das Haus - total verschandelt

22.05.2003



... welch Graus, vielleicht hat's ja einer von Euch gesehen, in der neuesten Ausgabe von "das Haus" hat ein Architekt einen Anbau zu seinem eigenen Fachwerkhaus entworfen und das tatsächlich in die Tat umgesetzt. Eigentlich gehört ihm die Lizenz entzogen. Eine Hochgradigkeit von Geschmacklosigkeit, die wirklich nicht zu unterbieten ist (mal schauen, vielleicht kann ich das Bild einscannen und demnächst dranhängen). Ihhh gittihgitt. DAS ARME HAUS!!! (der kann einem nur Leid tun, der arme geschmacklose Architekt und der vom Bauamt, der so einen Schund genehmigt hat)... *baaah* (wollt ich nur mal loswerden :-)



Kurze Anmerkung ...



Bitte nicht einscannen und hier veröffentlichen. Da bekomme ich u.U. ein kleines Copyright-Problem.





...hat mich natürlich gleich interessiert, warum hier so über einen architekten so hergezogen wird.
ich denke ich hab`s gefunden und möchte dazu folgendes anmerken:
architektur ist keine geschmacksache und über geschmack kann man bekanntlich nicht streiten.
auch Fachwerk sollte keine geschmacksache sein, sondern eine bauform und kann zum lebensstil und zur überzeugung werden. es ist keineswegs richtig oder falsch. es müssen immer ncoh jede menge anderer faktoren berücksichtigt werden. vielleicht mal mit den grundrissen beschäftigen, der geschichte des bestandes und der geschichte, der visionen und den inhaltlichen absichten des anbaus, und somit der heutigen bewohner. also bitte vorsicht – wobei ich diese äusserungen zur eröffnung einer vielleicht angeregten disskusion sehr gut finde. ggf. nochmal etwas genauer beschreiben, dass wir wissen was gemeint ist. vielleicht auch mal versuchen zu beschreiben was schlecht ist.
liebe grüsse. christian bernard



Geschmack oder nicht...



ich finde, wenn man ein altes Haus mit viel Charme und Geschichte besitzt, dann ist - sowas Hässliches anzubauen wirklich "unmöglich". Den Anbau hätte man mit Fachwerk ausführen können, oder meinetwegen grade noch so - aus Holz. Im Stil des Hauses eben - passend zum Haus und nicht so ein verrostetes und hypermodernes Teil. *uääähhhh* da kommen einem ja wirklich fast die Tränen. Mit Visionen hat das meines Erachtens nichts zu tun. Das passt halt nicht (genau so, als hätte meine 82 Jährige Omi jetzt nen Mini an, pinkfarbene Federboa um und blaue Fingernägel - das passt halt einfach nicht). Und mit Kunst hat sowas schon garnichts zu tun. Grüßle Annette



Freiheit



Aber wer legt denn f e s t, was guter Geschmack ist? Würde mir das auch nicht vorschreiben lassen wollen. (Schade, dass kein Bild möglich ist (s.u.)). Wenn die Oma in Lila&Pink macht, warum nicht mal tolerant sein? Das Leben ist nur kurz, das weiß sie mit 82 am besten von uns allen (wahrscheinlich)... Aber zu diesem Fachwerk-Thema siehe doch auch zwei Referenzen:

---Forenreferenz-----------
Das wahrscheinlich unkonventionellste Fachwerk der Welt... -
... wird gesucht! Es muss aber n o c h ungewöhnlicher sein als das Kinderhaus in 63165 Mühlheim-Dietesheim (siehe Foto!). Vielleicht starten wir einen Fotowettbewerb auf Fachwerk.de? Bin gespannt, Ihr mehr ...
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und

---Forenreferenz-----------
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mehr ...
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Mein Diskussionsstoff



[pubimg 1062]im Dorf und wohl auch Teilen der IGB (bin kein Mitglied). Entworfen von einem Architekten, der sehr an der alten Baustruktur festhält, aber auch den Kontrast wagt. Ziel war es, das Alte im Neuen zu erkennen. Gar nicht erst zu versuchen, etwas neues auf alt zu trimmen. Puuhh - da war was los. Die Baustelle wurde zum Mekka verschiendenster Fraktionen. Auch ich bin der Meinung, daß ein altes Haus moderne Akzente verträgt.


PS: Ich versuch mal die Genehmigung für eine Veröffentlichung des Bildes aus der Zeitschrift zu bekommen. Aber viel Hoffnung hab ich nicht.



Wir wollen das Bild sehen!



Ja, Herr Stölper, bitte mal versuchen: wie sieht der "Stein des Anstoßes" denn nun wirklich aus? Vielleicht ist die Diskussion (mit hier v i e l f ä l t i g e r Meinung) ja sogar Werbung für die LBS-Zeitschrift DAS HAUS
(http://www.lbs.de/PL3D/pl3d.htm?detail_snr=340), schließlich wird ja hier im Forum darüber geredet und es gibt keine Anti-Werbung (überlasse das aber dem Kommunikationstheortetiker unter uns... ;-))



Ist es das?



http://admin.haus.de/PH2D/ph2d.htm?snr=4317&snr2=4317



Geschmacksrichtungen



ich denke über Geschmack läßt sich nicht streiten, jeder hat seinen eigenen und das sollte man auch akzeptieren. Gerade diese Unterschiede machen doch die Ansicht erst schön. Wir beschweren uns doch auch alle über das "Einheitsgesicht" mancher Siedlung. Ich kenne das Bild nicht, aber ich denke trotzdem, dass man auch andere Baustile anerkennen sollte, wer weiß, wie darüber in 100 Jahren gedacht wird. Manchmal ist es auch besser, etwas gänzlich neues zu machen, als zu versuchen, das Alte weiter zu "schustern" nur um des Alten willens.





...vorallem, müssen wir vielleicht andere bilder benutzen. wenn ich auch den vergleich: gebäude/menschen- ziemlich hinken sehe. aber sollte eine (hier gewählt) grossmutter nicht mal ihren enkel an die hand nehmen? wie oft haben wir uns aufgelehnt, neue positionen gesucht, diese revidiert usf.? warum sollte das nicht auch in der Architektur zum ausdruck kommen?
ein starkes, sprich schönes Gebäude gewinnt u.u. an wertschätzung wenn daneben keine kopie, welche den wert des orginals eh`nicht erreicht als anbau oder ergänzung erhält. und wenn da, wie bei dem vor beschriebenen fachwerkhaus aus "das haus" bj. 1933 (!) ein totaler bruch, aus welchen gründen auch immer erfolgen muss, dann müsste das doch nachvollziehbar sein und akzeptiert werden.

grüsse. christian bernard



Jetzt hab ich es gesehen ....



Heute nachmittag habe ich mir die Zeitung gekauft und mir das gute Stück angesehen. Ich muß gestehen, es polarisiert. Mir gefällt es, meine Frau schließt sich Annettes Meinung an. Zumindest haut es sie nicht vom Sockel.


Für mich ist ein Haus keinesfalls etwas, das bis in alle Ewigkeit konserviert werden muß. Auch früher wurden Häuser umgebaut. Es wurden Anbauten nach "neuen" Gesichtspunkten erstellt. Beispiel: Viele Erker sind spätere Anbauten! Heute sagen wir: toller Erker. In der Bauzeitung "Moderner Bauen" von 1610 wird ein Stich von einem solchen Erkerhaus wohl ähnlichen Aufruhr verursacht haben ;-).