Geschoßdecke dämmen (Hinterlüftung?)

11.08.2011



Guten Morgen

Möchte die obere Geschossdecke neu dämmen, Dachstuhl ist nicht gedämmt, da unbewohnt.

Letzte Woche die Decke noch einmal aufgenommen, da unzureichend gedämmt (Dämmung im Winter Nass ..., fehlende Dampfsperre etc.).

Zum Thema, folgender Aufbau (von unten nach oben):

Gibskarton
Lattung
Dampfsperre
180 mm Dämmung

Nun zur Frage, darauf sollen Spanverlegeplatten (V100), da diese bereits vorhanden sind, sprich einst auch drauf waren.

Zwischen Dämmung und Verlegeplatten, wären es ~ 3 - 4 cm Luft (Siehe Bild Anhang).

Ist dieser Zwischenraum, nun noch mit Dämmung aufzufüllen, oder soll man besser noch eine Lattung auf die Balken aufbringen, um eine größere Hinterlüftung zu haben?

Frage lautet somit, Hinterlüftung ja oder nein?

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Hier ein Bild gefunden, dort ist keine Hinterlüftung, zwischen Dämmung und Verlegeplatte?

http://www.baulinks.de/webplugin/2007/i/2002-ursa1.jpg

Vor etlichen Jahren, einen Anbau ebenfalls gedämmt, ähnlicher Aufbau (200 mm Dämmung, Dampfsperre), ohne Hinterlüftung.

Letzten Winter (- 20 Grad) mal eine Spanverlegeplatte hoch genommen, auch hier hatte sich etwas Tauwasser, an der Verlegeplatte gebildet?

Vielen Dank im voraus.

Mit freundlichen Grüßen Ronny





Warum die Hinterlüftung? Wenn die Verlegeplatte nicht rundum verklebt wird, brauchts keine Lüftungsebene.
Kondenswasser kann sich nur bilden wenn die Dampfsperre nicht 100% Funktioniert.





Aufbau in www.u-wert.net eingeben und selber sehen ob der Aufbau so funktioniert oder nicht. Persönlich bin ich der Meinung, dass man die Hinterlüftung nicht braucht, wenn man eine funktionierende Dampfsperre hat. Also bis zu den Platten dämmen und gut. :-)



Geschoßdecke dämmen (Hinterlüftung?)



Hallo

Danke für die Antworten.

Dachte das sich auch Wasser, beim Übergang von warmer in Kalter Luft bildet.

Hatte ja geschrieben, das ich einen Anbau vor 3 Jahren gedämmt habe.

Aufbau wie folgt:

Gibskarton
Lattung
Dampfsperre
200 mm Dämmung
V100 Spannverlegeplatte

Ohne Hinterlüftung, die Dampfsperre wurde sauber verklebt, als ich letzten Winter wo es so kalt war, eine Spanverlegeplatte hoch genommen hatte, war Sie etwas Nass (Unterseite).

Das schlimme ist das mir jeder etwas anderes sagt, ein Trockenbauer um die Ecke meint, sicher ist eine Hinterlüftuftung, der Holzwurm (Meister) meint braucht es nicht.

Wenn es also keine Hinterlüftung braucht, warum sind dann die Verlegeplatten über die 200 mm Dämmung Nass?

Meine wo liegt hier der Fehler?

Sind manchmal die V100 Platten, nicht Diffusions-offen genug (im Vergeich zu OSB)?

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Habe jetzt mal diese U-wert Rechner benutzt (Danke für den Link).

Es schaut Definitiv besser aus mit Hinterlüftung von 40 mm (Feuchteschutz "grün") im Vergleich zu ohne Hinterlüftungsebene "gelb".

Mit OSB Platte gerechnet, V100 stand nicht im Rechner.

Danke.

Mit freundlichen Grüßen Ronny



Die Feuchtigkeit ...



unnterhalb der Spanplatte trotz der eingebauten Dampfsperre kann aus der "Umkehrdiffusion" im Sommer kommen. Warme und Feuchte Luft im nicht gedämmten Dachraum baut einen hohen Dampfdruck auf gegenüber den kühleren Räumen unterhalb: die Luftfeuchtigkeit wandert in die Konstruktion.

Im Winter sollte sie wieder hinausdiffundieren und kondensiert dann an der Unterseite der Spanplatte. Könnte eine Erklärung sein.

Ich halte nicht von Sperren und Folien. Die Feuchtigkeit sollte in die Konstruktion hinein und wieder hinaus können. Heißt auf gut deutsch "Feuchtigkeitsmanagement".

Eine Unterlüftung finde ich ratsam. Oder die Abdeckung mit einer diffusionsoffenen, kapillarwirksamen Holzfaserplatte, die auch begehbar ist.



wenn



schon so angefangen ist, würde ich die Lüftungebene lassen.
Wenn Dir die Dämmung nicht reicht, dann noch eine Dachlatte auf die Balken.
Wichtig wäre wohl eine Verbindung zur Außenluft/Dachboden, um eine Luftbewegung zu ermöglichen.
Oder Dielung !
Die Blaue Folie könnte auch nur eine Dampfbremse sein. Hats Du die genauen Werte ? Wo geht die Elt-Kabel lang - ich sehe im Bild, mittleres Feld so etwas wie ein Kabel, welches durch die Folie zu gehen scheint.





@Herr Pickartz: Welche begehbaren und diffusionsoffenen Platten würden Sie den empfehlen? Ich habe zur Zeit folgenden Aufbau, der nach Meinung sämtlicher Fachleute und Berechungsprogramme so definitiv nicht funktioniert und irgendwie nachgebessert werden muss:

Von innen nach außen:
9,5mm Rigips
13mm Spanplatte V100
60mm Glasfaserdämmung
160 mm Isofloc-Dämmung
22mm OSB-PLatte
Kaltdach

Da außen dichter als innen, habe ich ein Feuchtigkeitsproblem. Es wird mehr Feuchtigkeit eingetragen und gespeichert, als in der Wärmeperiode im Sommer zum Raum rücktrocknen kann. Mit einem Feuchtigkeitsmesser habe ich auch die OSB-Plattenunterseiten und die Deckenbalken gemessen. OSB lag bei 19% Feuchtigkeit und die Deckenbalken (30 Jahre bereits verbaut) zwischen 17 und 22% Feuchtigkeit (1 1/2 Jahre nach der Dämmmaßnahme). Meiner Meinung nach viel zu viel. Irgendwas muss also geschehen. Entweder die Dämmung wird komplett entfernt und eine Dampfbremse sauber verarbeitet eingebracht und dann wieder Dämmung drauf oder aber die äußere Schicht wird diffusionsoffener gestaltet, als dies bei OSB Platten der Fall ist. Sämtliche Anbieter von Holzweichfaserplatten haben mir aber gesagt, dass Ihre Platten nicht durchtrittsicher sind bei einem Sparrenabstand von 62,5cm und einer Sparrenbreite von 10cm. Da diese Maßnahme ein professioneller Handwerker ausgeführt hat, bin ich eigentlich der Meinung, dass dieser hier nachbessern muss. Aber das ist eine andere Geschichte...

MfG



Wie



bereits geschrieben - Dielung (28er Rauspund) oben drauf !



Geschoßdecke dämmen (Hinterlüftung?)



Guten Morgen

Danke für die vielen Antworten.

Habe nun eine Hinterlüftung / Hinterlüftungsebene von 4 - 5 cm eingebaut, eine zusätzliche Unterkonstruktion war nicht nötig, da von der Dämmung bis zur V100 Verlegeplatte genügend Abstand war.

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Durch Zufall noch ein schönes Bild, hier im Forum gefunden, das sagt ja alles.

http://community.fachwerk.de/index.cfm/ly/1/0/image/a/showPicture/25764$.cfm

Werde somit die Verlegeplatten im Anbau auch noch einmal aufnehmen, um eine Hinterlüftungsebene rein zu ziehen.

Mit freundlichen Grüßen Ronny





Gerade von baubiologen werden solche Fotos immer wieder ohne Darstellung der wirklichen Zusammenhänge verwendet um Stimmung zu machen.

Meine Gedanken zu dem Foto:
1. Könnte durchaus auch von oben fotografiert worden sein, dann wäre die Dampfsperre auf der falschen Seite montiert worden.
2. Heute verwendet man keine Dampfsperren mehr sondern Dampfbremsen, die eine Rücktrocknung zulassen.
3. Keine Bemerkung dazu durch was oder wo eine solche Menge Feuchtigkeit eingedrungen ist. Durch normalen Diffusion im normalen Leben wohl kaum. Möglicherweise Baufeuchtigkeit bevor die Dampfsperre montiert wurde (also ein Einsperren der Feuchtigkeit) oder auch ein möglicher Wasserschaden von der anderen Seite.

MfG
Dominik