Gestank nach verputzen mit Kalkputz




Wir sanieren gerade ein 50iger Jahre Haus und machen hier in NRW DInge die keiner hier kennt....u.a. Hüllentemperierung nach Großeschmidt und Kalkputz. Wir haben ein massives Geruchsproblem, weil der Hessler Kalk HP14 (als Unterputz) und auch der Wandspachtel von Kreidezeit (als Oberputz) irgendeine chemische Reaktion an unseren Wänden hervorgerufen haben. Die Wände haben wir vorher von den Tapentenschichten befreit und den Kleister abgewaschen und abgekratzt. Wir dachten das dann nur 2-3- Kalkputzschichten noch auf der Wand sind und haben dann diese gesäuberten Wände mit Wandspachtel verputzt. Die Außenwände mit den Heizungsrohren wurden mit HP 9 und Hp14 größtenteils verputzt. Nur auf den Stellen, wo wir die alten Putzschichten gelassen haben tritt ein sehr unangenhmer Geruch auf und keiner weiß uns zu helfen....wir müssen Ende Februar umziehen und sind gerade dabei die Wände zu Verputzen und nun dieses Desaster! Da ich so ein ähnliches Problem hier gelesen habe, dachte ich ich frag mal hier nach. Vielen Dank im Voraus. Ich würde mich sehr freuen, wenn mir jemand sagen kann, ob der Geruch von alleine weg geht oder ob ich die Wände wieder komplett abschlagen muss.





Oje, da kann man aus der Entfernung wenig zu sagen.

Es kann beispielsweise sein das durch die hohe Alkalität der Kalkputze die Esterverbindungen vorhandener Kunstharzbindemittel verseift werden.

Dabei können Alkohole, organische Säuren entstehen. Im Fall der Essigsäure aus Vinylacetat kann dann der typische Geruch entstehen.

Auch könnten Ammoniumsalze aus dem Mauerwerk Ammoniak abspalten, was ebenfalls schon in geringen Konzentrationen einen stechenden Geruch ergibt. Relevante Mengen findet man aber meist nur in ehemaligen Stallungen oder ungepflegten Sanitäranlagen vor.



sehr plausibel



vielen Dank für diese super schnelle Antwort.
Ich finde Ihre erste Vermutung sehr plausibel. Denn nach Essig riecht es eher nicht...und die dritte Vermutung, dass es aus dem Mauerwerk kommt, kann ich auch ausschließen, da an all den Stellen, wo der alte Putz bis aufs Mauerwerk entfernt wurde, riecht es überhaupt nicht.
Haben Sie zufällig eine Ahnung, ob sich diese entstanden Verseifungsprodukte irgendwann zersetzen und wenn ja wie schnell? Ein paar Wochen könnte ich damit leben...aber nur mit der Gewissheit dass es irgendwann weg geht...

Ich bin mir auch nicht sicher ob Sperrgrund jetzt hilft, zumal ja eine gewisse Restfeuchte noch in der Wand ist und diese dann ja eingekapselt würde...

Vielen Dank und liebe Grüße,
Susanne Wawrecko





Gut wenn es noch feucht ist würde ich erstmals die Trocknung abwarten, vielleicht gibt sich das schon dadurch.

Es tritt also nur da auf wo ihr den dünnen "Wandspachtel" auf der zuvor tapezierten Altfläche appliziert habt?



mindestens eine Schicht alter Putz war der Übeltäter


mindestens eine Schicht alter Putz war der Übeltäter

von den gefühlten 1000 Schichten haben wir ja viele entfernt, alle Tapeten und den Kleister...die letzte 3-4 Schichten haben wir drauf gelassen, weil wir dachten, das wäre Kalkputz... mittlerweile denken wir, dass die eine gelbe Schicht verantwortlich ist (siehe Foto)

...ich fahre jetzt mal hin, hatte über Nacht Trockner laufen..



leider stinkt die Wand immer noch



Leider stinkt die Wand immer noch, es ist vielleicht etwas milder geworden.., aber der Geruch ist auch nicht überall gleichmäßig, sondern es gibt mehr oder weniger intensiv riechende Stellen.

Was nun, einen Bereich mit Sperrgrund probieren?





Was heißt den genau stinkt? Wie ist den der genaue Aufbau dort wo es "stinkt" und wie lange steht der schon?



also, vielleicht die letzten 2-3 max 4 Schichten



also, vielleicht die letzten 2-3 max 4 Schichten sind noch drauf, da wo der gesamte alte Putz entfernt wurde riecht es nicht.
Der Wandspachtel von Kreidezeit ist seit Sonntag auf den Wänden, nur die erste Schicht...die zweite sollte eigentlich heute folgen....Der üble Geruch war dann Montag morgen da.





Puh, da fällt mir jetzt auch nichts mehr ein.

Wenn wir nicht wissen woran es genau liegt, ist kaum möglich abzuschätzen ob sich das bessert.

Ich hätte das noch auf die Feuchtigkeit geschoben, aber die müsste ja mittlerweile weg sein.

Gut möglich das die Altbeschichtung verantwortlich ist. Es ist ja schon merkwürdig das so oft die Flächen scheinbar komplett überrenoviert wurden und dann doch nur darüber tapeziert. Aber da kann man sich keinen Reim draus machen.

An dem Wandspachtel kann es nicht liegen. Wenn das nicht doch noch besser wird, müsste man überlegen ob man nicht doch nochmals zwei Schritte zurückgeht.