Geruch, Fertighaus, riecht, Streif, verdienen

30.06.2008


Hallo an Alle, ich bin neu hier. Ich persönlich habe kein Problem, aber meine Eltern. Sie wohnen seit knapp 35 Jahren in einem Streif Fertighaus und der modere Geruch wird immer schlimmer"es riecht nach sauer gewordener Milch" eigentlich noch übler. Es zieht in alle Sachen, wenn man das Haus verlässt, riecht man sehr unangenehm, leider nehmen meine Eltern da sie ja schon lange drin leben den Geruch nicht war. Und nehmen uns daher nicht ernst. Meine Mutter meint sie lüftet regelmäßig und ist auch sehr sauber, ihr die das nicht riecht zu erklären, was für ein Geruch das ist, fällt uns Kindern und Besuchern sehr schwer. Sie fühlen sich persönlich angegriffen. Wir machen uns große Sorgen um die Eltern, da meine Mutter und Vater mit Augen jucken und Kopfschmerzen immer öfter zu tun haben. Wer weiß Rat? Schimmel gibt es keinen sichtbaren. Der Geruch lässt sich nicht lokalisieren, leider. Nach 2 Tagen Besuch rieche auch in es nicht mehr, erst wenn ich die Reisetasche zuhause auspacke, steigt mir ein übel riechender Geruch entgegen. Klamotten lassen sich waschen, aber die Reisetasche riecht immer noch. Der Geruch wurde mit den Jahren immer beißender.



Hallo



denken sie mal darüber nach, eine Raumluftanalyse machen zu lassen. es gibt verschiedene Institutionen, die das anbieten. Eventuelle Schadstoffe in der Raumluft lassen sich dann nachweisen. Viel Erfolg H. Köhler





Sehr geehrter Herr Köhler,

danke für den Tipp. Ich hatte mich schon an den TÜV Nord Umweltschutz gewannt und an das http://www.ifau.org/index.htm, die sich gerade mit dem Problem Fertighäuser/Raumluft herum schlagen, leider sind die soweit entfernt und sehr sehr teuer. Meine Fam. lebt in Schleswig-Holstein. Und die Tests in den Apotheken sind zu ungenau. Aber erstmal danke für Ihre Antwort.

Mit netten Grüßen Aenne



Geruch im Fertighaus



Hallo Aenne,

damit ist leider nicht zu scherzen. So wie Sie die Sache beschreiben, ist sie hier im Forum schon desöfteren im Zusammenhang mit Fertighäusern der Zeit von etwa 1970 bis 1982 diskutiert worden. Betroffen waren Häuser der Firmen Streif, Okal und Nordhaus, aber sicher auch andere.

Beim Geruch handelt es sich einerseits um Formaldehyde (stechend), andererseits um Chloranisole (miefig, faule Eier).
Letztere sind ein bakterielles Abbauprodukt des mittlerweile verbotenen "Holzschutzmittels" Pentachlorphenol. Wo man das eine riecht, ist aber sicher das andere noch drin: ein reines Nervengift.
Fast überflüssig zu sagen, daß sich in bauphysikalisch völlig fehlkontruierten Wänden dann auch noch leichtflüchtige Kohlenwasserstoffe durch Pilze und Bakterien produzieren lassen.
Sanierungsbemühungen durch Austausch der gesamten Außenwände etc. sind unternommen worden, m.E. aber nur ein sinnloses Geschäftsfeld, weil die Firmen, die uns das eingebrockt haben, jetzt an der Sanierung verdienen können.

Es ist eine völlig unbefriedigende und für die Betroffenen deprimierende Situation, weil sie neben dem Schaden an der Gesundheit auch noch den finanziellen Schaden haben.

Mit freundlichen grüßen





unser Haus ist von Streif, die aber wohl nicht mehr zur Rechenschaft ran gezogen werden können, da die Garantiezeit abgelaufen ist. Unser Haus wurde ca.1974 gebaut, meine ich.Ich habe mich schon viel umgehört, da mir das keine Ruhe lässt. Seit meine Eltern in Rente gegangen sind nimmt das Augen jucken und Kopfschmerzen immer mehr zu. Der Geruch wird auch immer schlimmer.

Wie kann ich nun Schritt für Schritt vorgehen um ihnen zu helfen?

Vor allem in ältereren Fertighäusern können sich erhöhte Belastungen an Formaldehyd und Holzschutzmitteln finden. Zudem kennzeichnet diese Häuser oft ein muffiger Eigengeruch.
Wir nehmen Ihr Haus unter die Lupe: IfAU-Check® - Fertighaus

diese Seite habe ich heute gefunden, leider ist das Institut sehr weit weg, Anfahrtsweg zu weit, leider. Meine Familie lebt in Schleswig Holstein, Wer könnte da helfen? Es muss doch einen Weg geben, dass nicht die daran verdienen, die uns das eingebrockt haben, oder. Ich bin für jede Hilfe dankbar.

MfG Aenne



Hallo,



hier gibt es noch sehr viele Links zum Thema:

http://www.konrad-fischer-info.de/2fertig.htm

Der Geruch geht nur durch Austausch der Mineralwolle und der
belasteten Holzplatten weg.





danke für den link, werde mich demnächst dort durch lesen.

MfG Aenne



Da wäre noch:



http://www.fachwerk.de/wissen/balken-schadstoffe-16500.html

http://www.fachwerk.de/wissen/okal-sperrt-74820.html

und somit die Empfehlung von 2 isolierenden und abbauenden Mitteln. Zu dem von mir empfohlenen Mittel von "Baden-Chemie" habe ich im Nachgang ausführliche Informationen der Firma zugesandt bekommen, die recht überzeugend wirken. Ich bin nun nicht auf Holzschutz spezialisiert, da wäre z.B. Lutz Parisek hier im Forum einer der Ansprechpartner, aber vielleicht wäre das eine mögliche Lösung.

Wenn die Eltern freilich nicht mitmachen, also das Problem nicht wahrnehmen wollen, was kann man da machen? Eine Grundsanierung mit erheblichen Kosten wäre ja nun unumgänglich. Wenn dann selbst für eine Analyse kein Geld da ist, wird's eng.

Zuweilen haben Krankenkassen solche Tests schon bezahlt, wenn Erkrankungen und Allergien bestehen, die auf solche Schäden hindeuten. Aber auch dazu müssen die störrischen Altvorderen erst 'mal wollen.

Der einfache Test aus der Apotheke wäre ja vielleicht doch ein Einstieg in das Thema?

Grüße

Thomas





Hallo Thomas,

das Problem ist, dass sie diesen Geruch nicht wahrnehmen, da sie seit 35 Jahren in dem Haus leben. Mein Vater bekommt nur eine kleine Rente, womit eine Sanierung in dem Umfang von 20-40.000 Euro nicht möglich ist. Auch wir Kinder verdienen gerade so unser Geld, was kaum zum Leben reicht. Aber danke für deine Links, aber in dem Fertighaus von Streif befindet sich kein Holz.

Ich hatte gestern ein längeres Gespräch mit meinem Bruder, der mir auch mitteilte, dass der Geruch nach 1-2 Stunden nicht mehr wahrnehmbar ist, wenn man sich in dem Haus befindet, erst wenn man es wieder verlässt, riechen die Klamotten und alles was man aus dem Haus mit raus nimmt muffig. Gibt es hier im Forum eigentlich eine extra Seite, die sich mit dem Thema Fertighäuser und muffiger Geruch beschäftigt? Ich bin erst seit gestern auf dieses Forum gestoßen und wusste nicht, wo ich suchen sollte...

lg.Aenne



Fertighaus Modergeruch



Oben rechts auf der Seite hier tauchen die passenden links auf.
Mit der Suchfunktion gehts auch.

Grüße



Hallo Aenne



also zur Situation:
Das Haus deiner Eltern stammt aus der letzten Reihe von Fertighäusern welche mit stark belasteten Materialien gebaut wurden.Die Aussteifungen der Wände bestehen aus Spanplatten die mit Leim aus hochkonzentriertem Formaldehyd hergestellt sind. Dieses Formaldehyd diffundiert aus und lagert sich in der Mineralwolle ein. Da die Häuser nicht winddicht sind, "pfeift der Wind durch die Ritzen",(Stechdosen,Schalter,Kabel- und Instalationsöffnungen)und transportiert die Gase bzw. den Modergeruch(unter anderem Chloranisole,-naftalin)in die Wohnräume.
Eine Beseitigung dieser Probleme ist nun mal nur mit entsprechendem Aufwand möglich,d.h.Abriss der Aussenhaut entfernen der Spanplatten und Mineralwolle,dekontaminieren etc.etc.! Alles andere ist augenwischerei !!!
Die Grundsubstanz ist meist O.K.und nach einer ökologischen Sanierung ist die Wohnqualität top. Der Dämmwert der Aussenhaut kann Niedrigenergiehauswert erreichen. Dazu kommt der gestiegene Immobilienwert.Die Kosten für eine erfolgreiche und bauphysikalisch sinnvolle Sanierung liegen bei ca.230-280€/m².
Gruß aus der Eifel
Schorch



Fertighaussanierung



Das Haus deiner Eltern stammt aus der letzten Reihe von Fertighäusern welche mit stark belasteten Materialien gebaut wurden.Die Aussteifungen der Wände bestehen aus Spanplatten die mit Leim aus hochkonzentriertem Formaldehyd hergestellt sind. Dieses Formaldehyd diffundiert aus und lagert sich in der Mineralwolle ein. Da die Häuser nicht winddicht sind, "pfeift der Wind durch die Ritzen",(Stechdosen,Schalter,Kabel- und Instalationsöffnungen)und transportiert die Gase bzw. den Modergeruch(unter anderem Chloranisole,-naftalin)in die Wohnräume.
Eine Beseitigung dieser Probleme ist nun mal nur mit entsprechendem Aufwand möglich,d.h.Abriss der Aussenhaut entfernen der Spanplatten und Mineralwolle,dekontaminieren etc.etc.! Alles andere ist augenwischerei !!!
Die Grundsubstanz ist meist O.K.und nach einer ökologischen Sanierung ist die Wohnqualität top. Der Dämmwert der Aussenhaut kann Niedrigenergiehauswert erreichen. Dazu kommt der gestiegene Immobilienwert.Die Kosten für eine erfolgreiche und bauphysikalisch sinnvolle Sanierung liegen bei ca.230-280€/m².
Gruß aus der Eifel
Schorch
feldmanngeorg@googlemail





Vielen Dank Schorch, erstmal für deine Antwort, aber leider kann meine Familie sich diese Maßnahme nicht leisten, da mein Vater eine kleine Rente bekommt wovon sie gerade mal so leben können.

Aber Danke erstmal für den Rat von euch allen.

Auch wenn jetzt einige den Kopf schütteln mögen, aber greife mal einem nackten Mann in die Tasche.

Wir können nur versuchen nachdem mein Bruder das Haus evtl. in späteren Jahren übernimmt, dieses Problem abzuschaffen, sollte er einen Kredit bewilligt bekommen. Er weiß was los ist, aber wir beide haben so ein kleines Gehalt, dass wir den Eltern auch nicht helfen können, sonst würden wir es sofort tun.

Ich danke euch von Herzen,eure Aenne