Renovierung Fachwerkhaus

12.01.2004



Hallo,

ich beabsichtige den Kauf eines Fachwerkhauses aus dem Jahr 1920. Das Haus muss jedoch umfangreich renvoiert werden. Da ich die Kosten natürlich im Vorfeld wissen und dazu hilfreiche Tipps für die Renovierung und Gestaltung bekommen möchte, wende ich mich nun an dieses Forum. Dem ein oder anderen wird der Umfang meines Beitrages sicher erschrecken, doch sind das Fragen, die mir am Herzen liegen und die ich gerne im Vorfeld beantwortet hätte.
1. Im Haus ist eine Erdgaszentralheizung installiert. Der Kessel entspricht nicht mehr den Anforderungen und muss ausgetauscht werden. Ich würde nach meinem Kenntnisstand einen Gas-Brennwertkessel nehmen. Ist dies sinnvoll? Welcher Kessel ist im Preis-Leistungsverhältnis zu empfehlen und mit was für Ausgaben muss ich rechnen?

2. Ich habe im Internet auch gelesen, dass ein Strahlungsheizung von Vorteil ist. Ist diese mit einem Gas-Brennwertkessel kompatibel und zu empfehlen? Wieviel € wird ein Strahlungsheizkörper ungefähr kosten? Ist die nachträglich Installation ohne großen Aufwand (Mauerwerk entfernen u.s.w.) möglich und können die Heizkörper an die Stelle der vorhandenen Heizköper angebracht werden?

3. Weiterhin sind die Fenster zu erneuern. Ich bevorzuge Holzfenster mit Sprossen. Wieviel Euro kostet ungefähr ein Holzfenster komplett mit Sprossen, Griffen und Einbau? ICh weiss, dazu benötigt man die Maße. Leider kann ich diese nicht mitteilen und bitte daher um grobe Schätzung des Preises, so dass ich die Ausgaben in etwas hochrechnen kann.

4. Wie und womit pflegt man die Holzfenster?

5. Wer kann mir evtl. Auskunft darüber geben, welche Fördermittel für die Erneuerung der Fenster und der Heizung zur Verfügung stehen? Wie ist die Vorgehensweise bei Beantragung von Fördermitteln?

5. Das Erdgeschoss ist komplett sanierungsbedürftig. Darunter auch der Teppichboden. Da ich nicht weiß, wie es darunter aussieht und ich evtl. neu dämmen muss, zielt meine Frage daraufhin, wie teuer ungefähr das Dämmmaterial für ein m² ist? Was für eine Dämmung ist zu empfehlen?

6. Der Keller ist mit Ausnahme einer Wand, die nur leichte Feuchtigkeit aufweist trocken. Wie und womit kann bzw. muss ich die Wand bearbeiten, um die Feuchtigkeit heruaszubekommen? Ich habe mal den Tipp bekommen, den Putz abzuschlagen und die Wand freizulegen. Dabei neu zu verfugen. Was nehme ich jedoch dafür?
Die restlichen Kellerwände müssten meiner Ansicht nach mal gestrichen werden. Welche Farbe können Sie empfehlen?

7. Das Dach und die Fassade sind komplett verschiefert. Es ist auch noch in Ordnung. Dennoch hätte ich gerne mal den Kostenrahmen für eine Neuverschieferung des Hauses gewußt. Das Haus ist ca. 12m breit, 5,80 m lang und ca. 10 m hoch. Nähere Angaben kann ich leider nicht machen.

8. Ein Teil des Daches und der Fassade wurden mit Kunstschiefer bedeckt. Wie teuer sind dafür die Entsorgungskosten?

9. Wie lange ist grundsätzlich eine Schieferfassade haltbar?

10. Der Sockel des Gebäudes ist ebenfalls sanierungsbedürftig. Er muss jedoch nur gestrichen werden. Was für Material verwendet man da am besten und wie geht man sinnvollerweise vor?

11. Was halten Sie von einer kompletten Dämmung des Hauses? Ich habe im Internet gelesen, dass dies gerade bei Fachwerk wenig Sinn macht und man durch einfachere und günstigere Maßnahmen den gleichen oder sogar den besseren Erfolg erzielen könnte. Weiterhin ist man der Meinung, man würde sich das Haus kaputt dämmen.

Das sind die Fragen, die mir derzeit am meisten am Herzen liegen. Ich hoffe, Sie können mir trotz des erheblichen Umfangs weiterhelfen. Auch über eine Verweisung auf Homepages, die antworten auf meine Fragen geben, wäre ich bereits dankbar.

Ich möchte mich abschließend recht herzlich im voraus bei Ihnen für die Beantwortung meiner umfangreichen Mail bedanken.

Mfg
Steffen Mack





Glückwunsch zu Ihrem Hauskauf - aber bevor Sie anfangen, daran herumzubasteln oder sich ein Sanierungskonzept aus dem Internet zusammenbasteln, kann ich Ihnen beim offenkundigen Umfang der Sanierung nur ganz dringend empfehlen, Ihre Fragen vor Ort mit einem Architekten zu besprechen; das sollte dann in einen konkreten Maßnahmen-, Zeit- und Kostenplan münden. Das Honorar holen Sie locker wieder herein, gerade wenn es sich bei Ihrem Haus um ein Denkmal (?) handelt; nur dann gibt es Fördergelder!
Detailfragen, denke ich, beantwortet dann jeder hier im Forum gerne.
Gruß gf





Hallo,

danke für die zügige Beantwortung. Ich muss jedoch klarstellen, dass ich das Haus noch nicht gekauft habe, sondern den Kauf beabsichtige und daher den umfangreichen, mit vielen Fragen gespickten Eintrag vorgenommen habe. Ich möchte einfach im Vorfeld einige Details, insbesondere die finanzielle Seite einigermaßen klären.
Das Haus soll 120.000 € kosten. Dazu kommen noch die Kaufnebenkosten, so dass es rund 130.000 kosten wird. Jetzt fallen aber noch die in meinem Beitrag angedeuteten Renovierung an. Alles muss natürlich in einem finanziellen Rahmen passen, daher meine Fragen.
Das Haus hat eine Wohnfläche von 146 m² und eine Grundstücksfläche von 600 m².

Ich hoffe, dass ich hier einige Details in Erfahrung bringen kann und einen Kostenrahmen festgelegt bekomme.

Gruß
Steffen Mack





Mehr als grob lässt sich das halt aus der Ferne wirklich nicht beantworten: Rechnen Sie mal, da es sich bei der sanierung quasi um einen Neubau handelt, mit 1500 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Ganz grob. Sobald natürlich größere Schäden am Holz (Dach, Fachwerk) ans Tageslicht kommen, können diese Kosten schnell ausufern. Andererseits steckt viel Sparpotenzial in der Eigenleistung. Also: Fachleute mitnehmen, viel fragen, Pläne machen, dann kaufen und dann ran ans Werk!
gf





Hallo,

vielen Dank für diesen Rahmen. Seien Sie mir nicht böse, aber ehrlich gesagt, reicht mir das so grob nicht aus. Ich hätte gerne auf meine einzelnen Fragen Antworten, die natürlich nicht alle konkret angegeben werden müssen und auch können.
Das Haus ist von der Substanz her in Ordnung. Es fallen nur die Renovierungen, die ich in meinem Beitrag dargestellt habe. Der Rest ist vollkommen in Ordnung und ist daher nicht mit einem Neubau zu vergleichen.
Ich habe das Haus auch schon mit einem Experten besucht. Daher kommen ja jetzt meine relativ konkreten Fragen.
Selbstverständlich weiß ich, dass die Beantwortung sehr viel Zeit in Anspruch nimmt und ich bin daher nicht böse, wenn mein Beitrag nicht 100% beantwortet werden kann.
Ich hoffe aber, Sie haben Verständnis für mein Anliegen, da die Entscheidung des Immobilienkaufes eigentlich nicht von kurzer Dauer sein sollte. Daher die vielen Fragen.

Mfg
Steffen Mack





Nichts für ungut, aber was haben Ihre Experten dann eigentlich gemacht, wenn so viele Fragen offen geblieben sind? Nagut, ich will es versuchen: 1. Mit Gasheizungen kenne ich mich nicht aus; es gibt aber sicher einschläge Testberichte (Stiftung Warentest, Ökotest). Alle Heizungsbauer machen Ihnen sicher gerne ein unverbindliches Kostenangebot. 2. Wenn die Heizkörper noch in Ordnung sind, würde ich sie nicht austauschen. Es gibt Flachheizkörper mit erhöhtem Strahlungsanteil, die aber recht teuer sind. Echte Strahlungsheizungen sind Wandheizungen, deren Installation aber einen erheblichen Aufwand bedeutet; letztlich nur bei einer Totalsanierung innen zu empfehlen oder in Zusammenhang mit einer Innendämmung siehe Punkt 11). 3. Ein Holzfester mit Sprossen in handwerklicher Fertigung sollte nicht wentlich mehr als 700 Euro kosten. Unbedingt ausschreiben, die Preisunterschiede sind erheblich! 4. In der Regel werden Holzfenster mit Ölfarbe gestrichen oder, wenn sie naturfarben sein sollen, lasiert. 5. Fördermittel gibt es nur bei Denkmälern, ansonsten zinsgünstige Darlehen für Gebäudesanierung über die KfW. 6. Feuchtesanierung nutzt nur etwas, wenn man die Quelle der Nässe findet und beseitigen kann (Dränage o.ä.). Dann alten Putz abschlagen und Fugen auskratzen, mit reinem Kalk neu verfugen und mit Kalkputz verputzen, Streichen mit Kalkkaseinfarbe. 7., 8. und 9. Zum Verschiefern Angebote einholen. Da habe ich keinerlei Erfahrungswerte. 10.Was jetzt: Ist der Sockel sanierungsbedürftig, oder muss er nur gestrichen werden? Im ersten Fall Sanierputz verwenden, im zweiten Fall einen möglichst diffusionsoffenen Anstrich wie im Keller (Material?). 11. Wenn Ihr Haus nicht als Denkmal eine Befreiung von der Wärmeschutzverordnung bekommen kann, müssen Sie für einen Vollwärmeschutz sorgen. Das ginge wohl am effektivsten durch eine hinterlüftete Außendämmung hinter der Verschieferung. Die zweite Möglichkeit ist eine Innedämmung kombiniert mit Wandheizung: Schilf- oder Holzfasermatten an die Inneseite der Außenwände, darauf die Wandheizung und 3 cm Kalk- oder Lehmputz. Aber, wie gesagt: die EnV beachten und Ihre Experten nochmal fragen.
Alles Gute mit Ihrem Projekt!
gf





Hallo,

vielen Dank für die umfangreiche Beantwortung. Sie konnten mir dadurch schon erheblich weiterhelfen.
Zu den Experten: Er ist haubtberuflich beim Hochbauamt beschäftigt und kann natürlich nicht alle Fragen beantworten. Dafür war die Inanspruchnahme seiner Leistung auch kostenlos und sollte mir einfach mal einen Kostenrahmen bieten.

Danke.

Mfg
Steffen Mack



könnte Ihnen helfen



Hallo denke wir könnten Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen.Arbeiten Bundesweit.

Siehe auch www.klinker-reinigung.de

Oder 0441/82262 Objekta Bautenschutz & Dienstleistungs GmbH

Gruß
Schneider



Renovieren eines Fachwerkhauses



Hallo,
schauen Sie doch mal in unsere Hompage, wir helfen Ihnen gerne bei der Sanierung.
Mit freundlichen Grüssen Veronika Klepac
Hompage:www.limestone-kalkbaustoffe.de