Schwarze Küche Geruch

25.09.2012 Noodles



Hallo und guten Morgen,

wir haben in unserem kürzlich erworbenen Bauernhaus, BJ etwa 1900, die 6m² große sogenannte schwarze Küche nebst der Schornsteinglocke abgerissen.

Da die unteren Wände nicht herausgenommen werden können haben wir um den Rußgeruch loszuwerden im EG Bereich etwa
2 cm von den Ziegelwänden abgestemmt.
Nun stinkt es zwar nicht mehr so schlimm wie vor dem Abriss, aber ganz weg ist der Geruch auch nach einem Monat durchlüften nicht, was wahrscheinlich bedeutet, dass der Müffel vom Ruß doch tiefer im Stein sitzt als besagte 2 cm.
Weiss jemand, ob es verlässliche chemische Mittel gibt, mit denen dieser Restgeruch dauerhaft neutralisiert werden
kann ?
Oder sollten Verputzen und Fliesen dafür ausreichen ?
Der Raum soll als Badezimmer ausgebaut werden.

Wäre für jede Empfehlung dankbar.



Versottung



Mein Vorschlag:
Abgespitzte Wandflächen mit einem Kalkzementputz egalisieren,
an der Decke Dampfsperre verbauen,
im Wulst-Punkt, besser im Buttering-Floatingverfahren Aquapaneel- oder Wediplatten als Trockenputz und Fliesenträger aufkleben,
Fliesen Kleben oder spachteln und streichen, Decke mit GKF abhängen.

Viele Grüße



Schade eigentlich ...



... um ein unwiederbringliches Stück Bau- und Nutzungsgeschichte.

Vom Prinzip her kommt nun die Sanierung des Mauerwerks der eines versotteten Schonsteins gleich.
Insoweit möchte ich auf einen diesbezüglichen Beitrag auf unserer Website verweisen:

http://www.meisinger-ingenieurleistungen.de/index.php/bauberatung/71-versotteter-schornstein-ursachen-abhilfe-instandsetzen-sanieren-erneuern


Vom Schwingen chemischer Keulen und von eher kosmetischen Maßnahmen, wie z. B. Verblendungen halte ich persönlich gar nichts.



Eine "verlässliche" Chemie...



... gibt es an dieser Stelle nicht, oder ist mir zumindest nicht bekannt...

Was mich einigermaßen erstaunt ist die Tatsache, dass der Raum nach wahrscheinlich einigen Jahrzehnten Nicht-Verwendung immer noch so stark müfft...

Natürlich kann man Wände austauschen, ist lediglich eine Frage des Aufwandes...

Lustig ist der Hinweis oben mit dem Schwingen chemischer Keulen, wovon nichts gehalten wird... Zitat aus dem angegebenen link:

"Es handelt sich um eine Kombination aus einem Spezial-Kunstharz und Nitrocellulose.
An gefährlichen Inhaltsstoffen sind ETHYLACETAT, PROPAN-2-OL, N-BUTYLACETAT, 2-METHYLPROPAN-1-OL und 2-METHOXY-1-METHYLETHYLACETAT enthalten.
ACHTUNG: Das Produkt ist leicht entzündlich und reizt die Augen; die Dämpfe können Schläfrigkeit und Benommenheit verursachen."

Oha...

Zurück zur Sache: Unter Umständen wäre eine Vorbehandlung der Wand mit Hexafluoridokieselsäure zur Versiegelung zielführend. Dies sollte genau abgewogen werden, da das Zeugs auch nicht ganz ohne ist. Ansonsten lt. Georg Böttcher.

LG & Gutes Gelingen,
Sebastian Hausleithner



Es gibt chem. Mittel ...



... deren Einsatz sich bewährt hat, von denen ich persönlich dennoch nicht viel halte, weil ich eher die Naturbaustoff-Schiene fahre.

Gleichwohl habe ich bewährte chem. Verfahren in meinem Website-Beitrag mit erwähnt bzw. beschrieben, denn wie so Vieles im Leben ist auch deren Verwendung Ansichtssache und die diesbezügliche Entscheidung steht im freien Ermessen jedes Einzelnen.



Nein, leider nicht...



... allzuoft wird der Endverbraucher, der mit einem konkreten individuellen Problem sich an das Fachhandwerk oder auch den Fachplaner wendet, mit einer 08/15 Lösung abgebürstet...

Die Frage lautete sinngemäß ob es es verlässliche chemische Mittel gibt, mit denen sich Rußgeruch neutralieren oder vertreiben lässt.

Und die Antwort ist: Nein

Lösungsansätze sind genannt worden, damit wird Alltagsgebrauch hergestellt, den Sott aus dem Gemäuer wird man damit aber auch nicht los...

LG & Gutes Gelingen,
Sebastian Hausleithner





Hallo,

vielen Dank für die informativen Antworten.
Hab mir die Chemieoptionen mal zu Gemüte geführt und werd wohl besser die Fingerchen davon lassen und stattdessen die Kalkputz/Fliesen Option versuchen.
Dem Bad wird dann noch eine ordentliche Entlüftung verpasst - wie gesagt ist der Geruch nicht mehr sooo stark...

@ Sebastian Hausleithner: einige Jahrzehnte unbenutzt stimmt so nicht ganz, weil sämtliche Ofenrohre des Hauses in den Raum bzw. die Glocke im OG eingebunden waren - geräuchert haben die Vorbesitzer sicher seit 30 Jahren nicht mehr aber ordentlich Braunkohle wird bis 2004 schon noch durchgewandert sein...

Viele Grüße und Danke noch mal...



Versottung



Ich hatte Ihnen nicht umsonst einen Trockenputz mit hohem Diffusionswiderstand und guter Dämmfähigkeit vorgeschlagen.
Nur putzen und dann fliesen bzw. malern- dabei ist das Geruchsproblem das kleinere Übel. Die Versottung wird sich durch den Kondensateintrag langsam aber sicher nach innen vorarbeiten.

Viele Grüße