Baugesuch

27.06.2004



An alle Architekten
Warum muß ein Architekt das Baugesuch machen? Was macht er da alles? Was kostet das?
Danke für Antworten



... weil er es gelernt hat!



Die Frage ist ziemlich allgemein gestellt.
Um Baugesuche einreichen zu können muß man eine entsprechende Qualifikation und eine dementsprechende Berufserfahrung nachweisen, die in den jeweiligen Landesbauordnungen festgelegt sind.
Baugesuche für einfache Bauvorhaben (1-2 Familienhäuser) einreichen können alle sog. Bauvorlageberechtigten, das sind nicht nur Architekten, sondern auch Bauingenieure, staatl. gepr. Techniker und Handwerksmeister (Zimmerer, Maurer, etc.).
Bei schwierigeren Bauvorhaben sind nur Architekten und Bauingenieure mit einer entsprechenden Berufspraxis zur Bauvorlage berechtigt.
Ich persönlich als Bauingenieur/Statiker empfehle die Planung vorrangig an einen qualifizierten Architekten zu vergeben. In meiner beruflichen Praxis sind mir oft qualitative und ästhetische Unterschiede zwischen Architektenplan und einfacheren Varianten aufgefallen. Die Entscheidung, was wichtiger ist - ein billiger Plan oder eine harmonische Gebäudegestaltung - bleibt natürlich jedem selber überlassen.
(Ich will jedoch nicht sagen, dass nur Architekten gute Pläne machen! Aber sie haben's halt gelernt.)



Gelernt



Viele Bauingenieure habens auch gelernt. Und dann funktioniert in einem Aufwasch auch noch die Statik und die Bauphysik.
Man kann es hören, ich bin Bauingenieur und arbeite zu einem nicht unerheblichen Anteil in der Planung. Aus meiner Erfahrung ist es gut, wenn bei Bauvorhaben bis zum Mehrfamilienhaus Planung, Statik und Bauphysik in einer Hand liegen. Das macht es für alle Beteiligten einfacher und die Ergebnisse können sich auch in Gestalt und Nutzbarkeit sehen lassen.
Es gibt halt in allen Berufszweigen die Guten und die Schlechten. Qualitäten lassen sich leider nicht am Studiengang festmachen.
Meine Empfehlung über einen Baubiologen (www.baubiologie.de) in Ihrer Nähe einen Planer (ob Architekt oder Ingenieur) ausfindig machen. Gespräche führen, ob man auf einer Wellenlänge liegt, seine bisherigen Arbeiten ansehen, mit den damaligen Bauleuten sprechen, Honorarangebot anfragen und dann mit viel Gefühl und auf keinen Fall nur über den Preis entscheiden.