Innenisolierung auf Taubenscheisse...




Liebe Fachwerkgemeinde

es steht mal wieder eine Innenisolierung mit HWL Platten (oder alternativ Schilfrohr ,das ist noch nicht zu Ende diskutiert...)und Lehmputz an .Schwierigkeiten bereitet diesmal der Putzgrund . Es handelt sich um ein ZiegelGemäuer aus dem 17. Jahrhundert ( !!! ) , in dem die letzten 30 Jahre die Tauben gewohnt haben. Und dementsprechen zugeschissen ist die altehrwürdige Hütte, sowas habe ich noch nicht gesehen.
Was tun ? Wie kriegt man den Taubenkot weg, ... Mit der Bitte um ernstgemeinte Antworten grüsst
Henrik Preßler, Lehmbauer aus Aachen .



Ist denn...



Arbeiten mit einem Hochdruckreiniger möglich? (Wassereintrag)
Alternativ evtl Sandstrahlen. Runter muss das Zeug auf alle Fälle.
(Det wird ne schöne Sauerei geben...;-))
Salzbelastung? Ggf. entsprechende Maßnahmen einleiten.

"Besch..." Grüße
Mathias





Genau, Mathias hat recht.
Das Zeug muß runter und in dem Fall durch Sandstrahlen. Idealerweise im Wirbelstrahlverfahren unter Zugabe von Wasser(Feuchtnebel) um den Staub zu binden und die Milbenverteilung in Grenzen zu halten.

gruß jens





Aber bitte entsprechende Schutzkleidung (guten !! Mundschutz) verwenden.
Von Taubenkot können Parasiten der üblen Sorte übertragen werden.

viele Grüße
Silke



Taubenkot



.










Ich kann hier nur zu äußerster Vorsicht raten, da bei Taubenkot erhebliche Möglichkeiten der gesundheitlichen Beeinträchtigung bestehen.

Z.B. durch Ektoparasiten, Endoparasiten, Krankheitskeime im Kotstaub der Tauben und eingewanderte Schädlinge infolge des Nahrungsangebotes.

Nachfolgend eine kurze Zusammenstellung der am häufigsten vorkommenden Begleiterscheinungen dieser Gruppen:

a)als Ektoparasiten: D
Die Taubenzecken (argas reflexus)welche noch bis zu 10 Jahre nach Entfernen derTauben aktiv sein können. Nach Entfernen der Tauben ist mit einer Durchwanderung des Hauses durch die Taubenzecken zu rechnen. Der Biss der Taubenzecken ist als gesundheitsgefährdend einzustufen.

b)Als Ektoparasiten:
z.B. die Hühnermilbe und die Roten Vogelmilbe (dermanyssus gallinae). Diese im Normalfall nachtaktiven Parasiten saugen bei massiven Befall auch tagsüber. Nach einer Entfernung der Tauben ist auch hier mit Wanderungsbewegungen im Haus zu rechnen.Bei einem Biss ist von einer gesundheitlichen Gefährdung auszugehen. Auch
der Vogelfloh (cerotophyllus gallinae) und die Taubenwanze (cimex columbae) sollen hier nicht unerwähnt bleiben.

c)Als Endoparasiten
z.B. Toxoplasmose-Protozoen, Fadenwürmer(Nematoden), Saugwürmer (Trematoden) und Bandwürmer (Cestoden).

d)Als Krankheitskeime
im Taubenkot und deren Staub sind nachfolgend die wichtigsten Krankheiten aufgeführt:

Salmonellose (Bei schwachen Immunsystem gelegentlich tödlich)
Ornithose / Psittakose (Verlauf gelegentlich tödlich durch Kreislauf-versagen, Thrombosen, Embolien)
Histoplasmose (Verlauf gelegentlich tödlich)
Encephalomyelitis (Verlauf gelegentlich tödlich )
Chlamydiose (Verlauf gelegentlich tödlich)
Erysipeloid (Verlauf gelegentlich tödlich)
St. Louis Gehirnentzündung (Verlauf gelegentlich tödlich)
Aspergilose
Meningitis
Partyphusetc.

Mit besten Grüßen


L. Parisek







Mir wird Angst....



...wenn man mitbekommt, wie unbedarft an manche Dinge herangegangen wird!
Meine Vorredner haben da bereits in allem Umfang die Sache beleuchtet und hier auf sämtliche Gefahren und gesundheitlichen Belastungen hingewiesen.
Als guten Fachpartner würde ich mir hier Herrn Schröters ins Boot holen.
Damit würde die Plattform profitieren.
Plattformer hilf Plattformer!

Bauwerksanierung-PAAS
Jens H.Schröters
Immanuel-Kantstr.11
51427 Bergisch-Gladbach
Tel.: 02204-309877
Fax : 02204-309876
eMail: info@bauwerksanierung.de


Hilfreiche Grüße,
Udo Mühle





Vielen Dank für die Empfehlung Udo!

Schädlingsbekämpfung gehört allerdings nicht zu unserem Leistungsumfang.
Mir scheint der Herr Parisek ist hier wirklich außerordentlich gut beschlagen uns wäre der richtige Ansprechpartner.

viele Grüße



Vielen Dank allen Antwortern...



für die fundierten Aussagen. Nur Lehmgott Mühe konnte sich eine kleine Spitze mal wieder nicht verkneifen. Ich kann Sie beruhigen, unbedarft geht da niemand dran, das Thema wird zwischen Bauherrschaft, Architekten und mir intensiv diskutiert, das Forum hat uns da einen guten Schritt weitergeholfen.
Dankbare Grüsse, Henrik Preßler