Heiß gemauert




weil es schon archiviert wurde:
http://www.fachwerk.de/fachwerkhaus/wissen/gefache-ehrlich-230322.html
...ein Nachtrag.
Ja!Es braucht keinen Heißkalkmörtel, ich wollte es bloß ausprobieren...
MfG
Mladen Klepac



Heiß gemauert



...und heute sieht es so aus.
Mit dem Rest des Mörtels habe ich dann die sichtbaren Steine, Tage später, überputzt...
Gruß
Mladen Klepac



Türsturz



Und die Moral von der Geschicht`:
Vergesst mir den Entlastungsbogen nicht!
Was ich noch wissen wollte:
Wie waren denn die Erfahrungen mit dem Heißkalk?



Segmentbogen



...die Steine für den Bogen habe ich im entsprechendem Winkel zurecht geklopft.
Entlastungsbogen bei dieser kurzen Spannweite des Segmentbogens, dem kleinem Gewicht von oben... und des massiven Mauerwerks von beiden Seiten ...?
Es ist ein paar Jahre her aber ich weiss noch: das zurechtrichten der Steine war zeitraubend, ich empfand es jadenfalls so.
Erfahrung mit dem Heißkalk: ein Reitz, aber auch etwas Unsicherheit war schon dabei, so im Nachhinein... man sollte sich in die Materie hineinfühlen können.



Türsturz



Der Segmentbogen IST der Entlastungsbogen für den scheitrechten Türsturz. Auch gerade, also scheitrechte unbewehrte Türstürze sind Bögen, allerdings nur bis zu einem gewissen Verhältnis Länge/Höhe. Den hier verbauten Türsturz halte ich trotz Entlastungsbogen für zu schlank.
Das Foto zeigt einen scheitrecht gemauerten Türsturz in der Abtei Fontevraud.
Wenn man Linien jeweils senkrecht zu den Stoßfugen zieht ergibt sich eine Bogenlinie. Zwei Linien oben und unten gezogen so das sie gerade noch im Sturzmaterial liegen ergeben die Form eines Segmentbogens. Das Material außerhalb ist nur Füllmasse zur Begradigung.



Sandsteingewände



...natürlich ist er der Entlastungsbogen und der Sturz wird überhaut nicht belastet.
MfG
Mladen Klepac



Türsturz



Doch, durch sein Eigengewicht.
Der Sturz ist, gemessen an seiner Höhe, etwa doppelt so lang wie er sein dürfte. Dadurch kann sich kein Stützgewölbe bilden, die Unterseite wird auf Zug belastet.
Stein ist ein Material mit hohem E- Modul das ohne Vorankündigung versagt. Irgendeine Kleinigkeit, eine Erschütterung oder eine kleine Unregelmäßigkeit im Gefüge und es macht irgendwann mal "Knack!"



Türsturz



Eigengewicht...
Hätte der Stein nicht, über Jahrzehnte, andere Lasten getragen, hätte ich mir darüber Gedanken gemacht.
Den ausgebauten Türsturz ersetzte ich durch einen anderen.
Mladen Klepac



scheitrechter Bogen



Leider doppelt, deshalb musste ich ändern.
Das Foto zeigt einen gestelzten Sturz aus Werkstein mit gotischem Stabwerk. Der passt zwar nicht ganz zum Stil, ist aber technisch dasselbe.



Türsturz



Das auf eurem rechten Foto ist ein bewehrter Ziegelflachsturz, kein Werksteinbalken. Der halbe Balken auf dem linken Foto kommt von den Proportionen her in etwa hin. Um etwas Gefühl für diese Proportionen zu bekommen habe ich ein Foto beigefügt.



Türsturz



hier noch eins:



Türsturz



Zum Schluß noch eins aus dem klassischen römischen Altertum. Die Proportionen gleichen sich obwohl viele Jahrhunderte und hunderte von Kilometern zwischen den Bauten liegen.



Heiß gemauert



...und mir ging es hauptsächlich um den Mauermörtel



Mauermörtel



Dann beim nächsten Mal hydraulischen Kalkmörtel nehmen oder etwas Zement in den Luftkalkmörtel geben- die Auflagerpressungen sind nicht zu unterschätzen.



Mauermörtel



...der Sinn der ganzen Sache war, das quellen des Mörtels zu nutzen und genau in dieser Phase zu verarbeiten.
Der Mauermörtel sollte weicher sein als der vermauerte Naturstein.
Mladen Klepac



Bögen mauern



Mauermörtel ist immer weicher als Naturstein.
Die Druckfestigkeiten sind selbst mit Zementmörtel kaum erreichbar wenn man nicht gerade ausgesprochen weiche Steine nimmt. Wenn ich Bögen oder Gewölbe mit größeren Spannweiten herstelle ist etwas weicherer Mörtel von Vorteil, er minimiert Rissbildungen durch Verformung nach dem Ausschalen. Zu weich ist wieder nachteilig, die Konstruktion sackt nach dem Ausschalen zu weit durch.
Wenn ich wie in diesem Fall in eine vorhandene Mauer einen Bogen einsetze sollte der sich möglichst nicht nachträglich verformen um Druck auf den untergesetzten scheitrechten Sturz zu vermeiden.
Das Quellen kehrt sich während des Abbindeprozesses um, der Mörtel schrumpft dann. Genau solche Verformungen sind bei gewölbten Konstruktionen nachteilig. Deshalb hat man immer beim Mauern von Bögen und Gewölben darauf zu achten das die Lagerfugen möglichst parallel verlaufen und möglichst dünn sind. Dazu müssen die Steine keilförmig sein. Der Mörtel sollte etwas unter dem E- Modul des Steinmaterials liegen aber nicht wie Gummi wabbeln. Damit werden Verformungen aus der Mörtelfuge minimiert.

Das Foto zeigt einen Torbogen der mit flachen Ziegeln und paralleler Lagerfuge gemauert wurde. Um das zu erreichen wurde die Lagerfuge nicht wie üblich senkrecht zur Bogenlinie angeordnet sondern tangential versetzt. Das erzeugt zwar einen Anteil an Scherspannungen in der Fuge, senkt dafür aber die Verformungsneigung infolge ungleichmäßig dicker Lagerfugen die sonst auftreten würden. Gemauert wurde mit hydraulischem Mörtel der die Scherspannungen wegsteckt. Dadurch wurde die Rissneigung minimiert und die Gelenkbildung im Bogen verhindert. Die Alternative wäre passgerecht geschnittener Werkstein aber diese Variante ist billiger. Wohl der Grund weshalb sie ab und an zum Einsatz kam.



Heißkalkmörtel



...dem wird nur soviel Wasser zugefügt wie er für den Löschvorgang benötigt - erst ein Wasserüberschuss fürt zur Schrumpfung.
Mladen Klepac



Kalkmörtel



Kalkmörtel schwindet nun mal wenn er abbindet da jedes Molekül Kalkhydrat ein Molekül Wasser abgibt. Der Vorteil von Heißkalkmörtel liegt in der steiferen Konsistenz beim mauern und putzen da Anmachwasser kristallin am frisch gelöschten Kalkhydrat erst mal gebunden wird. Er steift schneller an. Deshalb hat er aber genauso viel Wasser molekular gebunden wie anderer Kalk.
Zum Mauern von Bögen ist das ohnehin nicht so wichtig, es sei denn ich wölbe frei Hand ohne Lehrgerüst. Dafür wäre eine Zementzugabe besser denn die sorgt für eine schnellere Anfangsfestigkeit und ein geringeres Schwindmaß.



Heißkalkmörtel



Heißkalkmörtel wird nicht zum Putzen verwendet.
Ein anderer Kalk: z.B. Sumpfkalkmörtel
Sumpfkalk hat schon Wasser enthalten,(darum sollte Sand trocken gelagert sein) gebe ich da 10% Wasser hinzu und das Volumen des Mörtels nimmt um 30% zu, habe ich 30% zuviel Wasser.
Zuviel Wasser führt dazu dass der Mörtel schwindet.
Mladen Klepac