Dachstuhl dämmen

31.01.2012



Ich habe eine Frage zu einem unausgebauten Dachboden von ca. 80-90 qm.

Durch die Dachziegel (Bieberschwanz) kann man die Sterne zählen.
An den beiden Giebelwänden sind große Öffnungen, aber ohne montierte Fenster.
Nur ein paar Kunststoffrolläden sind provisorisch montiert.

Vom bewohnten und geheizten Geschoß darunter geht eine Treppe nach oben, die nur durch eine dünne Holztür vom Dachboden abgetrennt ist.

Geheizt wird also momentan hauptsächlich für die Luftwaffe.


Im Rahmen einer Sanierungsmaßnahme ist eine grundlegende Dämmung irgendwann im laufenden Jahr in Planung.

Maßnahmen wie Denkmalschutz und Dorfverschönerungen werden da infliessen, darum rechne ich eher mit einer längerfristigen Durchführung.


Während der Planung kam nun die Frage auf,
ob es einen Sinn macht, übergangsweise das komplette Dach von innen mit einer dicken Kunststoff-Folie abzudichten.
("Würfelfolie" o.Ä.)


Hintergedanke bzw. Frage ist:
Ergibt sich schon eine geringfügige "Dämmung" dadurch,
daß das komplette Geschoss "winddicht/luftdicht" gemacht wird?

Mir ist bewusst, daß das nur ein Provisorium sein kann.
Das soll auch nur solange halten, bis qualifizierte Maßnahmen durchgeführt werden.

ich hoffe, ich kann hier ein paar geeignete Tips bekommen.

Gruß und Danke
Rolf



Bodenklappe



Ich habe zehn Jahre überbrücken müssen, bis ich wirklich den Dachboden angreifen konnte. In dieser Zeit rette mich nur die Bodenklappe aus OSB (1,10x 2,50 m) vor dem Erfrieren. Mit passenden Rahmen bauen, 10 cm Kronotherm oben als Dämmung, Gewichte und Seilzug zum leichteren Öffnen. Wenn Sie nicht so oft auf den Boden müssen, in ganz kalten Perioden Klebeband über die Ritzen, sonst zieht es die Kohlen aus dem Ofen.





wenns nur für bestimmte Zeit sein soll, reicht es aus den Dachboden zu Dämmen, ein paar Rollen MiWo auf den Boden auslegen und gut is. Besser wie nix.



Folie sinnvoll?



Eine Bodenklappe ist nicht die Lösung,
Eine Art "Treppenhaus" habe ich ja.

Zuerst möchte ich die Frage klären, ob die Folie sinnvoll ist.

Im zweiten Schritt kommt der Boden dran.
Das ist schon mit einem Fachmann geplant und abgesprochen.

Die Mineralwolledämmung am Boden o.Ä. kommt also.

Am Dachstuhl macht die keinen großen Sinn,
da an der Lattung etc. einige Reparaturen anstehen.
DIE sollen im Rahmen der Fördermaßnahmen erfolgen.
Die Förderprogramme laufen bis max 2014.
Also erfolgen die Arbeiten hoffentlich vor der nächsten Wintersaison, spätestens danach.

Darum nun die zentrale Frage nach der Plane!
Bringt die etwas, wenn die einfach in die Sparren getackert wird, und so kein Luftzug durch den Dachstuhl mehr ziehen kann?

Gruß
rolf





tja, wenn die Folie überall verklebt ist, wird die wohl auch winddicht sein.
Der gewünschte effekt wird wohl dann gegeben sein.
Eine Dämmwirkung wird es wohl nicht geben. Probiers doch einfach aus.
Da tuts auch ne olle PE Baufolie, Takker die an die Sparren und verkleb die Ränder, feddisch :-)



Wir alle sind aus Sternenstaub



Das sehe ich anders. Du schreibst, "dünne Holztür" und "geheizt wird für die Luftwaffe". Das ist zwar schön, wenn die Jungs am Himmel sich nicht den Allerwertesten abfrieren, doch für Dein Dach kann ein Folieneinkleben andere Folgen haben.

Derzeit entweicht Deine geheizte und raumfeuchte Luft durch die Spalten Deiner dünnen Holztür in den Dachraum und wird zwischen den Ziegeln ins endlose Sternenlicht katapultiert ... teuer aber hinsichtlich etwaiger Schäden in Ordnung. Wir alle sind aus Sternenstaub.
Wenn Du Dein Dach winddicht abklebst wird im Winter die Folie der kälteste Punkt sein, mit dem Deine warme Raumluft in Kontakt kommt. Dies wird zum Kondensatausfall an der Folie führen. Das ist kein guter Plan.

Die Mineralwolle am Boden kann funktionieren, sollte aber je nach zukünftiger Nutzung auch nur ein nicht begehbares Provisorium bleiben. Trotzdem: Auch wenn die Wolle liegt ist das Problem der dünnen Tür nicht gelöst. Dann doch lieber die offene Wolle ohne Folienabklebung an den Sparren, doch es gibt bessere Produkte als die Mineralwolle. Eine saubere Planung wäre sinnvoll.

Was für einen Bodenaufbau schlägt Dein Fachmann vor?

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Folie und Fußboden



Hallo und danke für die Erläuterungen.

Die dünne Holztür soll im ersten Schritt von der Dachbodenseite her mit einer Iso-Matte o.ä. "abgedichtet"
werden, dann ein paar Kanthölzer an den Aussenkanten, Mineralwolle rein, und darüber ein Deckel aus aus Sperrholz.
Also auch erst mal nur eine provisorische Variante.
Mehr geht da ohne größeren Aufwand nicht,
da natürlich nichts auch nur annähernd Normgröße hat.

Die restlichen Fugen aussenrum könnte ich mit Tape verschliessen. Somit wäre das problem an dieser Stelle erst mal verringert.

Wenn der Fußboden des Dachbodens (s.u.) seine endgültige Form/Höhe erhalten hat, wird am oberen Ende der Treppe auch
noch ein kleiner Treppenhausabschluß mit Balkenwänden und einer Tür eingebaut.


Für den Fußboden vom Dachboden stehen Dämmkeile zur Diskussion.
Hab das Zeug noch nicht live gesehen. Das wird im Net von den einschlägigen Herstellern in verschiedenen Stärken angeboten. Eine Version ist wohl auch begehbar.
(finde den link grad´ nett)
Das wird wohl meine Lösung werden; mit einem weiteren Aufbau darüber in Holz, o.Ä.


Die Decke, bzw. der Fußboden vom Dachboden ist glaube ich so auch schon nicht sooooo schlecht.
Der wurde vor 200 Jahren schon mit eine Art Ziegeln ausgelegt.

Im Dachstuhl befinden sich auf Kopfhöhe über den Fenstern
alle ca. 60 cm. Querbalken.
Darauf soll mittels Hobeldielen und Mineralwolle oder diesen Dämmkeilen wie auch am Fußboden eine Art weitere Zwischendecke eingezogen werden.

Die verbleibenden 2 Meter Raumhöhe sollen zunächst mal mit besagter Folie abgedichtet werden.




Gruß
Rolf



Ich verstehe nicht warum Sie so auf Ihrer Folie sitzen?



Diese bringt nicht annähernd das was Sie sich vorstellen. Der Wärmestrom ist immer von warm nach kalt, somit haben Sie trotz Folie das empfinden, dass es zieht abgesehen von den von Herrn Kornmeyer beschriebenen Schäden die eine Folie verusachen kann.

Gehen Sie die Sache richtig an und geben Sie nicht Geld für unnütze Maßnahmen aus, die eh nichts bringen.

Grüsse



Richtig machen....



Wie hier oben im dritten, oder vierten Beitrag zu lesen steht,
sind diverse Maßnahmen im Rahmen der Dorferneuerung etc.
ausserdem von Denkmalschutz und KFW-Födermaßnahmen in Prüfung.
Ich bin schon der Meinung, daß das richtig angegangen ist.
Wie aber jedem bekannt sein dürfte, mahlen öffentliche Mühlen sehr langsam.

Darum die Frage nach einer Zwischenlösung -- unter anderem auch wegen der aktuellen Wetterbedingungen........

Soll ja keine Dauerlösung sein,..............