Kondenswasser unter OSB-Platten Dachdämmung

29.11.2011



Schönen Guten Tag,

folgendes Problem:

Ich bin dabei, den Dachboden unseres Hauses Bj. 1960, auszubauen. Es ist keinerlei Dämmung vorhanden, verstrichene Ziegel komplett sichtbar, Boden mit Holzbalken, Schüttung (wie Erde) sichtbar.

Als erstes habe ich jetzt 19mm OSB-Platten auf dem Boden verlegt. Darunter habe ich 5mm Trittschalldämmung (Schaumfolie) als Ausgleich von Unebenheiten bzw. um zu verhindern, dass Holz auf Holz quitscht. Zwischensparrendämmung (120mm) und Untersparrendämmung (50mm) sind geplant.

Da noch nicht alle OSB-Platten verlegt sind, stelle ich nun fest, dass an der Unterseite der Folie Wassertropfen feststellbar sind. Die Räume darunter sind Kinder- und Schlafzimmer, ausreichend belüftet......

Ist dieses Kondenswasser "normale" Luftfeuchtigkeit, die sich halt auf dem kalten Dachboden bildet?
Gibt sich das Problem, wenn die Sparren gedämmt sind?
Handelt es sich um ein Problem/Fehler beim Aufbau des Bodens?
Kondensierte die Luft vorher in der Decke/Schüttung oder wo?

Ich bin doch etwas beunruhigt und weiß momentan nicht, wie ich weiter verfahren soll. Boden zu, Dämmund und gut ist oder alles wieder rausreißen?

Vielen Dank vorab für Eure Hilfe

Andreas



"Das gibt sich schon noch von alleine!" ...



... zu denken, bzw. danach zu handeln, wäre grob fahrlässig.

Wahrscheinlich werden hier aber bald wieder die üblichen Rufe nach noch mehr Folie (zur Dampfsperre/-bremse) und anderen zertifizierten Spezialmaterialien und natürlich nach dem Experten (Fachmann/Planer o.ä.) sowie der richtigen Firma, die das ganze Zeugs alleinig fachgerecht zu installieren in der Lage ist, laut.

Vielleicht tun's aber auch einfache Hanf-Akustikmatten (die Folie natürlich vorher raus).



...



Zuerst einmal kommt hier der Ruf nach genauer Erklärung worüber wir eigentlich reden! ...

>> Seitennotiz - Anfang (...werden jetz nicht alle verstehen) ...
Man was ist denn heute nur los! Ist da etwa gerade ein Staatsstreich der NAEB (nationale anti EEG-Bewegung e.V) im Gange?
... Seitennotiz ENDE <<

Die OSB sind als Oberbelag für die obere Geschossdecke verlegt worden. Reden wir darüber oder über eine Innenverschalung der Dachschrägen!? ... Im ersteren Fall, von welcher Folie sprechen wir? Genauer wo ist die eingebaut? Direkt unter der OSB also über der Dämmung auf der kalten Seite? Wenn ja, liegt hier vermutlich der Fehler!

Weiterhin wäre zu klären wird derzeit geheizt, wenn ja wo und wie? Etwa kurzzeitig im Dachraum selbst? Welche Dämmaterialien wurden verwendet? Waren diese trocken, respektive waren diese vor Einbau aklimatisiert? Es wurde eine Schüttung (wie Erde) erwähnt! Ist dies evl. Lehm? Ist die Schüttung evl. feucht?


Fragen über Fragen, die es zu klären gilt, bevor man auf den einfachen Ansatz verfällt und jedliche Dämmung als Teufelswerk abtut!

Gruß aus Berlin





Meiner Laienmeinung nach liegt da Problem in dem derzeit kalten, weil ungedämmten Dachboden. Die warme Feuchte Luft, die aus der Etage darunter nach oben steigt, kondensiert an der kalten OSB-Platte und der Trittschalldämmung.

Ich denke es wäre sinnvoll, erstmal den Dachboden richtig zu dämmen und solange die OSB wegzulassen.

Wenn der Dachboden gedämmt und beheizt ist, sollte es in der Decke keine Kondensationsebene geben. Sollte der Dachbiden später auch nicht geheizt werden, würde ich einen Bodenbelag wählen, der mit solchen Kondensfeuchten umgehen kann und vielleicht die Zwischendecke noch dämmen, da man sonst ja auch den Dachboden mitheizt.



Nachtrag



Es handelt sich in der Tat um die oberste Geschossdecke, die 5mm Trittschalldämmung (Schaumfolie von der Rolle, keine Dampfsperre!) ist direkt unter den Platten. Die Wände/Schrägen sind noch nicht gedämmt, die verstrichenen Ziegel sind komplett sichtbar, beheizt wir der Dachboden nicht.

Die Materialien lagen mehrere Tage/Wochen auf dem Dachboden,
bevor sie verbaut wurden, absolut trocken, wie die vorhandene Schüttung auch.

Mit der "kalten Seite" verstehe ich ja, aber wenn ich jetzt angenommen die Folie ausbaue und die OSB-Platten bleiben, habe ich die Tropfen doch dann an den Platten, oder?

Wie war das denn "kondenstechnisch" vorher, als der Boden "offen" war, Feuchtigkeitsaustausch durch die Schüttung/ Luft/ Ziegel,....??? Ich habe jedenfalls nie Feuchtigkeit/Tropfen wahrgenommen





Das wird bei nur OSB genauso sein!

Vorher wird zum einen durch die obere Belüftung viel weggelüftet worden sein, zum anderen werden sich keine Tropfen gebildet haben, da die Schüttung das aufgenommen und in entsprechenden Momenten wieder abgegeben hat.



Tauwasser an der Unterseite der obersten Schicht der obersten Geschoßdecke



Hallo Andreas,
bis jetzt hattest Du keine Feuchteprobleme, da die feuchtwarme Luft, die durch die diffussionsoffene oberste Geschoßdecke wandert, in den Dachraum, der wahrscheinlich ausreichend belüftet ist, verdunsten kann.
Jetzt wurde durch die bauliche Veränderung eine dampfbremsende Schicht, Folie + OSB eingebaut.
Die feuchtwarme Luft aus dem Raum darunter (auch Schlafzimmerluft ist im Vergleich zum Klima über der obersten Geschoßdecke feuchtwarm, es existiert also ein Dampfdruckgefälle zum Dachboden hin)wandert durch Diffussion oder Konvektion nach oben, kühlt dabei ab und bleibt an der relativ dichten Folie (ist dafür ein Sd - wert bekannt?)hängen, die relative Luftfeuchte steigt und an der kalten Folie kommt es zum Tauwasserausfall.
Wenn Du jetzt die Folie durch eine diffussionsoffene Trittschalldämmung, z.B. Hanffilz ersetzen würdest, würde das gleiche an der Unterseite der OSB Platte, die ebenfalls dampfbremsende Eigenschaften hat, passieren.
Abhilfe:
Variante 1: OSB und Folie aufnehmen, OSB zum trocknen mit Abstand aufstellen (Folie später am besten ersetzen) und das Dach dämmen, dann ist der Dachraum und die OSB Platte warm, das Damfdruckgefälle wird wesentlich schwächer, es kommt zu keinem Tauwasserausfall mehr. Feuchtigkeit in der Decke kann langsam nach unten oder nach oben verdunsten.
Variante 2, falls die Zwischensparrendämmung noch warten muß : Schaumfolie durch natürliche Trittschalldämmung und OSB- Platten durch eine Holzverschalung, am besten auf Lücke verlegt, ersetzen.

Grüße aus Nördlingen
Stefan





Vielen Dank schonmal an alle Antworten/Hilfen,

die weitere Planung sieht so aus, dass ich an den nächsten Wochenenden schnellstmöglich die Zwischensparrendämmung einbringen werde.

OSB und Folie hochnehmen würde ich gern, allerdings ist alles verleimt (und verschraubt, das ist ja nicht das Problem).

Macht es Sinn, die Folie zu entfernen? Ist die "Durchlässigkeit" und Temperaturanpassung der OSB besser als die der Folie?

Soll ich alles wieder auseinander sägen und hinterher wieder stabil auf den Sparren verschrauben :-(( ?!


Herzlicher Gruß

Andreas



Tauwasser an der Unterseite der obersten Schicht der obersten Geschoßdecke



Hallo Andreas,
Du solltest zumindest kontrollieren, wie stark die Durchfeuchtung an der Unterseite der Folie/OSB Platten ist.
Bei geringfügiger Tauwasserbildung (einige Tropfen)kannst Du alles so lassen, aber die Zwischensparrendämmung sollte so schnell wie möglich ausgeführt werden.
Gleichzeitig die Räume darunter 5-7 mal am Tag 10 Minuten querlüften und dazwischen temperieren, damit von unten keine weitere Feuchtigkeit nachkommt.
Grüße aus Nördlingen
Stefan





Hallo Stefan,

tausend Dank für Deine "professionellen" Tipps. Habe gestern alles bestellt, damit es zügig losgehen kann. Ich habe versucht, an anderen Stellen die Platten zu lösen und darunter zu schauen/fühlen und es scheint, nur an der einen, noch nicht mit OSB-Platten geschlossenen Stelle feucht zu sein...

Zusätzlich sind jetzt erstmal 80mm Dämmmatten auf den OSB-Platten ausgelet, falls die kommenden Nächte wieder kälter werden sollten.

Gruß

Andreas