Eichenstufen auf Metalltreppe aussen




Servus miteinander,

Ich habe eine verzinkte Stahltreppe aussen, die es abregnet und auf der im Winter auch Schnee liegt. Es sollen Eichenstufen auf die Stahltreppe montiert werden. Nun war ich bei Bekannten, die haben auch Eichendielen auf der Terrasse. Der Unterbau ist verzinkter Stahl. Die Dielen haben aber irgendeine Flüssigkeit abgesondert. Nun ist der Stahl so rostfarben geworden und auch das Pflaster darunter. Kommt dies davon wenn die Eichenbretter nass werden? Lässt das irgendwann mal nach? Also wenn ich das Pflaster einen Sommer abdecke, bis der ganze Saft heraussen ist.



Gerbsäure der Eiche und Eisen



Die Gerbsäure (Tannine) der Eiche wäscht sich aus und reagiert mit dem Eisenoxid zu einer schwarzbräunlichen Farbe.

Die Reaktion ist ähnlich wie bei der Eisengallustinte .

Ich würde diese Kombination so nicht wählen. Alternative: Lärchenholz oder Thermohölzer.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Gerbsäurauswaschungen



Hallo,

die Gerbsäure greift den Stahl/Zink an und erzeugt Verfleckungen auf den Belegen darunter, diese sind auf Naturstein praktisch nicht entfernbar.

Gruß
Selle





Also die Treppe wird vorher noch gestrichen, antrazithfarbig. Ich denke da sieht mann den Saft nicht so. Aber Pflaster. Wie lange wird das dauern, bis der Saft heraussen ist? 1 Sommer?
Schreiner sagt, Eichenbretter sind 10 Jahre alt und trocken. Holz ist schon gekauft, von daher bleibt mir nix anderes übrig als es zu verwenden.



Außentreppe



Warum keine Gitterroste?





Vernünftiger wären sicher Gitterroste, aber ich finds optisch ansprechender wenn die Treppe gestrichen ist und mit Holzbelag belegt ist.



Die Gerbsäure...



...schützt das Eichenholz und macht es widerstandsfähig gegen Bewitterung. Sie sollten also nicht darüber spekulieren, wann "der Saft" ausgewaschen ist. Ab diesem Zeitpunkt stirbt Ihre Treppe. Sondern darüber, wie Sie die (wasserlösliche) Gerbsäure im Holz halten.

Dazu ist eine mehrfache beidseitige Imprägnierung (nicht Beschichtung) mit einem Öl geeignet, vorzugsweise mit Bläueschutz. Bläue kommt zwar auf der Eiche nicht vor, ein eingebauter Bläueschutz hilft auch gegen Algen. Zusätzlich könnte noch mit einem farblosen Terrassenöl behandelt werden. Wenn Sie mögen und mir die Größe der Fläche verraten, mache ich Ihnen gern ein Angebot für diese Öle.

Die Stufen sollten nicht flächig auf den Stahlwangen aufliegen, von da her setzt der Verrottungsprozess ein. Im Terrassenbau gibt es 10mm hohe Distanzstreifen aus Kunststoff, die eine Belüftung der Auflage ermöglichen. Das wirkt sich sehr positiv auf die Haltbarkeit des Ganzen aus.

Ihren Bekannten sollten Sie noch den dringenden Hinweis geben, die verzinkten Flächen mit einer geeigneten Beschichtung für Zink zu beschichten. Gerbsäure greift das Zink nämlich stark an.

Alles in Allem ist Eiche nicht das beste Holz für diese Aufgabe (bewitterter Holzboden). Der Gerbsäuregehalt der Eiche schwankt stärker (3-13%) und diese liegt in leicht auswaschbarer Form vor. Lärche, was weniger bekannt zu sein scheint, hat mit 10-12% Gerbsäuregehalt meist mehr Gerbsäure als Eiche im Holz, auch Douglasie sieht da ganz gut aus. Bei diesen beiden Nadelhölzern sorgt wohl der recht hohe Harzgehalt des Holzes für eine bessere Bindung der Gerbsäure. Auswaschungen sind mir in zur Eiche vergleichbarer Intensität noch nicht vorgekommen.

Grüße

Thomas





Ich wollts eigentlich verwittern und grau werden lassen. Ein Ölauftrag ist dann eher nicht geplant. Aber ist nach 10 Jahren Lagerung die Gerbsäure nicht schon heraussen?



Lies bitte...



mein Posting noch 'mal.

Ich hatte vor kurzem eine Eichentreppe im Freien, da brach nach exakt 10 Jahren die erste Stufe (40mm stark). Gerbsäure ist ein wasserlöslicher Feststoff. Der ist auch nach 100 Jahren noch im Holz, wenn er nicht ausgewaschen wird. Ist er aber ausgewaschen, kommen die Pilze.

Grau und mit verwitterter Optik wird die Treppe auch unter Öl. Hier geht es aber nicht primär um optische, sondern um technische Aspekte.

Grüße

Thomas





wie oft muss ich dann ölen? Ich wollte eigentlich keine Arbeit mehr haben damit. Kann mir nicht vorstellen dass einmal reicht.



Na,



jeder tickt halt anders, und Handwerker verdienen am meisten, wenn's möglichst bald nach Gewährleistungsablauf erneuert werden muss.

Im Interesse des Bauherren sollte aber doch wohl eine möglichst haltbare Arbeit sein, oder? Die Treppenstufen wären optimalerweise vor dem Einbau 2x rundum mit der Schele-Grundierung einzulassen, und 1x mit dem Terrassenöl zu behandeln.

Nach dem Einbau je nach Belastung und Bewitterung alle 2-4 Jahre wäre ein guter Schnitt.

Und wenn Dir das viel zuviel Arbeit ist, macht's ja vielleicht Deine Frau?

Grüße

Thomas