicht. Funktionierte aber im Endeffekt trotzdem, nach Trocknung sind die Fugen nicht gerissen und hohl liegt dort auch nichts.

Viele Grüße,
Karsten



Wandheizung und Lehmputz



Hallo,
wenn das Gewebe nicht hält, ist vielleicht auch daß Material zum einspachteln des Gewebes zu grobkörnig, zu dünn aufgetragen oder einfach zu dick für die feine Maschenweite des Jutegewebes.
Das Aufheizverhalten ist von Hersteller zu Hersteller (der Wandheizung) unterschiedlich, da die Rohre aus unterschiedlichen Materialien bestehen können, die sich auch unterschiedlich ausdehnen.Bei einigen Verbundrohren muß gar nicht vorher aufgeheizt werden.
Bei den meisten Systemen sollte der Lehmgrundputz aufgetragen werden (über die Rohre), dann die Wandheizung über mehrere Tage aufgeheizt und danach die Endlage Lehmgrundputz darauf.





ganz entscheidende Frage, aus welchem Material sind die WFH Leitungen?

Prinzipiell kann man hier auf Armiergewebe verzichten. Bei Pe-Rohren wäre die höchste VL Temperatur ratsam, da hier die Ausdehnung weit höher liegt als bei Kupfer.

Bei richtig eingestellten Unterputz, und der geigneten Magerung, z.B. Stroh, sind die Bewegungen für den Putz ein leichtes.

MfG



Jute contra Glasfaser



Wie Ihre Erfahrungen nun ausgefallen sind, funktioniert die Jute nicht.
Dies wäre im Vorfeld auch unsere Information an Sie gewesen, auch wenn andere etwas gegenteiliges gemeint hätten.
Jute nimmt leider fast keine großen Rissüberbrückungen auf und wirkt dazu leider noch als Trennlage der einzelnen Putzlagen.
Maschenweite viel zu klein, unmögliches Einbetten in die Putzlage und dazu noch ein Vollsaugen mit der Feuchtigkeit (Textilgewebe wird dadurch wesentlich schwerer!!) sind leider die entscheidensten Negativseiten dieses Materials.
Dazu kommt noch, daß es gegenüber von Glasfaserarmierungsgewebe wesentlich teurer ist und kaum das absichert, wozu es gedacht ist.
Das Glasfaserarmierungsgewebe sollte eine Mindestmaschenweite von 10 x 10 mm aufweisen, besser noch 13 x 13 mm.
Je engmaschiger das Gewebe gewählt wird, um so eher entstehen Trennlagen, da die Materialhomogenität durch das Einbetten (gerade bei Strohhäckselbeimengungen!) zu einer gewissen Entmischung kommt, soll heißen, daß fast nur noch Lehmschlämme hindurchgezogen wird, die wiederum eine hohe Quellfähigkeit aufweist und somit zu weiteren Rißbildungen im Oberputzbereich führen kann.
Auf Wandheizungen sollte stets ein Armierungsgewebe eingebracht werden und der Verputz sollte außerdem unter Wärmelast erfolgen (Unterputz).
Wenn Sie sich für eine Oberflächenbeschichtung mit einem Lehmfinish (Streichputz) entschieden haben, so sollte darauf geachtet werden, daß Sie nach dem Grundputzverputz die Gewebeeinbettung nochmals mit dem Unterputz überarbeiten sollten, um die Unebenheiten zwischen den Heizleitungen zu beseitigen (durch die Putzstärken schnürt bei Austrocknung der Putz etwas ein(schwindet) und man sieht sämtliche Leitungsführungen!) und außerdem bleiben die Gewebearmierungdkarree's gegen das Licht sichtbar.
Diese minimale Unterputznachbeschichtung sollte dazu dann noch grob durchgeschwammt werden, um einen guten Untergrund für Ihre gewählte Streichputzvariante zu liefern.
Sollten weitere Frage dazu bei Ihnen noch auftreten, dann können Sie sich auch telefonisch bei uns melden, um Hilfestellung zu erfahren.


Grüße udo Mühle





"Auf Wandheizungen sollte stets ein Armierungsgewebe eingebracht werden..."

,will dir altem Lehmwerfer ja nicht widersprechen, aber bei mir hat es mit stroharmiertem Unterputz auch funktioniert, ohne Risse und ohne Gewebe...*g



@Johannes



Natürlich kann es auch ohne Gewebeeinlage funktionieren, doch in der jetzigen Zeit (Risslosigkeit, Gipsputzoberflächendenken etc.!) ist eine Gewebeeinlage stets dienlich.
Die weiteren Gründe unserer Argumentation haben wir ja soeben im netten Telefonat erörtert.

Grüße Udo





Bingo



Wandheizung und Lehmputz



Wahrscheinlich war der Lehm unter dem Gewebe zu dünn.
An anderer Stelle, wo er dicker war, hält es anscheinend - hoffentlich.
Die Leitungen sind aus aluminiumummantelten Kunststoffrohren. Wegen der Ausdehnung....

Liebe Grüße und allen vielen Dank

Heike



Armierung muss sein



Beim verputzen von Heizungsrohren ist es wie beim Verputzen von Lehmöfen , die sollten bei ihrer maximalen Ausdehnung verputzt werden, sprich heiss. Und armiert sollten sie rohre auch werden. Gittex geht, Ziegeldrahtgitter ist top , mit jute kenn ich mich nicht aus , müsste aber so wie Gittex funktionieren



Wand noch mal neu verputzt



Hallo,

also, nachdem das Gewebe ja mehr oder weniger von alleine wieder runter kam, haben wir den Rest runtergezogen, eine Schicht Lehmputz runtergekratzt, noch mal neu verputzt und das Gewebe erneut eingearbeitet und es sieht schon viel besser aus als das letzte mal und ich denke, es hält. Wahrscheinlich war die letzte Schicht echt einfach zu dünn.

Vielen Dank und leibe Grüße
Heike