Gestank nach Trocknung von Wasserschaden im Bad geht nicht weg

17.12.2017 Ulrike



Altbau (um 1900), 1. Etage.

Wasserschaden in der darüberliegenden Wohnung durch nicht richtig montierte Wasserzähler durch Firma Techem.

Möglicherweise monate- oder wochenlanges Tröpfeln im Schacht, da wir schon eine Weile vorher so eine mmuffeligen Geruch wahrnamen, der über den Flur durch die Wohnung zog.

Vor einem Monat dann schoss das Wasser durch die Wand und teilweise die abgehängte Decke in unserem Bad (Decke mit Strahlern, Rigips, Dämm-Material etc.)

Nach 10 Tagen begannen die Trocknungsarbeiten durch eine Fachfirma, 14 Tage nonstop-Betrieb. Wir sind für die Zeit zu Freunden gezogen (Seitenkanalverdichter im Bad, durch eine Öffnung in der Decke in Richtung Schacht, eine Öffnung direkt oberhalb der Kacheln neben dem Schacht)

Bei den Eigentümern oben wurde die Holzbalkendecke (unter den Bodenfliesen NICHT getrocknet).

Betroffen von dem Schaden sind auch die EG-Wohnung und die Souterrain-Wohnung.

Nachdem die Geräte abgebaut worden sind, kam 3 Tage später der Maler. Gestrichen wurde mit Alpina weiß "unsere Beste" sowie die Decke im Bad und ein Teil der Wand mit Brillux Abdichtfarbe auf Wasserbasis.

Danach stechender Gestank im Bad für ca. 2 Tage.

Der muffige Geruch ist leider bis heute geblieben. Er zieht durch die Wohnung, so dass man im Flur nicht mal seine Jacke hinhängen kann. Auch bei geschlossener Badtür.
Wir sind immer noch ausgezogen deswegen.
Alles vorchriftmäßige Lüften bringt nichts. Ich hatte sogar teilweise den Eindruck, durch das Lüften im Bad wurde es schlimmer, jedenfalls war es danach kein bisschen besser, nicht mal für Minuten.

Auf der Suche nach der Ursache bestellen wir die Firma Otto Richter Feuchteklinik, die Messungen am Freitag ergaben Werte von ca. 120 digits an der Wand des Schachts, wo auch das Abwasserohr verläuft. Daraufhin haben wir von der Installationsfirma, die auch sonst für unsere WEG tätig wird auf Auftrag durch die Hausverwaltung 6 große Fliesen abschlagen lassen, das Rohr bzw. der Schacht sind nun freigelegt.

Überraschung! Alles knochentrocken. Der Monteur wusste auch keinen Rat.
Der Geruch bleibt. Es ist nicht so, dass es in dem Schacht besondert schlimm riecht. Ist ja auch alles trocken, der Putz, das Rohr...

Wo kann der Geruch herkommen?
Aus der Decke? Müsste die komplett erneuert werden, da sich das Wasser ja seinen Weg durch die Decke gesucht hat?

In der Mitte der Decke liefen auch Rostspuren entlang, dort hat die Trocknungsfirma nichts geöffnet.

HILFE!
Wir können doch nicht noch eine Leckortung machen und tausend Leute durchschicken, alle Ecken aufhauen...

Hier noch ein Detail: Vor 2 Jahren exakt undichte Wasserzähler in unserer eigenen Firma (auch durch Techem verursacht, die haben beim Austausch eine alte Dichtung wiederverwendet)

Unter unseren Fliesen stand Wasser ca. 6 Wochen, bis die Trocknungsfirma kam.
Kann es sein, dass der Geruch daher oder zusätzlich daher kommt?
Getrocknet wurde vom Flur aus durch die dort verlegten Bodendielen.

Danke für jeden fachlichen Hinweis oder ähnliche Erfahrungen.

Wir sind mit unserem Latein am Ende.





Oje, da kommen wohl verschiedene Probleme zusammen.

Ein "Geruchsproblem" aus der Entfernung zu lokalisieren ist nicht möglich.

Man kann nur nach der Ausschlussmethode jede (erdenkliche) Möglichkeit prüfen.

Als erstes fallen mir ausgetrocknete Geruchsverschlüsse (Siphon) ein, insbesondere nach längerer Nutzungspause bei hoher Raumtemperatur. Da hat man dann die Verbindung zum Abwasserkanal, mit sensorischen Folgen.

Oder alte versottete Schornsteine können ebenfalls bestialisch stinken. Vielleicht wurde da eine "neue" Öffnung geschaffen.

Die "Feuchteklinik" hat ein kapazitives Feuchtemessgerät verwendet, dass kann nicht die Feuchte messen, sonder nur die di­elek­t­rischen Eigenschaften der Baustoffe bestimmen. Hier kann Wasser in der Wand einen Einfluss haben aber beispielsweise auch Metall (Trockenbauprofile, Leitungen, metallfolien kaschierte Dämmstoffe etc.).

Es kann also nur zur vergleichenden Untersuchung verwendet werden. Man muss den genauen Aufbau kennen und an einer definitiv trockenen Stelle zum Vergleich messen.

Neben bisher unentdeckten Wasserschäden bleibt erstmal noch die Farbe als Quelle.

So kann ein Geruch nach Essig vorliegen.

Der Geruch von Essigsäure kommt mutmaßlich aus der Zersetzung von Essigsäureestern wie sie beispielsweise als Polyvinylacetat in der Bindemittelbasis von Anstrichstoffen häufig vorkommen.

"Alpinas beste Farbe" enthält neben Styrolacrylat noch Kaliwasserglas als Bindemittel.

Nach der Verwendung von Dispersionssilikatfarben wird manchmal von "Uringestank" berichtet. Das könnte in Zusammenhang mit den aus der Altbaudecke durch Wasser gelösten Salze (Nitrate) kommen.

Die "Rostflecken" würde ich als solche "Wasserflecken" was eigentlich. färbende Salze sind, identifizieren.

Wie gesagt das sind erstmal nur typische Phänomene die es bei solchen "Problemlagen" häufiger zu entdecken gibt.



Geruchsbelästigung durch Feuchteschaden



Wie schon geschrieben wurde- das Meßgerät kann nur relative Werte im Vergleich zu trockenen Bereichen anzeigen-
dafür sind sie verwendbar.

Sinnvoller wäre es, mit einem Holzfeuchtemeßgerät die Feuchtigkeit von Holzbauteilen in durchfeuchteten Bereichen zu überprüfen.

Schimmelspürhunde könne sehr schnell Schimmel auch in nicht zugänglichen Bereichen feststellen.

Ansonsten zertifiziertes Labor für Raumluftmessungen dazu befragen und ggf testen lassen.

Techem übernimmt aber alle Kosten bei Euch, wenn die nur Pfuscher schicken?
Die Identifizierung der Geruchsquelle sollte deren Aufgabe sein und nicht eure.

Möglicherweise hat schon Schwammbildung oder -aktivierung stattgefunden.

Andreas Teich