Geölten Dielenboden nun doch lackieren!?




Hallihallo Zusammen!

Nach langem hin- und herüberlegen sind wir jetzt zu dem Schluss gekommen unsere wunderschönen Holzdielen nun doch zu lackieren, zumindest im EG (Wohnzimmer, Flur, Küche, Esszimmer). Wir haben die 100 Jahre alten Fichtendielen vor einem Jahr abgeschliffen und mit Kreidezeit-Öl behandelt. Anschließend haben wir sie mit der Kreidezeit Wachsemulsion bearbeitet. Das Ergebnis war total schön, aber leider hielt diese Schönheit nicht lange vor. Schnell bildeten sich graue Laufstrassen und der Boden sah stumpf aus, um die Kohleöfen herum ist ein pechschwarzer Radius.

Wir sind uns darüber im klaren, dass so ein gölter Boden nach relativ gewissenhafter Pflege ruft, um seine Schönheit in vielen Jahren voll entfalten zu können, aber in diesem Maße können und möchten wir dem nicht nachkommen. Wir möchten gerne einfach mal mit Schuhen durchs Haus laufen (was wir bisher nie gemacht haben... und trotzdem Laufstraßen), mal Leute einladen, ohne dass sie die Schuhe ausziehen müssen, sondern nach einer Party einfach mal feucht durchwischen, einmal nicht IMMER NUR UM DEN BODEN ANGST HABEN.
Wir sind von der Schönheit eines geölten Bodens überzeugt, da braucht ihr also nichts mehr unternehmen, aber wir haben uns jetzt dagegen entschieden. Wir haben schon sehr viele lackierte Böden gesehen, die nicht tot aussahen und auch sehr charmant wirkten, auch mit Kratzern, die sie von unzähligen Partys auf den Leute mit Schuhen waren (!!!), getragen haben.

Unsere Frage nun: Wie gehen wir am besten vor? Müssen wir den Boden komplett neu mit der Maschine abschleifen, oder können wir mit einem Entwachser oder Ablauger den Boden auf einen Lack vorbereiten. Wir haben den Boden nur einmal geölt, vor einem Jahr und das sehr dünn...

Wir hoffen auf zahlreiche, hilfreiche Antworten.

Vielen Dank,
Inka & Mathias



Auch



ein gelackter Boden wird nicht frei von Schäden sein. Die Fichtendiele darunter als Weichholz ist die Schwachstelle.

Im Gegensatz zum lackierten Boiden lässt sich der geölte auch in Teilbereichwen nacharbeiten(z.B. mit einem öligen Lappen).

Tatsache ist, das der lackierte Boden trotz gleicher Optik für das Raumklima keine Rolle mehr spielt.

Grüße Gerd



Eine bildhafte Beschreibung...



eines falschen Oberflächenaufbaues.

Was war falsch? Möglichkeiten:
- zu dicker Ölauftrag
- zu kurze Wartezeit zwischen Öl- und Wachsauftrag
- ungeeignetes Wachs
- zu dicker Wachsauftrag
- falsche Pflege

Zunächst: Fachgerecht Pur geölte Böden (d.h. auch ohne Harzanteile) sind sehr strapazierfähig und werden niemals so aussehen wie beschrieben. Öl bildet keine Schicht auf dem Holz, dringt aber gut ein und härtet es sogar noch etwas. Sie werden keinen Schmutz binden und keine Laufstraßen zeigen. Öle sollten immer (auch wenn das nicht in der Kreidezeit - Beschreibung steht) einpoliert werden. Dann entfällt auch der dort vorgeschriebene Zwischenschliff.
Der Boden wird wasser- und schmutzabweisend, bleibt aber diffusionsoffen. Einziger Nachteil: Manche (Pflanzen) Farbstoffe wie z.B. der Farbstoff der Erdbeeren wird aufgenommen. Glücklicherweise sind aber Pflanzenfarben selten lichtecht.

Durch Ölen entsteht eine matte Oberfläche. Wenn es etwas glänzender sein soll, kann Wachs dünn aufpoliert werden. Das schützt zwar das Holz zusätzlich, bildet aber eine Schicht, die Schmutz binden kann und abgelaufen wird - Straßenbildung. Insofern sehe ich hier einen erhöhten Pflegeaufwand, aber noch kein Bild, wie oben von Dir beschrieben.

Die Kreidezeit-Wachsemulsion halte ich auf geölten Böden für fehl am Platze, sie sollte besser gar nicht im Fußbodenbereich verwendet werden. Warum? Wachsemulsionen (also Gemische aus Wachs, Wasser und Emulgatoren) können mit einer geölten Oberfläche keine intensive Bindung eingehen, nach Verdunsten des Wassers liegen Wachs und Emulgatoren auf der Fläche. Beim Handauftrag wie im Anwendungsblatt von Kreidezeit beschrieben besteht dann auch noch die massive Gefahr der Überdosierung. Wenn's denn unbedingt Wachs sein muß, sollte immer ein Bodenwachs ohne Wasseranteile verwandt werden, das einpoliert wird.

Nicht, daß hier gegen Kreidezeit mobil machen will -ein paar Sachen kaufe ich immer nur dort. Aber der Bereich Holzböden scheint mir da etwas Nachholebedarf zu haben.

Wie wurde der Boden von Euch gepflegt?


Was tun?

Gib einem richtig geölten Boden eine Chance. Wenn mein Geschreibsel nicht überzeigen sollte, suche ich als letzte Variante auch einen Lack heraus, aber nur dann :-)

Reinigung:

Mit einer Einscheibenpoliermaschine und roten oder grünen Pads kann die Schmutz/ Wachsschicht abgetragen werden. Ideal ist hier der "Refesher" von "Naturhaus". Er wird mit einer Sprühflasche dünn aufgesprüht und eingearbeitet. Der Dreck landet in den Pads. Solange reinigen, bis die Fläche sauber ist. Das geht sehr gut - ich habe mit diesem Verfahren schon jahrzehntedicke Krusten wegbekommen.

Ölen

Gerade bei Wachsresten ist daß Heißölverfahren ideal (Thermopadmaschine von Columbus) mit dem Heißöl von Natural. 3 Aufträge können an einem Tag gemacht werden, am näcsten Tag könnt Ihr schon in Socken darüberhuschen.
Wenn Ihr niemanden findet, der Euch so ein Teil leihen kann,
geht's auch im Kaltauftrag (Hartöl Spezial und Hartöl HS von Naturhaus oder Fußbodenhartöl von Natural).

Immer gilt: mehrere Aufträge, die immer mit der Einscheibenpoliermaschine mit weißem Pad eingearbeitet werden müssen. Der Erstauftrag wird dünn aufgerollt, gespachtelt oder gestrichen und je nach Anleitung des Öles einziehen lassen, für die Folgeaufträge habe ich eine Suppenkelle zweckentfremdet und gebe je nach Saugfähigkeit mehr oder weniger viel Öl auf den Boden und arbeite es sofort ein.

Wenn Ihr so verfahrt, habt Ihr einen dauerhaft schönen Boden ohne Lack.

So viel kann einer nur schreiben, wenn er erkältet zu Hause abhängt und sich vor dem Abwasch drücken will ("Ich arbeite doch!")

Für Fragen bin ich gern zu sprechen, Tel. Nr. im Profil.

Grüße

Thomas



da muss



bei ihnen etwas schief gelaufen sein und ich vermute fehlerhafte ausführung, da sie nur einmal geölt haben. (maschinell?) es hätte eines zweiten auftrags bedurft.
ich habe drei (bisweilen vier) hunde, die permanent im haus leben und einen geölten alt-tannenboden und keinerlei laufstrassen - obwohl meine Küche von allen der meist genutzte und strapazierte raum ist. und besuch seine schuhe selbstredend anbehalten darf. und natürlich wische ich mit so vielen tieren regelmäßig - halt nur mit rückfettender Seife und gelegenetlich mit carnaubawachs statt mit irgendeinem haushaltsreiniger. macht doch keinen unterschied. und natürlich benutze ich ein wischgerät mit baumwollbezug und ohne microfaser, weil die selsbt eingelagertes öl auswischen kann auf dauer.
an zwei stellen im scheuerleistenbereich hatte meine bodenlegerfirma nicht ganz grundlich gearbeitet - dort hatte ich dann schnell verschmutzungserscheinungen - deswegen meine vermutung mit der fehlerhaften ausführung.
was ich sehr wohl habe, sind natürlich kratzer und dellen, da tanne (genau wie fichte) zu den eher weichen weichhölzern gehört. aber das ist ja nicht ihr problem.