Geschossdecke reparieren

20.07.2016 Methusalem



Hallo,
bin beim Renovieren meines Backsteinhauses Bj. 1928. Leider sind wegen einem Dachschaden ein paar Deckenfelder rausgefallen. Wie nennen sich diese Decken und was mach ich statt Lehm als Füllung rein? Wenn möglich soll es die kostengünstigste Variante sein.
Es ist eine Zwischendecke EG nach OG und einmal vom OG ins nicht ausgebaute und nicht gedämmte Dach.
In beiden Fällen sollen Holzdielen von oben drauf.
Auch sonstige Tipps, was euch noch dazu einfällt kann ich gebrauchen.
Vielen Dank im voraus!
PS: Die kaputten Balken werden komplett getauscht.



Balkendecke



nennt man diese Decke.
Man kann einen Fehlboden rein machen und mit Lehmsteinen oder Ziegel und Sand füllen.



Lehmstaken



Hallo, selbst wenn du dir neue Lehmstaken wickeln musst, weil die alten nix mehr taugen, dürfte das die günstigste Variante sein. Es sei denn, du schreibst dir selber Stundenzettel ... Lehm ist ja hoffentlich noch da und nicht entsorgt, zwei gesunde Hände hast du auch im Idealfall :-)
Du brauchst also im schlimmsten Fall ein paar Eichenstaken, etwas Langstroh vom Bauern und Lehm. das kostet alles nix bis fast nix.

Nur Mut!



Ja



das könnte ich mir gut vorstellen. Lehm und Stroh gibts hier reichlich. Gibts irgendwo eine Anleitung dazu?



Mmmmmh



Anleitung? Nicht, dass ich wüsste. Ich habe das vor Jahren mal auf der Denkmal in Leipzig an einem Lehmstand gesehen. Du brauchst
einen alten Tisch in angenehmer Arbeitshöhe,
Stroh (möglichst lang) schön in Wasser einweichen,
dann einen dünnen "Strohteppich" in nicht ganz Stakenbreite auf dem Tisch auslegen,
den "Strohteppich" schön mit ausreichend dünnem Strohlehmgemisch einstreichen,
Stake am Anfang mit Strohteppich einschlagen,
dann langsam Aufrollen und immer wieder mit der Hand Lehm zuführen.

Wenn du erst mal raus hast, wie dick deine Lehmstaken werden sollen, und die Handgriffe flüssiger werden, geht das recht schnell. Die Lehmstaken gleich feucht in die Decke einschieben, dann wird's schön dicht.

Dann fehlt nur noch der Deckenputz aus Lehm, doch das ist ein anderes Kapitel ... ;-)

Grüße
Peter



Klingt



nach einer spaßigen Sache. Da mach ich mal demnächst einen Testlauf!
Danke an alle und Gruß aus dem Sauerland



Kann man



für die Staken auch Kronenholz (Buche) gespalten oder so armdicke Weidenäste nehmen? Muss die Rinde zwingend ab?
Sowas hätte ich alles schon hier liegen.
Vorhanden sind gewesen, -ich nenn es mal so- halbierte Bohnenstangen.



Eiche



Moin Methusalem,

ich kenne das nur mit gespaltener Eiche ... ohne Rinde.

@Oli Struve: klar, immer alles neu, und das alte Gelumpe bloß schnell auf die Kippe! (Ironie off) ... nicht sehr nachhaltig



Lehmstakendecke



Dieser Deckentyp wurde schon im 19.Jhr. von der Einschubdecke mit Fehlboden abgelöst, weil die billiger war. Wenn so ein Windelboden vorhanden ist und funktioniert sollte er drin bleiben. Wenn man ihn reparieren kann auch gut.
Es gibt irgendwo eine Wirtschaftlichkeitsgrenze zwischen Neubau und Verbleib. Die sollte man beachten.



Lieber Oli



vielen Dank für deine Unterstellungen, deine Auffassung von zeitgemäß und dein Verständnis von Nachhaltigkeit. Darauf werde ich nicht eingehen.

Die Ausgangslage dieses Threads, wenn ich es richtig verstanden habe, war:
1. Methusalem baut selbst.
2. Lehm und Stroh sind vorhanden.
3. Wenn möglich, die kostengünstigste Variante.

Das ein ausführender Bauunternehmer unter anderem Stundenzettel schreiben muss, ist sogar mir klar. Da gab es in einer meiner Antworten auch einen Hinweis zu, stand hier aber meiner Meinung nach nicht zur Debatte (siehe Punkt 1, 2, 3).

Schönen Tag noch,
Peter