Wie alt ist die Zimmermannskluft?

17.01.2006



Gibt es eine Bedeutung für die 8 Knöpfe auf der Weste die 6 auf dem Hemd und Jacke?
Und seit wann gibt es die Zimmermannskluft?
Woher kommen die Farben Schwarz/Weiß?
Woher stammt die Kluft? (Ort/Gegend/Land?)
Was trugen die Zimmerleute vor der Kluft?
Warum besteht die Kluft aus Cord?





Da gabs mal so nen Fernsehbeitrag...
Wenn ich's noch genau weiß, dann stehen die 8 Knöpfe für die 8 Stunden Arbeit, die 6 für die 6 Tage der Arbeitswoche.

Und der wertvolle Gold-Ohrring, war dazu nütze, dass mann damit im Fall der Fälle die Beerdigung zahlen konnte. Und wenn ein Zimmermann "Schindluder" trieb, hat man ihm den Ohrring rausgerissen und jeder wusste dann, er ist ein Schlitzohr (daher auch die Bezeichnung Schlitzohr).

Die breiten Hosen unten sind dazu da, dass keine Späne in die Schuhe fallen.

Mehr weiß ich auch nimmer, müsste mal googeln.

hey, ihr seid aus Gießen? ... ganz in der Nähe :o)

Grüße Annette





Schaut mal, hier gibts weitere Infos:
http://www.w-akten.de/themaderwoche/wandergesellen.phtml





die letzte Seite (versprochen)...

http://www.zimmerei-kueppers.de/tradition/tradition_entst.html



Kluft



Also...
die Kluft zierte Ursprünglich die Wandergesellen. Hut, Jakett, Weste , Staude, Hose mit Schlag, Stenz, und Charlottenburger. (das Bündel)
Im Laufe der Zeit etablierte sie sich dann im gesammten Bauhandwerk. Die Kluft stammt eigentlich aus Hamburg von den Wasserträgern. Ist dann abgewandelt, von den Schiffszimmerleuten übernommen worden und dann von den Reisenden adoptiert worden. Viele Leute nennen einen Wandergesellen auch "Hamburger Zimmermann"
vorher trugen die Handwerker was sie grade hatten und ihnen praktisch erschien. Auf alten Stichen oft normanle Beinkleider mit Schürzen. Die heutige Kluft ist denke ich im 19.Jhdt. aufgekommen.
Die Knöpfe an Weste(8) und Jakett(6) haben- so sagt man-
die Bedeutung aus früheren Auseinanderzetzungen mit den Meistern um Arbeitszeitverkürzungen. Auf 8 Stunden täglich und 6 Tagen die Woche. Die Farben sind Berufszpezifisch: schwarz-Holz; grau-Stein; blau-Metall...
und Klüfte bestehen auch aus anderen Stoffen: deutsch/engnlisch Leder, Manchester (grob oder fein) aber auch aus Samt! Kord/Manchester ist halt stabil und einfach zu reinigen, denn man kann den Staub einfach abbürsten.
So weit erstmal! Christof Wanderer, ex Reisender.
PS. keine Gewähr, das es sich alles genau so verhält!
CW



Altgeselle hat Strafbefugnis über den Junggesellen;-)



@CW
Was ist mit der Ehrbarkeit, die das weise Hemd, ungestärkt natürlich, ziert!

Na das kost aber ....

Im 15. Jahrhundert trugen die Zimmerleute, die sich mittlerweile in feste Innungsladen organisierten, weiße Hosen!!!

Wenn ich mich recht erinnere, gab es es schon um 713 in Wien größeren Verbänden, wo man sich zusammen traf und Aufträge untereinander verteilte!! Aus Ihnen entwickelten sich die Zünfte, die auch heut, Gott lob, noch in großen Teilen bestehen und vorallem gepflegt werden!

Werde heute mal in meine Geschichtsecke des Zimmererhandwerks a biss`l schmöckern gehen:-)))



Ehrbare Grüße

Micha



Ja ja die Ceeg-Schachtgesellen



aber so wie ich die Frage verstanden habe, wollten die Berufsschüler wissen, woher die Klamotten kommen und nicht ob komische Fremde diese mit bunten Bändern behängen oder benähen!
Ansonsten habe ich aber noch eine Frage, die ich nie kapiert habe:
Warum bezeichnen sich gewisse (eben nicht alle!)Schächte/Gesellenvereinigungen als Zünfte? Diese waren doch schon immer die "Arbeitgeberverbände" der Meister, zu denen die Gesellen und anderes Geschmeiss keinen Zugang hatten? Die Schächte ja als Gegenpol entstanden, als eine Art Arbeitnehmervereinigung oder frühe Gewerkschaft. Die Zünfte- heute Innungen waren die Feinde der Gesellen. Also ist die Bezeichnung doch eher eine Art der Selbstbezichtigung die z.Bsp. die rechtschaffenden Fremden da betreiben!
Oder liege ich da falsch?
Bitte nicht persönlich oder krumm nehmen !!!

Christof Wanderer einh. Zim. FBS, Atgeselle mit Befugnissen.



Nix Ja ja , gebe das Ja ja aber mit besten Zimmerergrüßen gerne zurück!



„Ceeg-Schachtgesellen“ kenne ich nicht! Gehe mal von einem Tippfehler in der Eile aus ;-)
War wohl die C.C.E.G. gemeint, ein Zusammenschluss verschiedener Gesellenzünfte! Ob es da um komische Fremde diese mit bunten Bändern behängen oder benähen handelt, kann ich nicht beurteilen! Stehe eher den Zünften und Bruderschaften nahe, die die Zünfte des kleinen Mannes vertreten!
Das mit der Ehrbarkeit hat nicht nur mit den Rechtschaffenden zu tun! Farben derer gibt es viele!

Zu deiner Frage, ob Gesellen oder Krauter sich als Zünfte bezeichnen dürfen, stellte sich doch gar nicht!!! Hier(Früher) geht es doch nicht um Arbeitgeberverbände(Krauter) gegen Gewerkschaften(Gesellen)! Geh doch mal minimum 500 Jahre in der Geschichte der Zünfte zurück! Wanderschaft bildet manchmal auch einwenig;-)

Zunft bedeutet doch einem Handwerk anzugehören!

Zitat: „Ist an einem Orte oder in einem gewissen Bezirke eine gesellschaftliche Verbindung, in der mehere einzelne gewerbetreibende miteinander stehen, von der Landesobrigkeit genehmigiger, und darf seiner, der dasselbe Gewerbe versteht; ohne vorhergegangener Aufnahme in dir besagte gesellschaftliche Verbindung an demselben Orte oder in demselben Bezirke, zum Nutzen anderer es ausübt; So heißt eine solche Verbindung Zunft, Innung, Amt, Gaffel und Handwerk im engeren Sinne." Quelle Handwerkrechte um 1700

Frühzeitig, um das Jahr 1000, schlossen sich die Zimmerleute und Meister zu größeren so genannten Bauhütten zusammen. Aus Ihnen entwickelten sich später die Zünfte und Bruderschaften! Ihr Zweck war die Wahrung der Gewerbeinteressen, Unterstützung der Mitglieder in Not und Krankheit, Ausbildung der Lehrlinge und das fernhalten nicht ortsansässiger Handwerker.
Dieser Zusammenschluss war straff organisiert, man schloss sich von anderen Berufsgruppen streng ab, es wurden die ersten Zunftverordnungen erstellt und auch konsequent durchgesetzt! Diesem Umstand ist es zu verdanken, dass nicht nur eine sorgfältige Ausbildung des Nachwuchses betrieben wurde, nein, auch in dieser Periode entstanden die größten Meisterwerke der Baukunst! Siehe den Fachwerkbau mit den Reichverzierten Balkenköpfen oder eben auch die wuchtigen Bürgerhäuser! Eisen als Verbindungsmittel war verachtet, deshalb vielleicht auch der Ausdruck, dass Eisen als nicht zünftig galt.

Zum Ende des Jahres 1400, kam es durch die vermehrten Arbeitsbeschränkungen und der zunehmenden starken Abhängigkeit von den Meistern, zu einer Abspaltung der Gesellen und zur Gründung zahlreicher eigenständiger Gesellenzünfte!

Fürs erste...

p.s. lektüre zum nachschlagen: Der Sülfmeister von Julius Wolff, oder auch die alten zünftigen Richtsprüche interpretieren

Nicht persönlich nehmen, aber erst lesen und dann die Geschichte umschreiben!

Michael Eckardt einh.Zim. WOSZK