Komplettsanierung Fachwerkhaus - Außendämmung, Fensteraustausch und Deckendämmung




Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin durch googeln auf dieses sehr hilfreiche Forum gestoßen und habe auch schon einige Anregungen erhalten. Mein Partner und ich haben eine komplette Sanierung eines Fachwerkhauses vor und hierfür auch ein Bafa Gutachten von einer hierfür lizenzierten Beraterin für Denkmalschutz angefordert. Nun möchten wir demnächst Angebote einholen, ich bin aber noch unsicher, ob die Vorschläge die besten sind.

Die untere Ebene des Hauses besteht aus Bruchstein, der allerdings nicht sichtbar ist, sondern verputzt (27cm). Darüber befinden sich im 1. OG Lehmwände mit einer Dicke von 17 cm. Zurzeit von außen mit hässlichem Blech als Wetterschutz versiegelt. Nun ist uns laut dem Bafa-Bericht eine HEP - Wärmedämmverbundsystem mit Putzoberfläche 15 cm WLG 035 vorgeschlagen worden. Für das OG eine hinterlüftete Außendämmung, die verschiefert werden soll. Die Verschieferung ist uns wichtig zum einen aufgrund des Schutzes vor Witterung, aber auch, da wir die Fenster ebenfalls austauschen (Holzfenster 2fach isoliert in weiß mit grünen Fensterläden) und eine "bergischer Stil Optik" herstellen möchten. Außendämmung ist uns zum Glück vom Denkmalschutz genehmigt worden, nur das Bild soll gleich bleiben - sprich unten Putz und oben Schiefer oder Holzschalung (die wir aber nicht vorziehen). Ich würde gerne zum einen erfahren, wie es mit dem Dämmaterial aussieht, da von Mineralwolle gesprochen wurde, ich aber den Eindruck beim Lesen des Forums hatte, es gibt bessere Materialien.
Außerdem wurde eine Deckendämmung mit 20 cm dicken Dämmplatten (begehbar) vorgeschlagen, hier haben Bekannte, die auch ein Fachwerkhaus haben, mit Blick auf Feuchtigkeitsbildung aber schon abgeraten.
Ich würde mich also sehr über Denkanstöße, Tipps, Erfahrungsberichte sowie gerne auch über gute Fachbetriebe in der Nähe (Gummersbach / Oberbergischer Kreis / Nähe Köln) freuen.
Viele Grüße
Sabine Hering



Skepsis



HAllo Wenn Sie Denkmalschutz haben - fällt die EnEv schon mal flach.
Für mich ein relevantes Positivum.
Für Sie ein Grund trotzdem zu dämmen.

Glauben Sie auch an die Errettung der Eisbären durch die BAFA und die KfW?

Ich nicht!

Wenn Sie schon die betörenden und kompetenten Bafa Berater im Auftrag haben, machen Sie kein Mischmasch sondern lassen Sie den doch die Ausführung definieren … und nageln Sie ihn fest auf Nachhaltigkeit und Langlebigkeit - er soll 30 Jahre für seine Beratung haften, für Fehler, die durch die Dämmereien entstehen …

Ich würde ganz anders rangehen - Gesamtkonzept - Nachhaltigkeit und Einfachheit …

Für mich gibt es keine "guten" und "bösen" Dämm-Materialien - denn sie machen beide das selbe: Mit der Zeit wenn's blöd läuft Feuchte sammeln …

Unten Kalkputz - oben verschieferte und hinterlüftete Fassade … einfaches Heizkonzept einfache Fenster … etc. Gesamtpaket … gesamtes Haus - gesamtes Paket … nicht verfallen und Einzelteile "optimieren" auf ausgewogenen Gleichmässigkeit achten …

"Die Kette ist so stark wie ihr schwächstes Glied - nicht wie das stärkste"

Florian Kurz



Sanierungskonzept



Hallo Sabine, es besteht ein gewaltiger Unterschied zwischen einem Sanierungskonzept und einem Konzept zur Umsetzung der ENEV- Forderungen.
Sanierungskonzept heißt die erforderlichen Maßnahmen auf Grund des baulichen Zustandes und der geplanten Nutzung im Gesamtzusammenhang zu konzipieren und aufeinander abzustimmen.
Manchmal haben Energieberater nicht gerade viel Ahnung von alten Gebäuden und konzentrieren sich nur auf die energetische Ertüchtigung.
Das führt zwangsläufig zu Konflikten mit der eigentlichen Sanierungsaufgabe. Ich hoffe das so etwas bei Ihnen nicht passiert.
Konkrete Hinweise kann ich ihnen mit den genannten Angaben nicht liefern, da ich hier gewisse Unstimmigkeiten sehe.
Die EG- Wand ist entweder nicht aus Bruchstein oder dicker wie 27 cm. Eine Bruchsteinwand besteht aus zwei Schalen mit einer regellosen Füllung dazwischen, unter 35, 40 cm Dicke lässt sich das nicht bauen. 27 cm klingt eher nach Ziegelmauerwerk.
Fachwerk mit 15 cm Außendämmung zu versehen ist für mich energetisch fragwürdig und kann einen Haufen Probleme bei der technischen Umsetzung bringen.
Das mit der Deckendämmung ist wie mit Sender Jerewan: Im Prinzip möglich aber...
Womit wir wieder beim Thema ganzheitliche Betrachtungsweise wären.

Viele Grüße





Hallo
Vielen Dank erst einmal für die schnellen und hilfreichen Antworten.
Ich muss sagen wir sind absolute Laien haben versucht uns einzulesen und dann extra jemanden geholt, der für Denkmäler beraten darf. Da wir nur Firmen beauftragen wollen die auch Ahnung von alten Häusern haben, habe ich mich durch das Internet "gegoogelt" und bin dabei erst auf die Thematik des zu extremen Dämmens gestossen. Wir sind beide jung, sind gerade auch die Räume am sanieren und haben gerade Zeit und Geld jetzt alles einmal richtig zu machen. Ich muss dazu sagen es zieht im OG trotz neuer Heizung extrem und ist wirklich kalt, deswegen sind wir auf die Idee gekommen. Nun habe ich aber den Eindruck es geht nicht darum, wieviel Dämmung das Haus braucht sondern wieviel benötigt wird, um die Bafa-Bedingungen zu erreichen. Aber Dämmmaterial ist ja auch teuer und wenn wir keine 20cm dicken Platten auf dem Dach brauchen - ganz ehrlich dann verzichte ich auch lieber auf den günstigen Kfw Zinssatz und finanziere mit den auch extrem günstigen normalen Mitteln.
Darf ich fragen, was ein Sanierungskonzept als einfaches Konzept ca kostet?
Ich persönlich würde auch schon fast auf einfach Verputzen unten tendieren. Was das OG angeht...wird es mit der einfachen Hinterlüftung und Verschieferung in Kombination mit neuen Fenstern auch wärmer? Wir hatten die Sanierung auch vor, damit vor Familienplanung die Kälte und Zugigkeit aufhören - gegen Schimmel wollte ich sie aber nicht eintauschen und ich frage mich, ob 15cm Dämmmaterial auf Lehmwand (oben) wirklich so gut sind. .nur was mich ärgert, genau damit das nicht passiert, haben wir extra einen Berater gesucht, der Fachwerkerfahrung hat und die Denkmalberatungslizenz...Aber ganz pragmatisch gedacht denke ich gerade lieber ein Bafa Gutachten in den Sand gesetzt als das ganze Haus. ..woran erkenne ich denn jemanden, der uns ein Sanierungskonzept erstellen kann oder gibt es vllt Empfehlungen im Oberbergischen Kreis oder Köln? Vielen Dank noch einmal
Sabine HHering



Lizenz zum Beraten …



Hallo

Leider gibt es keine Schilder, die erworben werden können auf denen steht:
DER ist gut und macht gute Arbeit!

So ein Gesamtkonzept beinhaltet eigentlich immer schon und vor allem auch die Beheizung …

Wenn Sie das Konzept wirklich in allen Punkten verstanden haben … und das sollte etwas dauern (Sie sind Laien) … wissen Sie was gut für Sie und ihr Haus ist … so würde ich die Konzeptberatung aufbauen …

Zu den Kosten: Gegenfrage:
Was würden Sie denn ausgeben wollen?

Mailen Sie mir und ich mache Ihnen ein Angebot hierzu … unverbindlich natürlich …

Je komplizierter Aufbauten und Argumentationen sind und je mehr Tabellen und vermeintliche "wissenschaftliche Beweise" in der Argumentation auftauchen um so zweifelhafter ist für mich die bauliche und nachhaltige Relevanz …

Wenn Sie hier im Forum stöbern werden Sie sicher diverse unterschiedliche Meinungen zu den unterschiedlichsten Themen erkennen können … und dann wird es Ihnen wie vielen gehen: je mehr Sie lesen desto verwirrter werden Sie …

Viel Erfolg

Florian Kurz



Fachwerkhäuser



restaurieren-sanieren-modernisieren von Wolfgang Lenze ist ein tolles Buch, um zu verstehen wie so ein Fachwerkhaus "funktioniert".

Grüße Martin



Buchtipp



Hallo

Der Lenze ist zwar nicht schlecht … aber auch nicht das Gelbe vom Ei …

Als Bauanleitung nicht uneingeschränkt zu empfehlen …

Florian Kurz



Hatten



wir schon mal,das perfekte Buch gibt es nicht!

Aber von den Büchern zum Thema Fachwerk ,die es gibt ,ist das schon ziemlich gut!



stimmt … es gibt schlechtere …



und wenig wirklich bessere … aber leider sehen gerade Laien gerne "Bibeln" in solchen Büchern …

Florian Kurz





Hallo,

ich bin gestern über Konrad Fischer gestolpert, Altbauten kostengünstig sanieren. Das hab ich als pdf vorliegen, hab auch schon einige Teile gelesen und bin im Moment eigentlich bestärkt worden, dass dicke Dämmplatten auf einer 17cm Lehmwand ja irgendwie nicht die tolle Idee sein können. Bis ich mich komplett eingelesen habe, wirds dauern, hab aber schon die halbe Nacht Beiträge usw. gelesen und denke zum jetzigen Standpunkt ist schon klar was wir nicht wollen - dämmen bis zum Schimmelproblem...Die Verschieferung sollte auch aus optischen Gründen und wegen dem Wetterschutz angebracht werden. Würde eine hinterlüftete Fassade vor dem Schiefer und ein Kalkputz denn schon dafür sorgen, dass es wärmer/weniger zugig wird? Denn gegen die Wahnsinnsdämmung haben wir uns eigentlich, nach dem was ich gelesen habe, schon entschieden, nur im Zug sitzen möchten wir trotzdem nicht...ich frage mich gerade, ob neue Fenster (und da haben wir uns für Holz und zweifach entschieden, eben damit es nicht hermetisch abgeriegelt wird) und Verschieferung und Putz ausreichen, damit die Heizung dann auch wärmen kann...

Herr Kurz, leider haben wir das Haus kurz vor Winter übernommen inklusive einer 26 Jahre alten Ölheizung. Die Variante war entweder Heizungseinbau oder Frieren. Damals wusste ich auch gar nicht, dass die Heizung wie in den Links Ihrer Seite so in ein Konzept eingebaut werden kann. Ich hoffe, es gibt auch noch andere Möglichkeiten - wie gesagt, uns geht es nicht ums totale Optimum mit maximalster Energieeinsparung, sondern darum, dass wir moderate Energiepreise in einem recht warmen Haus haben, so einfach das möglich ist und wenn es besser ist so zu verfahren, dann halt ohne Kfw. Ich schreibe Ihnen gleich aber noch eine private Mail, vielleicht kann ja auch eine Onlineberatung erfolgen (wir sitzen ja leider im Oberbergischen).
Vielen Dank nochmal an alle Tipps, die hier kommen, das ist wirklich hilfreich



Dämmungskonzepte



Meins geht in die Richtung sich möglichst an dem zu orientiern was hier 150 Jahre Bestand hatte,Ausfachung 13,5 cm Lehmschlag oder Leichtlehmstein,auf allen Wänden durchlaufenden Innenputz 7cm Strohlehm,alle Decken einschließlich Balken mit Strohlehm verputzen.
Sclagwetterseite verkleiden(Schiefer)
Heizung ,Grundofen für EG und OG ,Kaminofen DG.

Weder frieren wir uns dabei den Hintern ab und hausen auch nicht im Mittelaltermuseum.
Konrad Fischer ist auch interessante Lektüre,ich find den Menschen aber sehr verwirrt ;-)

Grüße Martin





Hallo Martin,

das mit dem leicht verwirrten Eindruck ist mir auch schon aufgefallen ;-). Hat mich auch von einer Kontaktaufnahme abgehalten. Ich würde bei der Variante "alte Stoffe, die sich schon bewährt haben" auch ruhiger schlafen und wir hatten im Gespräch auch schon gesagt, dass wir keine Dämmfanatiker sind, sondern es einfach nur was warm haben wollen (insbesondere die Zimmer mit zwei Außenwänden sind extrem kalt). Überlegen nun an einer möglichen Wandheizung mit Lehmputz, da wir in diesem Forum über das WEM Klimaregister gestolpert sind und einer Verschieferung des OG mit hinterlüfteter Fassade. Wenn so etwas ausreichen würde, um das Frieren einzustellen, wäre uns das lieber. Auf jeden Fall wird mir beim Gedanken 20cm dicker Dämmplatten auf dem Dachboden ganz anders...Ich denke mal, dass die Verschieferung mit Einbau neuer Heizung, dem neuen Kalkanstrich im EG, der von Herrn Kurz vorgeschlagen wurde und vor allem den neuen Fenstern (die sind wirklich nötig)
vielleicht die bessere Alternative ist. Es ging uns auch nicht einzig und allein ums dämmen, sondern auch um eine Wiederherstellung der Optik, da im Moment hässliche Blechverkleidung angebracht ist....



Hallo



Sabine noch ein Tip ,meldet euch hier an,so kannst du hier auch Bilder einstellen,das macht die Beantwortung von Fragen doch viel einfacher,auch wenn hier keiner aufgrund von Bildern ein Konzept erstellen kann.
Und die Gemeinschaft wächst:-)





Hallo Martin,

hiermit passiert :). Und ein paar Bilder folgen auch, hier ist die Blechverdeckung halt gut zu sehen, dass sollte alles verschiefert werden...





Bild 2





und Nummer 3



Sieht



so aus als wäre euer Haus wenig verbastelt :-) die Blechdeckung ist nicht schön aber schützt,haben wir hier auch.

Allerdings werden dadurch auch die Balken verdeckt ,Schäden sind so von aussen nicht einsehbar,das wäre vielleicht der erste Schritt ,zu beurteilen in welchem Zustand das Fachwerk ist,das ist auch von innen möglich.
Dazu wäre ein Fachwerk erfahrener Zimmermann hilfreich,ich kenne eine Firma aus Langenberg ,hier im Forum finden sich sicher auch genug.
Es nützt euch nichts irgendwo anzufangen wenn das Tragwerk nicht in Ordnung ist,abreissen geht immer flotter ,wie wieder aufbauen dauert meist länger.
Geld und Zeit ist natürlich auch ein Thema,mit viel Zeit läßt sich eher wenig Geld ersetzen,wer will und es drauf hat kann vieles selber machen.
Wir sind jetzt im dritten Sanierungsjahr und fünf sechs Jahre werden es noch,ich mache hier aber auch alles alleine.
Dauert dann halt,aber nur so kann ich das hier finanzieren und ich hab echten Spass dabei,wenn auch manches gar nicht spassig ist.

Grüße Martin



Bestandsaufnahme



Ist denn für die BAFA-Beratung eine Bestandsaufnahme druchgeführt worden., die auch eventuelle Bauschäden aus nicht fachwerkgerechten Sanierungsmaßnahmen der Vorbesitzer und aus eventuellen Feuchtebelastungen der unterschiedlichsten Art berücksichtigt?

Ein (energetisches) Sanierungskonzept kann nur sinnvoll nach diesen Voruntersuchungen und einer möglichst genauem Feststellung des Ist-Zustandes erstellt werden. Es umfasst mehr als die Erzielung eines maximal möglichen Dämmstandards, der bei Altbauten wie Fachwerkhäusern auf Grund der konstruktiven Eigenheiten auch nur mit unangemessenem Aufwand zu erzielen ist.

Bei Ihrem HAus sollte zuerst das FAchwerk innen und außen (partiell) freigelegt und der Erhaltungszustand beurteilt werden.

Abgesehen von den daraus folgenden Sanierungsanforderungen ergeben sich die angemessenenen Dämm- und sonstigen energetischen Sanierungslösungen meistens ganz organisch aus den konstruktiven Gegebenheiten des jeweiligen Objektes.

Hier steht dann auch eher der Schutz und die fachgerechte Rekonstruktion der alten BAusubstanz im Vordergrund, bauphysikalisch stimmige Bauteilaufbauten , eine Wind- und Regendichtigkeit der FW-Konstruktion und eine Minimierung von Wärmebrücken.

Es geht auch vordringlich um eine Erhöhung der Behaglichkeit bei der Nutzung der Räume und die ist nicht an einen max. EnEV-Standard gebunden.

Mein Büro ist zwar nicht gerade um die Ecke; da ich aber in den kommenden Monaten mit einer Sanierung in Nümbrecht zu tun habe, kann ich bei Bedarf gerne bei Ihnen zu einer Sanierungs- und Bauberatung vorbeikommen.

Ein Sanierungskonzept sollte immer firmen- und produktneutral formuliert sein - insofern nicht von den Firmen oder "Produktberatern" selbst. Es ist dann eine Architektenleistung, wird nach der HOAI berechnet (Honorarordnung für Architekten und Ingenieure) und orientiert sich an den sog, anrechenbaren Baukosten. Es beinhaltet auch Kostenkalulationen (Kostenschätzungen der verschiedenen Ausbaustufen). Auf Wunsch können auch Eigenleistungen berücksichtigt und (Teil) Sanierungskonzepte in Eigenleistung erstellt werden.

Meine Kontaktdaten finden Sie unter "Homepage"

PS: Aus welchem Grund ist das Haus denkmalgeschützt? WAs schreibt die UDenkmSchBehörde in Ihrer Begründung und welche Auflagen macht sie?





Hallo,

jetzt bin ich erstmal etwas erschlagen, dass heißt die Bleche müssen ab und dann erst kann geguckt werden, was saniert werden muss und ggf. müssen die Gefache aufgearbeitet werden, bevor verschiefert werden kann? Bauschäden usw. wurden nicht berücksichtigt und wir hatten explizit gesagt, dass es uns auch um den Ist-Stand geht und darum, wie Sie so schön formulieren, eine Behaglichkeit herzustellen, einen Preis im Energiesparen wollten wir nie gewinnen, nur halbwegs moderate Werte erzielen. Ich hab beim BAFA Bericht nun aber den Eindruck dass, (entschuldigen Sie die Formulierung), nur überlegt wurde, wo noch Dämmschichten "drangeklatscht" werden können, damit man ja die Förderquote trifft. Wir sind aber eher dran interessiert, das Haus wieder optisch zu beleben und dabei auf vernünftigem Niveau eine moderate Energieverbesserung (die einem Fachwerkhaus gerecht wird)mit zu erzielen.

D.h. am besten suchen wir uns erst mal einen Zimmerer und lassen das FW begutachten?

Denkmalschutz besteht meines Wissens wegen dem Stall, der damals mit der Tierhaltung quasi als "Biologische Heizanlage" genutzt wurde, Auflagen betreffen nur das Haus (auch nicht den Vorbei) und das Ansehen muss erhalten bleiben, d.h. unten der Putz und oben andere Materialien. Wir dürften eine Holzschalung im OG anbringen, oder eine Verschieferung. Da das Haus nahe an der nachträglich hinzugekommenen Straße liegt und wir jedesmal beim Bearbeiten der Holzschalung offiziell eine Straßensperrung beantragen müssten, und auch wegen Optik und guter Eigenschaften wegen Witterung wollten wir verschiefern lassen. Fensteraustausch wird auch erfolgen und ist, wie Türenaustausch, ebenfalls erlaubt worden (2fach isolierte Holzfenster).



Vorgehensweise



DAs BAFA-Gutachten hat -leider- die Maximierung der Dämmung im Fokus, was aber zu einseitig und auch zu einfach gedacht ist. Ich fertige kein Gutachten ohne Bauaufnahme und ohne Bezug zum baulichen Zustand des Objektes an.

An das BAFA-Gutachten sind Sie aber nur gebunden, wenn Sie eine kfw-Förderung oder einen kfw-Zuschuss beantragen wollen. Ansonsten gelten die Vorgaben der ENEv, die aber für Altbauten und Denkmäler auch Ausnahmen gestatten.

Letztentdlich gilt auch immer das Gebot der Ökonomie. Niemand kann Sie zu Maßnahmen zwingen, die von Ihnen nicht finanziert werden können.

Ich empfehle Ihnen ganz klar: eine Bauaufnahme mit Bewertung des Ist-Zustandes vor allen anderen Maßnahmen, ein Sanierungs- und energetisches Sanierungskonzept zu erstellen, eine Kostenschätzung anzufertigen und dann zu schauen, ob es sich lohnt, Fördermittel zu beantragen.

Die Bauaufnahme sollte von einem fachkundigen Architekten/Bauingenieur durchgeführt werden, nicht von einer Fachfirma. Diese kann ihr Gewerk überschauen, nicht aber das Gebäude in seiner Gesamtheit und alle Maßnahmen, die aufeinander abgestimmt, kostenmäßig kalkuliert und eben auch fachkundig geplant werden müssen.

Ich biete Ihnen gerne ein Telefonat an in der kommenden Woche zu dieser Thematik. Sie können mich idR. gut zwischen 14:00-19:00 Uhr unter meiner Büronr. 02253. 544310 erreichen.